TW-Blitzumfrage

Mehrheit der Händler kritisiert Logik der Lockdown-Lockerungen

imago images / Laci Perenyi
Kehrt bald wieder etwas Leben auf der Düsseldorfer Kö ein?
Kehrt bald wieder etwas Leben auf der Düsseldorfer Kö ein?

Grundsätzlich begrüßt der Modehändler die am Mittwochabend von der Bundesregierung angekündigte Lockerung des Lock-Downs. Ab Montag dürfen in allen Bundesländern außer Bayern Läden bis zu einer Größe von 800m² wieder öffnen. Das bewerten - wenig überraschend - auch die 213 in einer TW-Blitzumfrage online befragten Führungskräfte aus dem Modehandel in der Mehrheit (88%) als positiv.

Gleichzeitig ist das Unverständnis für die Begrenzung der Öffnungserlaubnis auf kleinere Geschäfte groß. So gaben 76% der Befragten an, die Logik hinter der Entscheidung, wer öffnen darf und wer nicht, sei nicht schlüssig. In der Gruppe der Händler mit einer Fläche von über 800m² lag die Zustimmung zu dieser Aussage gar bei 95%.


"Die Quadratmetergrenze ist völlig aus der Luft gegriffen. Jeder Bau- und Gartenmarkt, welche bisher auch nicht geschlossen hatten, hat mehr als 800m². Als ob große Modehäuser nicht in der Lage sind, die Anzahl der Kunden im Laden zu reglementieren und auf Abstandsregeln etc. zu achten. Große Buchläden können das laut Politik", schreibt ein Teilnehmer der Umfrage. Ein anderer kommentiert dagegen: "Ich halte es für richtig, erst die kleinerem Fachhandelsgeschäfte zu öffnen. Die gesamte Öffnung aller großen Geschäfte bringt eine deutlich höhere Frequenz in den Innenstädten mit sich. (Publikumsmagneten) Diese gilt es aber vorläufig noch zu vermeiden, bzw. Schritt für Schritt zu steigern. Rein wirtschaftlich hilft es den Kleineren außerdem, einen gewissen Vorsprung zu bekommen, um nicht sofort mit den Rabattschlachten und Aktionen der großen konfrontiert zu sein."

Einen Tag nach Verkündung der Entscheidung ist vielerorts noch unklar, ob es auch größeren Häusern gestattet ist, eine 800m² große Fläche abzustecken und so wiederzueröffnen. Entsprechend geben auch nur 64% der Befragten an, ganz sicher zu sein, am Montag wiedereröffnen zu können. In der Gruppe der Händler mit Läden bis 800m² liegt die Zustimmung immerhin bei 83%. Bei größeren Häusern dagegen bei 21%.

Dass dies offenkundig mit dem aktuell noch spärlichem Informationsfluss in Verbindung stehen könnte, zeigt auch die Tatsache, dass nur 11% der Befragten angeben, am Montag noch nicht zu öffnen, obwohl man es dürfte. 

Einigkeit herrscht darüber, wie gut der Handel für die Wiedereröffnung unter Corona gewappnet. 99% der Befragten gaben an, die notwendigen Hygienemaßnahmen, Abstandsregelungen und Zugangsbeschränkungen erfüllen zu können. Dabei spielt die Größe des Ladens keinerlei Rolle.

Auch was die Mitarbeiter für einen Wiedereröffnung am Montag betrifft, sieht sich der Handel gut aufgestellt. 93% der Befragten gaben an, am Montag ausreichend Mitarbeiter zur Verfügung zu haben. Wobei die Zustimmung bei den kleineren Läden mit 96% etwas größer ist als in der Gruppe der Händler mit größeren Häusern (87%). Für eine Maskenpflicht beim Einkauf sprechen sich nur 48% der Befragten aus.
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