Top-Priorität Liquidität

Prada streicht Dividende und rüstet sich für eine globale Finanzkrise

Prada
Frühjahrskollektion 2020 von Prada
Frühjahrskollektion 2020 von Prada

Die Modeunternehmen halten das Geld in der Kasse. Prada bildet da keine Ausnahme. Die Luxusmode-Marke vollzieht eine Kehrtwende und schüttet nichts an die Anleger aus. Die Mittel sollen dabei helfen, den Geschäftsbetrieb nach dem Covid-19-Stillstand anzufahren.

Die Liste der Modeunternehmen, die wegen der Covid-19-Pandemie die Dividende kürzen oder streichen, wird mit jedem Tag länger. Jüngstes Beispiel ist Prada. Die Mailänder Luxusmode-Marke hat entschieden, den Gewinn für 2019 komplett einzubehalten und nicht auszuschütten.


Damit vollzieht Prada eine abrupte Kehrtwende. Mitte März hatte die Luxusmarke für das Geschäftsjahr 2019, in dem ein Nettogewinn in Höhe von 256 Mio. Euro anfiel, noch eine Dividende in Höhe von 0,02 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. Jetzt sollen die Reserven aufgestockt werden.

Neues Kreativduo: Miuccia Prada und Raf Simons
Prada
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Damit rüstet sich Prada für den Covid-19-Abschwung. Der Modehersteller spricht von einer „globalen Finanzkrise“: „Der Aufsichtsrat hat diese Entscheidungen getroffen, damit die Prada-Gruppe über mehr Mittel verfügt, um schnell wieder das alte Aktivitätsniveau zu erreichen“, teilte Prada mit. Die Hauptversammlung der Gruppe findet am 26. Mai statt.

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Um die Covid-19-Krise zu überstehen, saugen sich die Unternehmen mit Liquidität voll. Sie streichen Dividenden, stoppen Aktienrückkäufe und reizen die Kreditlinien bei ihren Banken aus. Teilweise hat das auch damit zu tun, dass die Firmen Staatshilfen beantragen, beispielsweise in Form von Kurzarbeit oder Kreditgarantien. Schließlich goutieren Politik und Öffentlichkeit es nicht, wenn der Staat den Firmen aus der Bredouille hilft, diese aber gleichzeitig die Aktionäre verwöhnen.

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