Initiative von Dawn für Textilarbeiter in Not

Faires Shoppen: Trinkgeld für Näherinnen

Dawn
Dawn bietet Kunden die Möglichkeit beim Kauf der Produkte direkt an die Textilarbeiter zu spenden.
Dawn bietet Kunden die Möglichkeit beim Kauf der Produkte direkt an die Textilarbeiter zu spenden.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona sind in allen Bereichen deutlich zu spüren. Weltweit. Auch Arbeiter in den Textilproduktionen sind massiv betroffen. Um die Auswirkungen für die Mitarbeiter einzugrenzen, bietet das faire Jeans-Label Dawn ein Trinkgeld für die Mitarbeiter der eigenen Fabrik in Vietnam an.

Erst letzte Woche berichtete die TextilWirtschaft, dass bereits 10.000 Textilarbeiter in Bangladesch ihren Job verloren haben. Und dass diese Zahl täglich steigt. Viele Textilfabriken mussten schließen, da globale Modemarken aufgrund der Corona-Auswirkungen weltweit ihre Bestellungen gekündigt haben. Nach Angaben der Vereinigung der Textilproduzenten von Bangladesch sind das Ausfälle im Wert von mehreren Milliarden Dollar.

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Auch das deutsche Eco-Denim-Label Dawn mit Sitz in Köln betreibt seit fünf Jahren eine eigene Produktion in Saigon, Vietnam. Und auch diese Fabrik steckt mitten in der Krise. Viele Modemarken, die ebenfalls in der Fabrik produzieren, haben im Zuge der Corona-Krise ihre Aufträge storniert.

Dawn hat daher angekündigt, ein globales Trinkgeld für produzierende Mitarbeitende der eigenen Factory in Vietnam einzuführen, um die Auswirkungen für die Arbeiter abzufedern. Seit gestern ist das Trinkgeldmodul Tip me aktiv, das Kundinnen beim Online-Shopping ermöglicht, jenen Menschen, die ihr Produkt hergestellt haben, ein Dankeschön in Form eines Trinkgelds zukommen zu lassen.

Entwickelt wurde das Plugin von dem Berliner Startup „tip me“. Dieses soll sicherstellen, dass 100% des Trinkgelds direkt bei den einzelnen Näherinnen der Fabrik ankommt. Hierfür wird es laut Dawn in einem digitalen Pool gesammelt und in regelmäßigen Abständen fair und ohne Umwege unter dem ganzen Team verteilt. 

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