Triumph, Calida und Co

Kontroverse um Wäsche-Rabatte im Netz

Calida
Calida-General Manager Alexandra Helbling: "Der Mid Season Sale gibt lediglich einen Nachlass auf Slow Seller"
Calida-General Manager Alexandra Helbling: "Der Mid Season Sale gibt lediglich einen Nachlass auf Slow Seller"

Sport-BHs und Loungewear gehören zu den gesuchten Online-Produkten der Wäscheanbieter. Die Suchplattform Stylight verzeichnete im Shutdown zweistellig steigende Clickraten zu Kapuzenpullis, Jogginghosen, Leggings und Sport-BHs. Auch Dessous gehörten mit einem Zuwachs von über 50% zu den gefragten Suchbegriffen. Und es blieb vielfach nicht beim Googeln – viele Hersteller berichten von wachsenden Online-Umsätzen.

So wie Schiesser-Vorstand Andreas Lindemann, der in den jüngsten Wochen im E-Commerce sowohl einen prozentualen Zuwachs im mittleren dreistelligen Bereich für Damen-, Herren- und Kinderwäsche verzeichnet als auch mehr Teile pro Kauf.


Dass sich in Zeiten der Pandemie der Umsatz von Slips, Bralettes und Hemdchen ins Internet verlagert, haben viele Händler zähneknirschend hingenommen. Jedoch beklagen viele Einkäufer zusätzlich nun auch Rabatt-Aktionen im Netz. So warben Triumph und Sloggi kurzzeitig mit einem 25%-Nachlass auf Teile der aktuellen Frühjahr-/Sommer-Kollektion. Calida geht bis zum 10. Mai mit einem Mid Season Sale von 20% auf ausgewählte Artikel ins Netz. Hanro und Passionata gewähren aktuell 10% Nachlass auf die Bestellung aktueller Ware, wenn man sich zum Newsletter anmeldet.

"Das sind unfaire Methoden. Es wird online Ware rabattiert, die bei uns im Laden noch zum regulären, empfohlenen Verkaufspreis liegt, ohne dass wir diese in den letzten Wochen hätten verkaufen können", kritisiert der Inhaber eines großen, mittelständischen Mode- und Textilhauses. Dies sei nicht sein Verständnis von "gelebter Partnerschaft" in diesen schwierigen Zeiten.

Auf die Rabatt-Aktion angesprochen, nimmt Marktführer Triumph, der von dem Shutdown selbst in seinen eigenen Stores betroffen ist, Stellung. Man habe den E-Commerce-Sale bereits geplant, bevor bekannt wurde, wann in Deutschland kleine Textileinzelhandelsgeschäfte wieder öffnen dürften. "Es handelt es sich bei der aktuellen Online-Aktion nicht um einen radikalen Ausverkauf mit Kampfpreisen", so ein Triumph-Sprecher. Die Aktion ersetze ein Stück weit den üblichen Mid-Season-Sale, der normalerweise über alle Kanäle gespielt werde und deutlich höhere Rabatte als die aktuellen anböte. So habe der Sale vom 17. bis 20. April stattgefunden und werde noch einmal für vier weitere Tage laufen. "Insgesamt also acht Tage anstatt der im Markt verbreiteten Phase von bis zu drei Wochen."

Zusätzlich seien nur saisonale, auslaufende Artikel einbezogen und zwar erst ab einem Kauf von mindestens zwei Artikeln, "also nicht bereits ab dem ersten". Bestseller-Serien, Bademode und neue Serien nimmt Triumph ausdrücklich aus.

Auch Calida äußert sich zu den aktuellen Rabatten im Netz. "Der Mid Season Sale nimmt alle Basic-Artikel aus und gibt lediglich einen Nachlass auf Slow Seller", erklärt General Manager Alexandra Helbling. Die Rabatte seien zum selben Zeitpunkt wie in den Vorjahren eingeplant worden, insgesamt seien auch weniger modische Saisonartikel rabattiert als in den Vorjahren. "Der Mid Season-Sale ist definitiv nicht auf die Corona-Krise zurück zu führen", betont Helbling ausdrücklich.

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