Statistisches Bundesamt: Größter Erlösrückgang im Non Food-Handel seit Mitte der Neunziger

Textilien, Bekleidung, Schuhe: Über 50% Umsatzeinbruch im März

imago images/Steinach
Geschlossene Türen: Der Shutdown stellt die Einzelhändler auf eine harte Probe.
Geschlossene Türen: Der Shutdown stellt die Einzelhändler auf eine harte Probe.

Die Corona-Krise und der damit verbundene Shutdown machen dem Einzelhandel schwer zu schaffen. Wegen der Ladenschließungen sind die Umsätze kräftig eingebrochen, vor allem im Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel. Das zeigt die aktuelle Berechnung des Statistischen Bundesamts (Destatis) für März.

Im Non Food-Einzelhandel gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat nach vorläufigen Zahlen real (preisbereinigt) um 10,1% und nominal um 9,8% zurück. „Dies ist der stärkste Umsatzrückgang im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994“, teilt Destatis mit. Den größten seit 1994 gemessenen Erlöseinbruch in einer Einzelhandels-Branche verzeichnet das Segment Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren: Preisbereinigt minus 52,6%.

Ebenfalls stark eingebrochen: Der sonstige Einzelhandel mit „Waren verschiedener Art“. Dazu zählt Destatis auch Warenhäuser. In diesem Segment liegt das Minus bei real 30,5%.

Gleichzeitig habe die Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs in einigen Bereichen, zum Beispiel bei den Supermärkten, für höhere Erlöse gesorgt, so Destatis.

Deutliches Wachstum im Online-Handel

Das größte Umsatzplus mit real 13,4% erzielte allerdings der Online- und Versandhandel. „Wobei hier Veränderungsraten dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich und somit nicht ausschließlich auf einen Sondereinfluss der Corona-Pandemie zurückzuführen sein dürften“, erklärt das Statistische Bundesamt.


Alles in allem weist Destatis für den März 2020 real ein Minus von 2,8% und nominal minus 1,5% aus. Beide Monate hatten jeweils 26 Verkaufstage. Im Vergleich zum Vormonat Februar 2020 lagen die Erlöse kalender- und saisonbereinigt um 5,6% und nominal um 5,7% niedriger. „Das ist der stärkste Umsatzrückgang gegenüber einem Vormonat seit dem Januar 2007“, teilt Destatis mit.
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