TW-Forum-Preisträger 2020

Der seinen Standort macht

CJ Schmidt
"Um attraktiv zu bleiben, muss eine Stadt demokratisch sein", ist CJ Schmidt-Inhaber Peter Cohrs überzeugt. Daher investierte die Familie auch in das Einkaufszentrum Theo in Husum.
"Um attraktiv zu bleiben, muss eine Stadt demokratisch sein", ist CJ Schmidt-Inhaber Peter Cohrs überzeugt. Daher investierte die Familie auch in das Einkaufszentrum Theo in Husum.

"Es geht um Menschen und ihre Bedürfnisse und nicht ausschließlich um Plattformen und Prozesse." Als er diesen Satz sagt, strahlt Peter Cohrs über das ganze Gesicht. Er hat gerade den Forumpreis der TextilWirtschaft entgegengenommen – mit einem Jahr Verspätung. Die Jury hat den Inhaber von CJ Schmidt in Husum bereits 2020 ausgezeichnet, coronabedingt konnte die Preisverleihung erst jetzt stattfinden.

Cohrs ist ein Vollblutunternehmer, ein Macher mit großer Leidenschaft und vielen Ideen. Diese Energie setzt er seit vielen Jahren auch für seinen Standort im Norden der Republik ein. Die Kreisstadt Husum hat gerade mal 23.000 Einwohner, nimmt man das Umland dazu kommt man ungefähr auf 40.000 Menschen. Wenig im Vergleich zu den großen Metropolen. Cohrs bremst das in seinem Tatendrang nicht – im Gegenteil. Der nordfriesische Kaufmann kultiviert seinen Standort, seit Jahrzehnten. Mit Sinn und mit Feingefühl. Mit mutigen Investments.

Zunächst in das Multilabel-Modehaus CJ Schmidt, das DOB, HAKA und KOB anbietet. Gerade weil Husum nicht der Nabel der Welt ist, brauche es ein hochwertiges Sortiment, eine tolle Warenpräsentation und eine hohe Aufenthalts- und Beratungsqualität, erkannte Cohrs schon vor Jahren. Wenige hundert Meter entfernt ist das Intersport-Haus mit Sportbekleidung und -ausrüstung, das ebenfalls zur Gruppe gehört. Alles zusammen bespielen Cohrs und sein Team – im Modehaus sind es nach Köpfen 400 Mitarbeiter – 10.000m² Verkaufsfläche.

Ende Oktober 2019 wurde das Einkaufszentrum Theo mit über 12.000 m² Mietfläche eröffnet - auf dem Gelände eines ehemaligen Hertie-Hauses.
CJ Schmidt
Ende Oktober 2019 wurde das Einkaufszentrum Theo mit über 12.000 m² Mietfläche eröffnet - auf dem Gelände eines ehemaligen Hertie-Hauses.


Aber damit nicht genug: "Es gab außer uns nur Takko", hat der Chef vor Jahren festgestellt und beschlossen, das könne so nicht bleiben, diese Angebotslücke könne für Husum gefährlich werden. "Um attraktiv zu bleiben, muss eine Stadt demokratisch sein." Die seit der Insolvenz 2008 leerstehende Hertie-Immobilie schräg gegenüber des Modehauses störte ihn schon lange. Erst mietete er sie und richtete im Erdgeschoss einen SB-Markt für Bekleidung ein. Später entwickelte er mit dem Hamburger Projektentwicklungsunternehmen Prelios auf dem ehemaligen Hertie-Gelände das Einkaufszentrum Theo, das im Oktober 2019 eröffnet wurde. Benannt ist es nach dem in Husum geborenen Schriftsteller Theodor Storm.

Hauptinvestor ist die Familie Cohrs, an der Eigentümergemeinschaft beteiligt sind auch die Prelios und ein weiterer Husumer. Die mehr 12.000m² Mietfläche teilen sich ein dm-Drogeriemarkt, ein Edeka-Markt, eine Parfümerie und Läden u.a. von Zero, Esprit, H&M, New Yorker, Gabor und Tom Tailor sowie Gastronomie. Auf die Frequenz in der Stadt positiv ausgewirkt hat sich das Theo schon kurz nach der Eröffnung. Allerdings ist auch der Wettbewerb unter den Händlern gewachsen. Etwas, mit dem man leben müsse, sagt Cohrs, denn eine attraktive Stadt führe letztlich auch zu mehr Umsätzen für jeden. Peter Cohrs gibt ein herausragendes Beispiel für erfolgreichen, lokal in der Region verwurzelten Einzelhandel", so die Begründung der Jury.


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