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„Desaster für US-Wirtschaft”

Columbia-CEO kritisiert US-Präsident scharf

Columbia Sportswear

Klare Haltung. Tim Boyle, CEO und President von Columbia Sportswear, stellt sich gegen die Handelspolitik von US-Präsident Trump. Statt China zu treffen würde sie zu Preiseröhungen führen und so allein der US-Wirtschaft schaden.

Trump äußert sich auf Twitter zu geplanten Zöllen auf China-Importe

Mit seiner Ankündigung via Twitter, Zölle in Höhe von 10% auf Waren-Importe im Wert von 300 Mrd. US-Dollar aus China ab dem 1. September zu erheben, hatte US-Präsident Donald Trump den Überraschungseffekt auf seiner Seite. Wirtschaftslenker reagierten jedoch alles andere als erfreut. So etwa Tim Boyle, Chef des US-Sportmarkenkonzerns Columbia Sportswear, der aktuell von einem Rekord-Quartal zum nächsten eilt.

Die von Trump in Aussicht gestellten Zölle seien eine fatale Fehlentscheidung, urteilt Boyle. Wörtlich heißt es in einem Statement: „Wenn das eintritt wird es ein Desaster für die US-Wirtschaft.” Nicht nur Columbia Sportswear, auch viele weitere namentlich nicht genannten Unternehmen würden unter etwaigen Zöllen leiden. Sie richteten sich „gegen Arbeiter und Konsumenten, nicht gegen China”.

Schuhe und Bekleidung seien ohnehin bereits die mit am höchsten besteuerten Güter, sagt Boyle. Würden nun noch die 10% angekündigten Zölle hinzukommen, bestünden die Preise für US-Konsumenten „bei Bekleidung und Schuhen rund zur Hälfte aus Steuern” überschlägt der Manager.

 Columbia Sportswear-CEO Tim Boyle: Die Zölle richten sich „gegen Arbeiter und Konsumenten, nicht gegen China”
Columbia Sportswear
Columbia Sportswear-CEO Tim Boyle: Die Zölle richten sich „gegen Arbeiter und Konsumenten, nicht gegen China”
Außerdem erhöhe dieser Schritt die Unsicherheit für Unternehmen zu investieren, was wiederum ein Wachstumshemmnis für die US-Wirtschaft darstelle. „Wir waren in der glücklichen Situation, in der vergangenen Dekade eine starke Wirtschaft zu haben. Lasst sie uns nicht abwürgen, weil wir der Fehleinschätzung erliegen, dass Handelkriege Spaß sind.”

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Wirtschaftsvertreter aus der Sport- und Modebranche gegen die Handelspolitik des US-Präsidenten stellen. Im Mai dieses Jahres hatten bereits 170 Schuhhersteller einen Brief an Donald Trump geschickt, in dem sie vor mögliche Folgen erhöhter Einfuhrzölle warnten. Im Juni folgten über 190 CEOs von Modeunternehmen wie PVH und Levi's ebenfalls mit einer Warnung an den US-Präsidenten.
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