Topshop-Mutter zieht Konsequenzen aus Corona-Krise

Arcadia Group: 14.500 Mitarbeiter werden in den Zwangsurlaub geschickt

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Wegen des Corona-Lockdowns geschlossene Topshop-Filiale in London.
Wegen des Corona-Lockdowns geschlossene Topshop-Filiale in London.

Kein Ende des Shutdowns wegen Covid-19 in Sicht. Deshalb schickt die britische Arcadia Group 14500 ihrer insgesamt 16000 Beschäftigten in den Zwangsurlaub. Vorstand und Führungsteam werden die Vergütungen um 25 bis 50% gekürzt.

Wie andere Retailer in der britischen High Street hat auch die Modegruppe von Philip Green mit den Turbulenzen infolge der Corona-Krise zu kämpfen. Das Unternehmen mit Filialketten wie Topshop, Topman, Burton, Evans, Dorothy Perkins, Wallis und Miss Selfridge hat bereits vor vierzehn Tagen seine 550 Stores geschlossen. Da hieß es noch, dass alle Mitarbeiter beschäftigt bleiben und ihr normales Gehalt für März bekommen, zuzüglich der ausstehenden Überstundenzahlungen.


Da aber kein Ende des Shutdowns abzusehen ist, werden bis zum Wochenende fast alle Mitarbeiter beurlaubt. Davon sind neben den Beschäftigten in den Filialen auch solche in der Verwaltung betroffen. 80% des Lohns bis zu 2500 Pfund (2850 Euro) pro Monat werden durch das Lohnfortzahlungspaket übernommen, das die britische Regierung im Rahmen ihrer Stützungsmaßnahmen in der Corona-Krise bereitgestellt hat. Arcadias Chief Executive Ian Garbiner, der auf jegliche Vergütung während der Pandemie verzichtet, bezeichnete das Hilfspaket als „überlebenswichtig“, um das Unternehmen durch „diese beispiellosen Zeiten“ zu bringen. Die Online-Operationen der Gruppe laufen bei reduzierter Kapazität weiter. Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter in der Lieferkette wurden getroffen.

Bereits in der vergangenen Woche hat Arcadia seine Lieferanten über die Stornierung aller Aufträge sowie die Verlängerung der Zahlungsbedingungen informiert. Bei den Vermietern soll Arcadia Mietnachlässe bis zu 50% quer durch das gesamte Portfolio gefordert haben. In britischen Medien wird berichtet, dass Arcadia Zahlungen in die Rentenkasse zu verschieben plant, um die Mittel während der Corona-Krise zur Verfügung zu haben. Philip Greens Ehefrau Tina soll ihre Zahlungen in die Rentenkasse aber fristgerecht vornehmen wollen. Arcadia kommentiert diese Berichte nicht.

Nach Arcadias Company Voluntary Arrangement (CVA) im vergangenen Jahr hat sich Arcadia verpflichtet, jährlich 25 Mio. Pfund in die Rentenkasse einzuzahlen. Und zwar über drei Jahre. Die Arcadia Group ist zu 75 % im Besitz der Familiengesellschaft Taveta Investments, die der in Monaco residierenden Tina Green gehört. Sie steuert im Rahmen des CVA über drei Jahre insgesamt 100 Mio. Pfund in Bar für die Rentenkasse bei.

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