Smart Warehouses in der Mode

Das kluge Lagerhaus

Knud Dobberke
Smart Logistics: Das Zusammenspiel von RFID, Wearables, Sensoren und der Lager-Software ermöglicht ein Monitoring der Lagerprozesse in Echtzeit.
Smart Logistics: Das Zusammenspiel von RFID, Wearables, Sensoren und der Lager-Software ermöglicht ein Monitoring der Lagerprozesse in Echtzeit.

Im Logistikzentrum der Zukunft sind fast alle Prozesse miteinander vernetzt. Dabei kommen die modernsten Techniken zum Einsatz. Die Effekte sind enorm.

Im Grunde ist es nur logisch, dass dieser Logistiktrend entstanden ist. Nachdem die Handys, das Zuhause und die Städte smart geworden sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee kommt, auch Logistikzentren mit diesem Adjektiv zu versehen.


Der Verdacht ist daher groß, dass es sich hierbei um ein klassisches Buzz-Word handelt, das etwas beschreibt, was schon seit langem gang und gäbe ist: Die Verknüpfung der Prozesse, die in einem Logistikzentrum anfallen.
„"Smart Warehouses sind eine Weiterentwicklung der vorhandenen Systeme mit erweiterten Funktionen wie Blockchain, Automatisierung und Big Data."“
Professor Markus Muschkiet, Hochschule Niederrhein
Doch so einfach ist das nicht: Wer sein Warehouse (deutsch: Warenlager) als smart bezeichnen will, muss schon weit mehr bieten. "Smart Warehouses sind eine Weiterentwicklung der vorhandenen Systeme mit erweiterten Funktionen wie Blockchain, Automatisierung und Big Data", erklärt Professor Markus Muschkiet von der Hochschule Niederrhein im TextilWirtschaft-Interview.

Die intelligenten Logistikzentren sind von Smart Factorys inspiriert und verfügen über eine ähnlich datengesteuerte Umgebung. Sie verknüpfen verschiedene automatisierte Technologien, um dafür zu sorgen, dass die Waren und Anfragen automatisch empfangen, sortiert, organisiert, im Lager gefunden und für den Versand vorbereitet werden können. Da diese Logistikzentren eine hohe Datentransparenz haben, können die Betreiber ihren Online-Kunden stets genau sagen, welche Produkte verfügbar sind.

Monitoring in Echtzeit

Außerdem ermöglichen die intelligenten Logistiksysteme den Unternehmen, die Prozesse in Echtzeit zu verfolgen. So können sie zeitnah Änderungen vornehmen. Das vereinfacht etwa die Optimierung von Betriebsabläufen, wie die Erhöhung der Abwicklungsgeschwindigkeit, indem die Laufwege der Kommissionierer reduziert werden, die Auffindbarkeit der Produkte im Lager verbessert wird und die Fehler der Mitarbeiter sofort erkannt und beseitigt werden.

Dabei kommen die modernsten Technologien zum Einsatz, unter anderem Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Robotik, das Internet der Dinge, RFID, Sensoren und Lagerverwaltungssysteme. Außerdem tragbare Geräte, Wearables genannt. Darunter Hand-Scanner, Augmented Reality-Brillen (Smart Glasses) und sprachgesteuerte Westen und Headsets.

KI hilft bei der Navigation im Lager

Das Internet der Dinge ermöglicht den Robotern, untereinander und mit der Bestandsverwaltung zu kommunizieren. Bei den Robotern handelt es sich etwa um autonom fahrende Gabelstapler, die den Transport von Paletten sowie das Ein- und Auslagern der palettierten Ware übernehmen. Künstliche Intelligenz hilft Logistikrobotern, den effizientesten Weg zu wählen und die Produkte auf Anhieb zu finden. Anschließend bringen sie entweder nur die Ware oder die ganzen Regale mitsamt Ware zum Kommissionierer.

Andere Maschinen nutzen KI, um die Artikel so platzsparend wie möglich zu verpacken, indem sie den idealen Kartontyp und die optimale Bestückung der Pakete ermitteln, damit möglichst wenig Leerraum verbleibt. Das Zusammenspiel von RFID, Wearables, Sensoren und dem Lagerverwaltungssystem gewährleistet das bestmögliche Monitoring der Betriebsabläufe.

"Die erfolgreichsten Smart Warehouses automatisieren fast den gesamten Betrieb und die Reise der Waren vom Lieferanten zum Kunden mit vernachlässigbaren Fehlern", erklärt die englische Logistikexpertin Kate Brush.

"In einem Smart Warehouse lassen sich Aufträge bereits vor dem Bestelleingang kommissionieren und für den Versand vorbereiten", erklärt Sarina Schekahn, die bei JLL Technologies als Head of Industrial Agency arbeitet.
JLL Technologies
"In einem Smart Warehouse lassen sich Aufträge bereits vor dem Bestelleingang kommissionieren und für den Versand vorbereiten", erklärt Sarina Schekahn, die bei JLL Technologies als Head of Industrial Agency arbeitet.
Hinzu kommt der große Faktor Big Data: "Mithilfe der gesammelten Datenmengen entlang der kompletten Supply Chain sowie des standardisierten Einsatzes von Machine Learning und Predictive Analytics ist es möglich, das künftige Bestellverhalten der Kunden zu prognostizieren. Aufträge lassen sich also bereits vor dem Bestelleingang kommissionieren und für den Versand vorbereiten", erklärt Sarina Schekahn, die bei der auf Immobilien spezialierten Unternehmensberatungs JLL als Head of Industrial Leasing Germany arbeitet.

Bestandskosten sinken um bis zu 40%

Nach Angaben des Berliner Logistikdienstleiters 4Flow können die Logistikkosten durch Automatisierung und intelligente Steuerungs-Software um 10 bis 30% gesenkt werden. Bei den Bestandskosten sei eine Reduzierung um 20 bis 40% möglich, und zwar durch die Optimierung der Sicherheitsbestände und die Verhinderung von sogenannten Bullwhip-Effekten. Damit sind Ungenauigkeiten bei der Schätzung der Nachfrage gemeint, die durch Schwankungen im Auftragsvolumen entstehen können.

Die Instandhaltungskosten könnten um 20 bis 30% verringert werden. Dies sei zurückzuführen auf die Overall Equipment Effectiveness (OEE), den Einsatz von Wearables und ein flexibleres Personal im Smart Warehouses.

Smart Warehouse-Volumen verdoppelt sich

Die Vorzüge dieser intelligenten Systeme scheinen sich in Logistikkreisen immer mehr herumzusprechen. Anders lässt sich das starke Wachstum nicht erklären, dass das Marktforschungsunternehmen Report Linker dem weltweiten Smart Warehouse-Markt prognostiziert: Dieser werde sich in den kommenden vier Jahren verdoppeln, und zwar von 14,8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2021 auf 25,4 Mrd. Dollar (23,58 Mrd. Euro) im Jahr 2026. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 11,5%.

Am stärksten werde das Geschäft mit Smart Warehouse-Lösungen im Raum Asien-Pazifik zulegen. Die Alibaba-Tochter Cainiao hat die Zeichen der Zeit erkannt und kürzlich einen Geschäftsbereich für den Aufbau von Smart Warehouses gegründet.

Die größten Wachstumstreiber sind laut Report Linker-Studie u.a. der durch die Corona-Pandemie beschleunigte E-Commerce-Boom, die wachsende Verbreitung von Multichannel-Vertriebsnetzwerken sowie die Dynamik und Globalisierung der Lieferketten.

Außerdem hätten viele Unternehmen während der Covid-19-Krise erkannt, dass sie sich technisch besser aufstellen müssen, um künftig ähnlich dramatische Lieferketten-Probleme besser bewältigen zu können. Dies habe zu einer starken Nachfrage nach Automatisierungstechnologien geführt.

Informationen müssen hohe Qualität haben

Die intelligenten Logistikzentren haben freilich auch ihre Tücken. So müssen etwa die gesammelten Daten valide sein und über eine ausreichend hohe Qualität verfügen, betont Marcel Kluckow, der in der Technologiesparte von JLL als Datenexperte arbeitet. Seiner Ansicht nach ist "die Gewährleistung einer hohen Informationsqualität zentral für jedes moderne Unternehmen, vor allem für eine funktionierende smarte Lagerlogistik". In der Folge sei es unerlässlich, Daten als "entscheidenden Wettbewerbsvorteil" anzuerkennen und eine geeignete Big Data-Strategie operativ umzusetzen.

Weitere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung eines Smart Warehouse-Konzeptes seien etwa eine einfache Handhabung der Technologie und eine Anpassung der Sensorik an die räumlichen Gegebenheiten. Darüber hinaus müsse eine "höchstmögliche Datensicherheit" gewährleistet werden.

Marcel Kluckow: "Die Gewährleistung einer hohen Informationsqualität ist zentral für jedes moderne Unternehmen, vor allem für eine funktionierende smarte Lagerlogistik."
JLL Technologies
Marcel Kluckow: "Die Gewährleistung einer hohen Informationsqualität ist zentral für jedes moderne Unternehmen, vor allem für eine funktionierende smarte Lagerlogistik."
Das betont auch der Marktforscher Report Linker: "Eine hochsichere Datenverschlüsselung, eine vollständige Datentransparenz und Kontrollfunktionen sind die Schlüsselfaktoren, welche die Akzeptanz von Smart-Warehousing-Lösungen fördern."

Laut DHL lohnt sich eine weitreichende Automatisierung inklusive smarter Vernetzung am ehesten im E-Commerce: "Automatisierungslösungen setzen eine gewisse Zahl an Order- und Sendungsmengen voraus, um effektiv zu sein", erklärt ein Konzernsprecher.

Die Krux mit den IT-Kräften

Nach Ansicht von Professor Muschkiet ist der Erfolg von Smartware House-Konzepten auch stark von der Manpower abhängig: "Die ganze Technologie muss ja gepflegt werden. Dafür brauchen Sie plötzlich deutlich mehr IT." Diese seien aber derzeit Mangelware auf dem Arbeitsmarkt.

Dadurch entstehe eine paradoxe Situation: "Ich automatisiere, um unabhängiger von Manpower zu werden. Ich werde dadurch aber an anderer Stelle sehr viel abhängiger von IT-Manpower", erklärt der Wissenschaftler, der an der Hochschule Niederrhein das Center Textillogistik leitet und bei Zalando von 2014 bis 2016 für die Transportlogistik und die Exportzollabteilung zuständig war.

Professor Markus Muschkiet: "Ich automatisiere, um unabhängiger von Manpower zu werden. Ich werde dadurch aber an anderer Stelle sehr viel abhängiger von IT-Manpower."
Markus Muschkiet
Professor Markus Muschkiet: "Ich automatisiere, um unabhängiger von Manpower zu werden. Ich werde dadurch aber an anderer Stelle sehr viel abhängiger von IT-Manpower."
Anwender von Smart Warehouse-Lösungen sind neben DHL u.a. Amazon, Mango und Zalando, bald auch Intersport, die S. Oliver Group und der Jeans-Hersteller Levi‘s in seinem neuen Logistikzentrum in Dorsten bei Münster.

Zalando setzt verstärkt auf Roboter

So nutzt etwa der Online-Modehändler Zalando in seinem Standort Lahr im Schwarzwald 18 Logistikroboter der Beteiligung Magazino. In Kürze sollen es 28 sein. "Neben der zunehmenden Automatisierung helfen uns smarte Techniken bei der Optimierung unserer Logistikprozesse – von der Berechnung der kürzesten Route zum Lagerort eines Artikels bis hin zur Berechnung der Lieferzeiten", teilt eine Konzernsprecherin mit.

Zalando nutzt in seinem Logistikzentrum in Lahr im Schwarzwald 18 Roboter der Beteiligung Magazino. In Kürze sollen es 28 sein.
Zalando/Magazino
Zalando nutzt in seinem Logistikzentrum in Lahr im Schwarzwald 18 Roboter der Beteiligung Magazino. In Kürze sollen es 28 sein.

Mango baut Logistikzentrum kräftig aus

Der Modefilialist Mango hat mit der Aufrüstung seines Warenwirtschaftssystem auf ein hochautomatisiertes Warehouse-Management-System sämtliche Logistikbereiche digital vernetzt – vom Wareneingang über das Lager und die Sortierung bis hin zur Verpackung und dem Versand. Das zentrale Logistikzentrum in Llicà bei Barcelona ist Konzernangaben zufolge mit "Spitzentechnologie" ausgestattet.

Dies ermögliche die Abwicklung von 75.000 Kleidungstücken pro Stunde. Die Anlage verfügt über ein modernes Lagerverwaltungssystem, das an das Unternehmenssystem von Mango angebunden ist und die gesamte Anlage in Abstimmung mit den automatisierten Systemen steuert.

Die Anlage für hängende Kleidungsstücke gehört laut Mango zu den am stärksten automatisierten in Europa und verfügt über ein automatisches Lager- und Kommissioniersystem. Die Anlage für gefaltete Kleidungsstücke enthält verschiedene innovative Elemente, darunter ein automatisches Kleinteilelager. Zusätzlich gibt es für die Auftragskommissionierung einen automatischen Taschensorter.

Seit 2021 wird der Standort um weitere 90.000m² erweitert, sodass 2023 auf einer Fläche von 280.000m² stündlich 85.000 Produkte versandfertig gemacht werden können. Die Pakete gehen dann nicht nur an Filialen, sondern auch direkt an Verbraucher. Die gesamten Investitionskosten für das 2019 eingeweihte Distributionscenter belaufen sich nach der Erweiterung auf 88 Mio. Euro.

Der Modefilialist Mango hat mit der Aufrüstung seines Warenwirtschaftssystems auf ein hochautomatisiertes System sämtliche Logistikbereiche seines Distributionscenters in Llica bei Barcelona digital vernetzt – vom Wareneingang über das Lager und die Sortierung bis hin zur Verpackung und dem Versand.
Mango
Der Modefilialist Mango hat mit der Aufrüstung seines Warenwirtschaftssystems auf ein hochautomatisiertes System sämtliche Logistikbereiche seines Distributionscenters in Llica bei Barcelona digital vernetzt – vom Wareneingang über das Lager und die Sortierung bis hin zur Verpackung und dem Versand.

S.Oliver baut neues Zentrallager

S.Oliver errichtet bis voraussichtlich 2024 ein neues Zentrallager im fränkischen Dettelbach, das sich in der Nähe des Konzernhauptsitzes in Rottendorf befindet. Der Standort wird nach Fertigstellung über eine Fläche von 78.050m² verfügen und soll Konzernangaben zufolge "mehrere Standorte zusammenführen". Darüber hinaus sollen die Logistikprozesse durch "die größtmögliche Nutzung von Daten und Automatisierung modernisiert und weiterentwickelt werden".

Davon erhofft sich die S.Oliver-Gruppe, zu der neben der Kernmarke S. Oliver auch die Labels Q/S by S. Oliver, Comma und Liebeskind Berlin gehören, eine Beschleunigung der Auslieferungsgeschwindigkeit. Darüber hinaus erhalte das Unternehmen mehr Flexibilität, um kurzfristig auf veränderte Anforderungen in den Vertriebskanälen reagieren zu können.

Intersport investiert in intelligente Intralogistik

Die Verbundgruppe Intersport erweitert und modernisiert derzeit ihr Zentrallager in Heilbronn. Geplant ist ein vollautomatisiertes Lager, das "nicht nur technologisch State of the Art ist, sondern auch den wachsenden Bedarf an intelligenter Lagerkapazität in den kommenden Jahren abdecken kann", teilte die Heilbronner Händlerorganisation vergangene Woche mit.

Dabei soll eine Technologie zum Einsatz kommen, die auf Künstlicher Intelligenz basiert. Details wollen Intersport und der zuständige Technologie-Dienstleister Körber erst im Juni auf einer Messe vorstellen.

Öffentlich bekannt ist, dass ein zentrales System aufgebaut werden soll, das sowohl eine Ansteuerung der Fördertechnik möglich macht, als auch eine Vernetzung im Loop mit dem Enterprise Resource Planning (ERP) und dem Warenwirtschaftssystem. Zudem sollen zwei Hauptkomponenten den "Automatisierungsgrad auf ein neues Level heben": Das ist zum einen das Texterkennungssystem OCR, das den Wareneingang und die Shuttle Pick Zone vollautomatisiert. Ein Beispiel ist die vollautomatische Versandkarton-Aufrichtung.

Zum anderen das Warehouse Management- und Warehouse Control-System sowie das automatische Kartonlager. Letzteres besteht aus einem dynamischen Lagerbereich, das mit Behälter-Shuttle und einem Lagerbereich ausgestattet ist, in dem sich 24m hohe Regalbediengeräten befinden. Diese können für die vollautomatische bis zu dreifach-tiefe Kartonlagerung genutzt werden.

Die Fördertechnik-Anlage verfügt über mehrere Kreuzweichen, bei denen die Kartonagen mit einer Leistung von bis zu 3000 Behältern pro Stunde ausgekreuzt und ihrem Bestimmungsort zugeführt werden. Das funktioniert nur mit moderner Steuerungstechnik unfallfrei.

Hochautomatisierte Jeansproduktion

Der Jeans-Hersteller Levi's lässt bis 2023 in Dorsten bei Münster ein "zukunftsorientiertes, nachhaltiges Distributionscenter bauen, dessen Logistikbetrieb hoch automatisiert sein wird", heißt es in einer Pressemitteilung des Immobilien-Dienstleisters JLL, der Levi's bei der Suche nach einem geeigneten Standort und beim Abschluss des Mietvertrags unterstützt hat.

DHL vernetzt immer mehr Technologien

Der Logistikkonzern DHL hat angekündigt, künftig stärker das Be- und Entladen von Containern zu digitalisieren. Außerdem will die Deutsche Post-Tochter immer mehr Technologien miteinander verknüpfen. Zum Beispiel die Anwendungen fürs Picking und Packing (Sendung zusammenstellen und verpacken) sowie die Lösungen für die Containerentladung und den automatischen Transport im Lager zur Einlagerstelle.

Timo Willberger: "Der deutsche Markt ist in puncto Smart Warehousing noch relativ suboptimal aufgestellt."
Miebach Consulting
Timo Willberger: "Der deutsche Markt ist in puncto Smart Warehousing noch relativ suboptimal aufgestellt."
Nach Auskunft von Timo Willberger von der Logistikberatung Miebach, die Levi's bei der Entwicklung des Dorstener Distributionscenter unterstützt, ist der deutsche Markt in punkto Smart Warehousing aber noch "relativ suboptimal" aufgestellt. "Die Ideen sind da und werden Stück für Stück umgesetzt."

Dabei würden die Unternehmen aber derzeit von den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen gebremst: "Die Modebranche hat vor allen Dingen damit zu tun, dass wegen der Zeitenwende der Modekonsum weniger wird."

Der Logistikwissenschaftler Professor Muschkiet sieht das ähnlich: "Corona ist noch nicht vorbei. Der Hafen von Shanghai ist wieder gesperrt. Hinzu kommen die Unsicherheiten durch den Krieg. In solchen Situationen größere langfristige Finanzierungsentscheidungen zu treffen, ist eine Herausforderung." Überhaupt erschwere das ganze Marktumfeld Entscheidungen für Großinvestitionen, unter anderem, weil die Zinsen wieder erheblich gestiegen seien.

Planung oft nicht durchdacht

Ein weiteres Problem bestehe darin, dass sich viele Firmen vor der Planung eines intelligenten Logistikzentrums zu wenig Gedanken über die Anforderungen eines derartigen Projektes machen würden. "Kenne ich meine eigenen bisherigen Prozesse so gut, dass ich diese sauber in ein entsprechendes Lastenheft überführen kann, damit ich ein Smart Warehouse entwickeln kann? Daran hapert es bei den meisten Unternehmen", kritisiert der Textillogistik-Forscher.

"Das sind typische Probleme. Nur werden sie immer größer und komplexer, je weiter und tiefer man bei solchen Ergänzungen in Unternehmensstrukturen eingreift. Und das tue ich ja mit dieser Art von Veränderungen bei der Hard- und Software."

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