Stuf-f in Düsseldorf: Faire Lieferanten

„Wir wollen die Krise ja alle gemeinsam überstehen”

Stuff, Sven Siebel
 Thomas Jablonski von Stuf-f in Düsseldorf
Thomas Jablonski von Stuf-f in Düsseldorf

Handwerklich hergestellte Männer-Mode aus aller Welt, Wertigkeit statt der neuesten Modetrends, wenige Stücke pro Teil, selbstbewusste Preise – das ist Stuf-f in Düsseldorf-Flingern. Das Stationärgeschäft ist – klar – wegen des Shutdowns geschlossen, immerhin läuft der Onlinestore noch.

Der Slogan „Buy less, but better“ bekommt derzeit eine ganz neue Bedeutung. Es ist nicht einfach, Geschäftsführer und Familienvater Thomas Jablonski in diesen Tagen zu erreichen. Schließlich hat er auch noch einen Job in einer Werbeagentur – derzeit im Homeoffice.


TextilWirtschaft: Wie ist die Lage bei Stuff?
Thomas Jablonski: Sehr seltsam. Der Laden ist seit Dienstag geschlossen, wir bekommen aber noch jeden Tag Ware rein. Wird langsam etwas eng. Gerade kam eine große Lieferung mit einer entsprechen großen Rechnung aus Japan, wir hatten für dieses Frühjahrsgeschäft extra mehr bestellt als in den Vorjahren.

Läuft denn jetzt mehr über den Online-Store?
Nein. Da machen wir zwar Geschäft, aber es wird weniger. Der Januar und der Februar lagen deutlich über Vorjahr, aber der März ist schwach. Einige  Kunden wollen uns allerdings unterstützen und bestellen jetzt gerade etwas. Aber die meisten sind sehr zurückhaltend und offenbar überhaupt nicht in Kauflaune. Die haben natürlich ganz andere Gedanken.

Corona-Sale als Ausweg?
Nein, wir machen auch sonst ja keinen Sale, höchstens mal für Restposten. Zum Glück versuchen wir ja, ein Sortiment zusammenzustellen, dass nicht so saisonabhängig, sondern möglichst ganzjahrestauglich ist. Viele unserer Sachen kann man auch noch gut im nächsten Jahr und danach immer noch tragen. Da müssen wir jetzt nichts zum Sonderpreis verschleudern. Das mag ich ohnehin nicht.

Bleibt das Problem der gesamten Branche: die üblichen Rechnungen bei brutal reduziertem Umsatz.
Ja, irgendwann geht es an die Reserven. Aber noch ist es ok. Unsere Lieferanten etwa in Deutschland, Japan oder den USA sind ja größtenteils auch sehr kleine Firmen, die kennen die Problematik. Sie sind schon ziemlich fair und bieten uns an, Lieferungen zurückzuhalten oder die Zahlungsfristen zu verlängern. Wir wollen diese Krise ja schließlich alle gemeinsam überstehen. Sogar unser Vermieter kam ungefragt auf uns zu und sagte, wir sollten Bescheid sagen, wenn wir Hilfe brauchen.



Und die Mitarbeiter?
Zum Glück habe ich nur drei. Zwei von Ihnen sind schon länger krank – hat aber nichts mit Corona zu tun... Der dritte ist jetzt auf Kurzarbeit. Er ist stundenweise im Laden und nimmt Ware an oder arbeitet an der Homepage. Zusammen nutzen wir jetzt die Zeit auch für Dinge, zu denen wir sonst nicht kommen. Etwa die englischsprachigen Texte auf der Homepage zu vervollständigen. Oder noch genauer zu analysieren, welche Teile richtig gut laufen.

Ist staatliche Hilfe ein Thema?
Noch nicht wirklich. Aber das kann natürlich noch kommen. Mein Steuerberater macht sich schon mal schlau.

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