Sonder-AfA für City-Investitionen gefordert

HDE: Innenstadt-Revitalisierung muss Teil von Koalitionsgesprächen werden

Hagen Seidel
Schreckgespenst "Geisterstadt": Damit es nicht dazu kommt, will der HDE bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen. Nach einer neuen DIHK-Studie allerdings droht ein Anstieg der Leerstandsquote auf bis zu 15%.
Schreckgespenst "Geisterstadt": Damit es nicht dazu kommt, will der HDE bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen. Nach einer neuen DIHK-Studie allerdings droht ein Anstieg der Leerstandsquote auf bis zu 15%.

Der HDE fordert, dass die Zukunft der Innenstädte Thema in den sich anbahnenden Koaltionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und der FDP werden. Dazu will der Handelsverband jetzt auch neue Möglichkeiten der steuerlichen Abschreibung von Investitionen in der Innenstadt.

Hauptgeschäftsführer Stefan Genth fordert die Möglichkeit einer zuätzlichen Absetzung für Abnutzung (AfA). Diese Sonder-AfA-Innenstadt solle für Investitionen in City-Gebieten gelten. Über zwölf Jahre hinweg müssten 100% der Herstellungskosten absetzbar sein, heißt es beim HDE. Damit würden "städtebauliche Maßnahmen ohne direkte staatliche Förderung" angeregt.
Der HDE wiederholte zudem bekannte Forderungen aus seiner Innenstadt-Strategie, nach der der Bund ein Sonderprogramm für die Innenstadt-Entwicklung über 500 Mio. Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren sowie einen 100 Mio. Euro schweren Digitalisierungsfonds für den Handel auflegen müssen. Man sei mit Vertretern der mutmaßlichen kommenden Koalitionäre im Gespräch, heißt es beim HDE.

DIHK: Leerstand steigt deutlich

Dem HDE könnte bei seinen Forderungen eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Deutschen Städtetages zur Lage der Betriebe in den Innenstädten helfen. Vertreter von deutschen Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern und Verbände waren dazu im Frühsommer befragt worden. Die WirtschaftsWoche veröffentlichte aus dem noch nicht publizierten Papier "Zukunftsfeste Innenstädte" erste Details: Danach befürchten Kommunen und wirtschaftsnahe Verbände, dass der Leerstand in den Innenstädten dauerhaft deutlich auf 14 bis 15% steigen werde. Vor der Pandemie habe der Wert bei rund 10% gelegen.

Wie so oft dürfte wieder einmal die Lage entscheidend werden: Während die Leerstandsquoten in A-Lagen
der Studie zufolge bei 7 bis 8% liegen werden, kommen auf B-Lagen Werte von 10 bis 15% zu. In C-Lagen seien es sogar 13 bis 21%.

Die Zahl der Handelsunternehmen werde um bis zu 14%, die der gastronomischen Betriebe um 6 bis 7% sinken. Insgesamt werde es in den Innenstädten etwa 4% weniger Gewerbebetriebe geben, so die Studie.

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