Stichprobe am Beispiel NRW

Deutliche Unterschiede bei den Öffnungsquoten im Einzelhandel

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Rund drei Viertel der Läden hatten bei der Stichprobe geöffnet.
Rund drei Viertel der Läden hatten bei der Stichprobe geöffnet.

Das Kölner EHI Retail Institute hat anhand einer Stichprobe in drei Städten in Nordrhein-Westfalen die Quote der geöffneten Läden in den zentralen Einkaufslagen der Innenstädte ermittelt. Von den insgesamt rund 400 Geschäften hatten am 22. April 76% wieder geöffnet.

Die geltende Größenbeschränkung auf 800m² Verkaufsfläche wirkt sich aber nach Angaben des EHI deutlich auf die Quote aus – je nach Stadt. So seien zum Beispiel in Neuss aufgrund des eher kleinstrukturierten Handelsbesatzes an der Krefelder Straße bis hin zum Markt 89% der Läden am Mittwoch geöffnet gewesen. Dagegen finden sich in den Einkaufsstraßen in Köln – Hohe Straße und Schildergasse – nur 53% offene Geschäfte. Dort bleiben speziell die großen von Filialisten betriebenen Flächen über 800m² geschlossen. Bielefeld bewegt sich im Mittelfeld.

Branchenspezifische Unterschiede

Auch zwischen den Branchen gibt es Schwankungen, sie sind allerdings geringer. Textil- und Schuhhändler haben zu rund 70% geöffnet. Oftmals gibt es hier großflächige Stores, die noch geschlossen bleiben müssen. Lebensmittelgeschäfte hingegen haben zu 90% geöffnet. Telekommunikationsanbieter beispielsweise oder auch Schmuck- und Uhrenhändler liegen etwa dazwischen und haben eine Öffnungsquote von knapp unter 80%. Die kleinteilige Struktur der Unternehmen in diesen Branchen wirkt sich aus.

Insgesamt sei aus gesundheitlichen Gesichtspunkten immer noch unklar, warum Großflächen schlechter gestellt seien als die kleineren, sagt Marco Atzberger von der EHI-Geschäftsleitung. „Denn auch bzw. gerade Großflächen können Abstandregeln umsetzen. Insofern ist die Entscheidung aus NRW zu begrüßen, ab nächsten Montag, auch Geschäften mit größerer Verkaufsfläche die Öffnung zu erlauben, wenn diese auf 800m² eingeschränkt wird. Der Schutz von Kunden und Verkaufspersonal bleibt die zentrale Aufgabe“, so Atzberger.

Grundsätzlich hätten die Handelsunternehmen durch Einschränkungen der Öffnungszeiten, dem Einsatz von Personal vor den Läden zur Organisation der möglichen Warteschlangen und durch klare Markierungen in den Geschäften reagiert, wie Begehungen vor Ort zeigten. Die kommende Maskenpflicht sei ein weiterer wichtiger Bestandteil.

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