TW-Gesichter: Nursen Kolcak

Die Problemlöserin

Foto: Thomas Fedra
Seit 26 Jahren unermüdlich im Einsatz: Redaktionsassistentin Nursen Kolcak
Seit 26 Jahren unermüdlich im Einsatz: Redaktionsassistentin Nursen Kolcak

Ohne ihre Leser wäre die TW nicht, was sie ist. Ohne ihre Mitarbeiter aber auch nicht. Wir stellen Ihnen in den kommenden Wochen und Monaten einige Gesichter der TW vor. Von Redaktion bis Sales, von Marketing bis Events. Heute: Nursen Kolcak, Redaktionsassistentin.

Gute Seele, Fremdsprachenkorrespondentin und Problemlöserin in einem. Manchmal auch Seelsorgerin. Gar nicht so easy, diesen Anforderungen in allem gerecht zu werden. Aber darüber macht sich Nursen Kolcak, die im Sekretariat der TextilWirtschaft arbeitet, eigentlich keine Gedanken. Und das seit 26 Jahren. Um es mit einem bekannten Telekom-Werbeslogan zu formulieren: "Hier werden Sie geholfen!"



Mit ihrer Familie ist die heute 46-Jährige im Alter von drei Monaten in den Hochtaunus gekommen, wo sie sich nach wie vor wohl fühlt, mit Ehemann Ender und Tochter Liva. Unvergessen für einige Kolleginnen aus der Redaktion auch ihre grandiose Hochzeitsfeier vor nunmehr 10 Jahren. Aber das nur am Rande. Zur dfv Mediengruppe kam Nursen Kolcak tatsächlich über ein Schul-Praktikum. Die Verlagsluft muss  ihr gut bekommen sein, denn nach ihrer Ausbildung arbeitete sie zunächst für die Lebensmittelzeitung und wechselte nach eineinhalb Jahren zur TW, wo sie schon einige Redakteurinnen und Redakteure hat  kommen und gehen sehen.

Zur ihren Aufgaben zählt neben dem täglichen Business im Sekretariat rund um Reiseplanung, Korrespondenz und allem, was sonst noch anfällt, auch die personelle Organisation des TW-Forums zusammen mit Kollegin Karin Baier. Hierfür müssen Einladungen geschrieben und verschickt, Bilder der Teilnehmer angefordert, ins Booklet eingefügt, Zimmer gebucht und Namensschilder ausgegeben werden. "Eine große organisatorische Aufgabe, die viel Spaß macht. Man muss an viele kleine und große Details denken. Alles soll ja wie am Schnürchen klappen. Da kommt es auch schon mal vor, dass mir zuhause beim Zähneputzen noch etwas einfällt und ich mir das schnell aufschreibe", sagt Kolcak.

Fragt man Nursen Kolcak, was ihr bei der Arbeit nicht ganz so viel Spaß bereitet, dann kommt als Antwort: Bilder-Downloads und "Schätzchen-Arbeit". Unter Letzterem ist das Eintüten von Briefen zu verstehen. In den Zeiten, als 600 bis 700 Saisonrundschrieben noch per Post verschickt wurden –  was heute per E-Mail läuft. "Dabei konnte man an sein Schätzchen denken", sagt Nursen Kolcak mit einem Augenzwinkern.

Aus den langen Jahren kann sie so manche Anekdote erzählen. Hier nur zwei Beispiele: "Es war unmittelbar vor dem TW-Forum. Ich steckte gerade halb in meinem Kleid, als ein Anruf aus Kopenhagen kam. Es war die Assistentin des dänischen Designers Johannes Torpe, die mitteilte, dass er am folgenden Tag um die Mittagszeit landen sollte. Das hat bei mir eine Art Schock-Starre ausgelöst, denn um diese Uhrzeit sollte er bereits seinen Forums-Vortrag halten. Man hatte die Daten durcheinandergebracht." Kein Problem für Nursen Kolcak, die sofort einen neuen Flug buchte, der Torpe sogar noch pünktlich zum Abendessen am Vortag ankommen ließ.

Dass der ehemalige Chefredakteur Peter Paul Polte seinen Sekretärinnen voll vertraute, zeigt eine weitere Geschichte: Wenn er für einen Aufmacher-Text kurz vor Redaktionsschluss in die Tasten haute, dann drangen durch die offene Tür von Zeit zu Zeit Rufe ins benachbarte Sekretariatszimmer: "Wie schreibt man denn Meister Proper? Mit einem oder mit Doppel-P?" Die Antwort von Nursen Kolcak und ihrer damaligen Kollegin Petra Böhm kam wie aus einem Munde: "Natürlich mit zwei P!" Der Artikel war bereits in Druck, als sie am Abend im Fernsehen wie beiläufig den Werbeblock sahen: Meister Proper mit einem P.

Dass sich das intensive Arbeitsleben nicht vollständig von Freizeit und Familie trennen lässt, ist Nursen Kolcak gewohnt: "Ich werde gerne mal gefragt, was denn der Trend in der kommenden  Saison sein wird, ob man dieses oder jenes Teil noch tragen kann. Auch beim Shoppen mit meiner Tochter empfehle ich gerne die Sachen, die gerade im Trend sind. Und wenn sie dann nicht ganz so überzeugt ist, sage ich: Ich arbeite bei der TW, das ist eine Modezeitung, die bestens Bescheid weiß, was modisch gerade dran ist. Das überzeugt manchmal, aber nicht immer." Und einen ganz persönlichen Spleen gibt es auch: "Ich nenne gerne meine liebsten Kolleg*innen Honey." Was nach aktuellem Kenntnisstand noch Niemanden der Belegschaft wirklich gestört hat.

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