Corona-Infektionswelle trifft Logistikzentrum

81 Infizierte: Schustermann&Borenstein halbiert Belegschaft

Foto: BestSecret
BestSecret betreibt neben dem Online-Shop auch stationäre Läden (hier: Frankfurt).
BestSecret betreibt neben dem Online-Shop auch stationäre Läden (hier: Frankfurt).

Der Aschheimer Online-Shopping-Club BestSecret (Schustermann & Borenstein) wurde von einer Corona-Infektionswelle erwischt und muss deshalb seine Belegschaft vorübergehend halbieren. In den vergangenen Tagen seien im Logistikzentrum im bayerischen Poing vermehrt Fälle aufgetreten, sagte ein Sprecher der TextilWirtschaft.

„Daraufhin haben wir uns gemeinsam mit der Gemeinde auf einen umfangreichen Test aller Beschäftigten verständigt.“ Das Ergebnis: 81 der 903 Mitarbeiter wurden positiv auf Covid-19 getestet.


Kurios: Nach Angaben des Sprechers zeigten alle positiv getesteten Mitarbeiter keine Symptome. Sie seien umgehend isoliert worden und müssten zusammen mit ihren Kontaktpersonen in eine 14-tägige Quarantäne. Die Tests aller Mitarbeiter würden nun wöchentlich wiederholt.

BestSecret betont, man habe die Pandemie von Anfang an sehr ernst genommen und sich „sehr genau an die Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gehalten. Auch als nur wenige Fälle in Deutschland und der Region bekannt waren. Bereits Wochen vor der Regierungsempfehlung haben wir eine Maskenpflicht eingeführt und als Vorsorgemaßnahme damit begonnen, täglich die Temperatur der Mitarbeiter zu messen.

"Wir arbeiten eng mit der Gesundheitsbehörde des Landkreises zusammen.“ Deshalb sei es sehr unwahrscheinlich, dass sich die Mitarbeiter im Betrieb angesteckt haben.

BestSecret hat sich aus dem alteingesessenen, 1924 in München gegründeten Unternehmen Schustermann & Borenstein entwickelt. Angefangen im Stoff- und Meterwarenhandel ist daraus im Laufe der Jahre ein Personalverkauf für Überhänge geworden, der in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter professionalisiert wurde.

Die Familien Schustermann und Borenstein sind nach wie vor am Unternehmen beteiligt. Die Mehrheit hält seit 2016 der Finanzinvestor Permira. Die Zentrale befindet sich in Aschheim, die Logistik in Poing. Neben dem 2007 eröffneten Online-Shop gibt es vier stationäre Läden in München, Aschheim, Frankfurt und Wien. Bis auf den Frankfurter Store sollen ab Montag alle Geschäfte wieder zumindest teilweise öffnen.

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