Trotz Corona-Krise

London lehnt Brexit-Verlängerung ab

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Elf Wochen nachdem Großbritannien die Europäische Union formal verlassen hat, haben London und Brüssel die Verhandlungen über ein Brexit-Freihandelsabkommen wieder aufgenommen.

Wegen der Corona-Pandemie wird per Videokonferenz über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich verhandelt. Bis jetzt will die britische Regierung nichts von einer Verlängerung der Übergangsfrist über das Jahresende hinaus wissen.


Bis dahin gehört Großbritannien weiter dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion an, es muss sich an EU-Regeln halten und in den Haushalt einzahlen. Diesen Zustand will der britische Premierminister Boris Johnson, der sich von seiner Covid-19-Erkrankung noch auf dem Landsitz Chequers erholt, offenbar beenden. Ein Sprecher der Regierung in London sagte „Wir werden keine Verlängerung der Übergangsphase beantragen, und sollte die EU darum bitten, dann sagen wir Nein.“

Die Zeit drängt, denn eine Brexit-Verlängerung, die theoretisch um bis zu zwei Jahre möglich wäre, müsste bis Ende Juni vereinbart sein. Gelingt bis zum Jahresende kein Abkommen, droht ein harter Bruch mit wirtschaftlichen Turbulenzen, wie sie bei einem No-Deal-Brexit befürchtet worden waren. Nun wird darauf gewartet, welche Prioritäten Boris Johnson nach seiner Rückkehr in die Downing Street im Schatten der Corona-Krise bei der Brexit-Frage setzt.

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