TW 100: Serhat Isik und Benjamin Huseby, GmbH

"Nicht eurozentrisch"

Hyungsik Kim
GmbH-Macher Serhat Isik und Benjamin Huseby
GmbH-Macher Serhat Isik und Benjamin Huseby

Fokus auf Kreative. Die TextilWirtschaft stellt zum Jahreswechsel 100 Kreative der Branche vor. Denker, Designer, Disrupter. Zwei von ihnen: Serhat Isik und Benjamin Huseby, Gründer und Inhaber der progressiven Designer-Linie GmbH aus Berlin.

Serhat Isik und Benjamin Huseby sind die Köpfe hinter dem im Jahr 2016 gegründeten, längst international renommierten, progressiven Berliner Design-Kollektiv namens GmbH. Prominente Adressen wie LN-CC und Matchesfashion in London, der kanadische Luxus-Retailer SSense und Voo in Berlin gehören zum Kundenkreis der Marke. Im TW-Interview sprechen die beiden Gründer von GmbH über ihre Ansichten, die Hürden beim Aufstieg, wichtige Arbeitsprinzipien, und die Rolle von Berlin für ihre Arbeit als Kreative im Fashion-Business.
TW 100 - Kreative Köpfe

Der Kern des Geschehens, Kreativität. Sie geht mitunter verloren. Ist manchenorts kaum sichtbar im Allerlei des harten Geschäfts, in der Gleichmacherei des globalen Business’. Doch was wäre Mode ohne Originalität, Werbung ohne Irritation, technischer Fortschritt ohne Disruption? Es steckt eine Menge kreativer Kraft in der Branche. Das will die TextilWirtschaft zum Jahresende zeigen. Designer. Fotografen. Modehändler in der Provinz. Manager, die ganze Unternehmenskulturen verändern. Ladenbauer, Gastronomen, Plattform-Macher. Kreativität hat viele Gesichter. Hundert davon sind hier versammelt. Jetzt im E-Paper lesen


TextilWirtschaft: Was waren die größten Herausforderungen auf dem Weg, das Business mit GmbH zum heutigen Erfolg zu führen?
Zeit und Geld.

Welche Prinzipien, das Handeln nach welchen Maximen war entscheidend am Aufstieg von GmbH?
Dass wir uns selbst treu geblieben sind.

Ihre Arbeit folgt nicht nur modischen Gesichtspunkten, sondern auch nachhaltigen, sozialkritischen. Hat sich die Fashion-Branche seit der Gründung von GmbH geändert? Was denken Sie über die aktuellen Hypes in der Streetwear und High Fashion?
Wir wollen Mode so machen, wie wir unser Leben leben – authentisch. Wir interessieren uns nicht für Hypes und haben das Wort Streetwear noch nie benutzt.


Welche Branchen und Communitys inspirieren Sie am meisten?
Unsere Arbeit findet vor allem bei Menschen mit Migrationshintergrund Anklang. Sie fühlen sich von unserem Ansatz zum ersten Mal wirklich repräsentiert, weil wir uns nicht scheuen, eine Idee von Mode und Schönheit zu präsentieren, die nicht eurozentrisch ist.


Wie wichtig ist die Stadt Berlin für Sie persönlich auf der einen Seite und für das Geschäft auf der anderen? Wie wichtig ist die Herkunft einer Marke, eines Unternehmens überhaupt?
Berlin lässt uns in unserem ganz eigenen Tempo arbeiten, außerhalb von den etablierten Fashion-Zentren. Die Tatsache, dass die Berliner Mode im Grunde irrelevant ist, gibt uns eine Freiheit, die sehr wichtig für die Entwicklung von GmbH war.
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