Stoffmesse

Milano Unica: Sorgen wegen Buschbränden und Corona-Virus

Die 30. Ausgabe der Milano Unica in Mailand hat begonnen. Die Zeiten sind schwierig. Nach einem Umsatzminus von knapp 5% im Jahr 2019 droht den Webereien ein weiterer Rückgang. Ein neuer Präsident der Messe soll für Impulse sorgen.

Erst die Brände in Australien, dann der Corona-Virus. 2020 beginnt für die italienischen Stoffhersteller unter keinen Vorzeichen. Die Branche, die sich von Dienstag bis Donnerstag auf der 30. Ausgabe der Milano Unica in Mailand versammelt, stellt sich wie bereits 2019 wieder auf ein schwieriges Jahr ein.


„Die Situation ist alles andere als komfortabel“, sagte Ercole Botto Poala, Chef der Reda-Weberei und scheidender Präsident der Milano Unica. „Die Dürre in Australien, dann der Corona-Virus. Unsere Industrie ist davon stark betroffen.“ Die Modemarken täten sich leichter als die Vorstufen, sagte Marino Vago, Präsident des Textil- und Bekleidungsverbands Sistema Moda Italia: „Die Textilbetriebe leiden. Die Hersteller von Endprodukten schlagen sich besser. Das zeugt von der Stärke Italiens.“

2020 macht keine großen Hoffnungen, dass es nach einem schwierigen 2019 aufwärtsgehen könnte. Laut dem Modeverband Confindustria Moda fiel der Umsatz der italienischen Webereien im vergangenen Jahr um 4,7% auf 7,6 Mrd. Euro. Das größte Minus verzeichneten die Betriebe in Hongkong und Deutschland mit einem Rückgang um über 19% und 15%.

Die Dürre in Australien und der Corona-Virus haben bereits erste konkrete Auswirkungen. Die australische Wollproduktion liege aktuell 20% unter dem Vorjahr. Weil die Nachfrage aus China geringer sei, wirke sich das aber noch nicht auf die Preise aus, sagte Fabrizio Servente, Global Advisor von The Woolmark Group: „Die Effekte auf der Angebots- und Nachfrageseite heben sich momentan auf. Die Preise liegen im Schnitt bei 15 Euro. Damit sind sie ungefähr stabil.“

Mit der 30. Ausgabe der Milano Unica endet die Amtszeit von Ercole Botto Poala als Präsident. Sein Nachfolger steht bereits fest. Er kommt ebenfalls aus Biella. Die Wahl ist auf Alessandro Barberis Canonico gefallen. Er ist der Chef der Weberei Vitale Barberis Canonico.

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