Sicheres Einkaufen in Corona-Zeiten

Auf diese Hygiene-Maßnahmen setzt der Handel

Zehn Tage nach dem Restart der meisten Geschäfte liegt der Einzelhandel in puncto neue Hygiene-Anforderungen gut in der Zeit. Das ergab eine Umfrage des EHI Retail Instituts und des German Council of Shopping Places unter fast 200 Händlern.

Dabei kam u.a. heraus, dass fast alle Befragten (93%) den Zugang zu ihren Geschäften über Hinweisschilder regulieren. 70% kontrollieren, ob die Kunden die obligatorischen Schutzmasken tragen. 40% der Händler verteilen oder verkaufen selbst Masken an die Kunden. 30% haben das vor. Der Rest sieht die Kunden in der Pflicht.


Maßnahmen zur Sicherheit im Handel
EHI
Maßnahmen zur Sicherheit im Handel
Mehr als die Hälfte der Anbieter setzt zusätzliches Personal an der Tür ein, zum Beispiel zur Regulierung der Warteschlangen. Mit der Einschränkung der Anzahl an Einkaufswagen oder -körben wird bei rund 60% der Unternehmen die Kundenzahl beschränkt. Eine Absperrung von Parkplätzen ist eher die Ausnahme: Mehr als 70% planen diese Maßnahme gar nicht.

Ebenso verzichten viele Händler darauf, die Kunden automatisch zu zählen: 12,6% haben mit der Umsetzung entsprechender technischer Lösungen begonnen. Weitere 7% haben sie teilweise, 26,6% weitgehend umgesetzt. Dagegen wollen sich 46% überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigen. Zu den Anwendern gehört unter anderem der Discounter Aldi Süd, der digitale Einlasskontrollen seit Kurzem testet.

Um die Sicherheit während des Einkaufs im Geschäft weiter zu erhöhen, haben 88% der Einzelhändler Markierungen auf den Fußböden angebracht. 87% setzen Plexiglasscheiben an der Kasse ein. Ähnlich häufig (84%) werden Reinigungs- und Desinfektionskonzepte deutlich angepasst sowie Hinweise zu bargeldlosen Zahlarten angegeben. Für knapp 68 Prozent heißt das, dass Desinfektionsmittel in Form von Spendern im Geschäft für die Kundschaft bereitgestellt werden.

Die größte Uneinigkeit herrscht bei der Frage nach einer Änderung der Öffnungszeiten als Maßnahme, um das Einkaufen sicherer zu machen. Für 43% ist das kein Thema, über 25% haben diese Maßnahme aber weitgehend umgesetzt, 23% teilweise. 2% beginnen erst mit der Umsetzung.

„Wenn gut 80 Prozent aller Mitarbeitenden in den Ladengeschäften motiviert und engagiert die behördlich vorgeschriebenen Maßnahmen umsetzen, dann kann die Politik zu Recht darauf vertrauen, dass im Handel alles richtig gemacht wird“, erklärt Christine Hager, Vorstandsvorsitzende von German Council of Shopping Places. Ihrer Auffassung nach ist wurde damit eine weitere Voraussetzung geschaffen, die „eine Begrenzung auf 800m² Verkaufsfläche nicht mehr notwendig macht“.

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