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Exklusive TW-Studie

So sieht die Fashion-Branche das Thema Nachhaltigkeit

Wie steht's um Sustainability? Die TextilWirtschaft hat in einer exklusiven Erhebung ermittelt, wie Händler und Hersteller dem Thema gegenüberstehen, welche konkreten Maßnahmen sie ergreifen und wie gut sie ihre Lieferkette wirklich kennen.

Die Modebranche in Deutschland ist angesichts der öffentlichen Diskussion und des neuen staatlichen Textilsiegels Grüner Knopf offenbar tatsächlich auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit: Für 73% der Fashion-Hersteller ist Nachhaltigkeit laut einer exklusiven TW-Umfrage inzwischen „das drängendste Projekt unserer Zeit“. 78% der Teilnehmer der Studie siedeln das Thema ganz oben an und sagen, es sei Chefsache.

Und der Retail? Bei den ebenfalls von der TextilWirtschaft befragten Mode-Händlern ist das Bewusstsein dagegen noch nicht ganz so weit fortgeschritten wie bei ihren Lieferanten aus der Industrie: Nur 55% der befragten Händler sehen Sustainability als drängendstes Projekt, fast drei Viertel (67%) beschäftigen sich aber intensiv damit. Allerdings bietet bisher nur jeder zweite im Sortiment tatsächlich nachhaltige Labels an. Im Handel ist das Nachhaltigkeits-Argument für die Order inzwischen jedoch oft ausschlaggebend: Für Frühjahr/Sommer 2020 haben der Umfrage zufolge 43% der Händler neue Kollektionen oder Labels geordert, weil diese nachhaltig seien.

Bei den Modelabels begrüßt mit 56% die knappe Mehrheit der Befragten, dass der Gesetzgeber strenge Anforderungen für nachhaltige Produktion vorgibt. Vor wenigen Wochen hatte Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller das staatliche Nachhaltigkeitssiegel Grüner Knopf an die ersten 27 Anbieter vergeben, darunter an Aldi Nord und Süd, Lidl, Hess Natur, Tchibo, Phyne und Trigema.

Besonderer Fokus auf die Supply Chain

Der TW-Untersuchung zufolge lassen 54% der befragten Produzenten ihre Waren in Europa fertigen. 77 % kontrollierten die Zulieferer vor Ort mit eigenen Mitarbeitern. Allerdings wollen sich nur 61% der Firmen für eine Garantie aussprechen, dass in all ihren Betrieben auch faire Löhne gezahlt werden.

67% der Hersteller setzen nach eigenen Angaben Bio-Baumwolle ein, recyceltes Polyester wird von 66% verarbeitet. Rund zwei Drittel der Anbieter (62%) lassen ihre Produkte zertifizieren: Zu den am häufigsten eingesetzten Bescheinigungen gehörten Öko-Tex (70 %), BSCI (53 %) und GOTS (48 %).
Zu den Studien

Zur Hersteller-Studie: Erhebungszeitraum 8. bis 22. August 2019. An der personalisierten Online-Ergebung haben sich 169 Mode-Hersteller beteiligt. 54 % von ihnen liegen in der Größenordnung unter 50 Mio. Euro-Jahresumsatz, 21 % setzen 51 Mio. bis 100 Mio. Euro um, 11 % erwirtschaften 101 Mio. bis 200 Mio. Euro, 14 % liegen über 200 Mio. Euro. Darunter sind DOB- (35 %), HAKA (16 %), Wäsche- (8 %) und Sportmode-Anbieter (12 %). 36 % bieten DOB und HAKA an.

Zur Handels-Studie: Erhebungszeitraum 2. bis 9. September 2019. An der personalisierten Online-Ergebung haben sich 291 Bekleidungshändler beteiligt. Darunter sind 40 % Filialisten. 24 % der Befragten führen Häuser mit einer Größe von mehr als 800 m². Mehr als die Hälfte haben weniger als zehn Mitarbeiter.

Mehr zum Top-Thema Sustainability und sämtliche Ergebnisse und Analysen der Studie lesen Sie in der TextilWirtschaft ab Mittwoch, 2. Oktober 17 Uhr im E-Paper sowie ab Freitag, 4. Oktober in der gedruckten Ausgabe.
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