TW-Gesichter: Tim Dörpmund

Der Digitalmacher

Tan Kulali
Tim Dörpmund ist seit 2007 in der Redaktion und seit 2017 Ressortleiter Digital.
Tim Dörpmund ist seit 2007 in der Redaktion und seit 2017 Ressortleiter Digital.

Hannover wird fast immer unterschätzt. Dabei hat die Stadt ein paar fabelhafte Persönlichkeiten hervorgebracht. Filmemacherin Doris Dörrie zum Beispiel. Entertainer Oliver Kalkofe, Unternehmer Dirk Rossmann. Oder den Spiegel-Gründer und Journalisten Rudolf Augstein. Womit wir beim Thema wären.

Tim Dörpmund ist auch in Hannover geboren – und wir bei der TW finden ihn natürlich auch fabelhaft. Seit 2007 ist Tim in der Redaktion. Angefangen als Volontär, dann als Redakteur und seit 2017 als Ressortleiter Digital.

Dass es ihn, der seine Kindheit schließlich auf dem Land vor den Toren Hannovers verbrachte, in den Journalismus verschlagen würde, war nicht absehbar, aber doch ein bisschen vorbestimmt. Tims Vater war Journalist in Sachen Agrarwirtschaft. "Er hat mir seinen Beruf eigentlich immer positiv vorgelebt." Sein Vater sei viel rumgekommen, habe einen abwechslungsreichen Job gehabt. "Von der Reportage auf dem Acker bis zum Interview mit dem CEO eines Mähdrescher-Produzenten."


Überhaupt, die Landwirtschaft hat Tims Leben geprägt. Seine Großeltern hatten einen Hof in der Lüneburger Heide und haben ihre Tischdecken aus selbst angebautem Flachs gefertigt. Das war's dann aber auch schon mit der Dörpmundschen Textilhistorie. In Sachen Mode gebe es ansonsten keine familiäre "Vorbelastung". Trotzdem: "Mode hat mich schon immer interessiert." Zwar gehörte er zu keiner bestimmten Subkultur und war auch nicht auf besondere Marken fixiert. "Aber es war mir schon immer wichtig, was ich anhabe." Erste Anlaufstelle in seiner Jugend war natürlich die Innenstadt von Hannover. "Aber nicht Geschäfte wie Erdmann oder Wormland, da hatte man als Junge vom Land Schwellenangst." Sein Revier waren eher die Skater-Läden und Army-Shops in der schrammeligen Passerelle am Bahnhof.



Irgendwann nach dem Abitur (Bio, Englisch, Geschichte und Deutsch) musste dann die erste Weichenstellung in Richtung Zukunft erfolgen. Die Bundeswehr wollte ihn nicht, er wurde trotz T3 ausgemustert. Er hätte sich ohnehin für den Zivildienst entschieden. Tim fing schließlich an zu studieren: Textile and Clothing Management in Mönchengladbach. Warum? "Weil es eine gute, abwechslungsreiche Mischung war aus Textil- bzw. Bekleidungstechik und Design war. Und weil es ein internationaler Studiengang war."


Sein Auslandssemester hat er in Tianjin verbracht. Eine dieser scheinbar unzähligen chinesischen Millionenstädte, 130 Kilometer von Peking entfernt. "Eine super Erfahrung. Dieses wahnsinnige Tempo, die vielen Menschen, die Kultur."


2006 hat es dann wohl irgendwie Klick gemacht. Praktikum bei der TW. "Die lag immer in unserer Bibliothek aus. Eine Freundin meinte, das könnte doch was für mich sein." Und so war es dann auch. "Die Bandbreite der Berichterstattung, die Tiefe, mit der man sich mit einem Markt beschäftigt, und der kollegiale, kreative Umgang miteinander in der Redaktion haben mir gefallen." Er habe sich sofort wohlgefühlt in dem Medienhaus mitten in Frankfurt. "Ich hatte das Gefühl, die Leute hier haben Spaß."


2007 hat er schließlich sein Volontariat begonnen, obwohl parallel noch die Bachelor-Arbeit fertig werden musste. Thema: "Direktmarketing im Mainstream-DOB-Sektor". Seine erste eigene, größere Story für die TW? "Das war der Deutschland-Start von TK Maxx in Lübeck." Er erinnert sich noch genau, wie skeptisch die Delegation des zugeknöpften US-Konzerns damals reagierte, als dieser junge Mann aus Frankfurt viel mehr wissen wollte als die Zahl der Luftballons, die für die Eröffnung aufgeblasen wurden.



Tims erste feste Station in der Redaktion nach dem Volontariat war die Menswear. Und nun ist er seit vier Jahren unser Head of Digital. Der Relaunch der TW-Website war sein erstes großes Projekt. Alles, was die TextilWirtschaft auf digitalem Wege zu ihren Leser:innen transportiert, läuft irgendwie über Tim Dörpmund.


Zu Frankfurt hatte Tim bis zu seinem Start bei der TW kein Verbindung. "Aber das war mit Mönchengladbach genauso." Was für ihn zählt, ist die Aufgabe. Mittlerweile fühlt er sich wohl in der Bankenstadt. Seine erste WG war in Bockenheim. Er ist dem quirligen westlichen Frankfurter Stadtteil im Laufe der Jahre treu geblieben. In einer WG wohnt er aber immer noch. Irgendwie. Mit seiner Freundin und einer ganz neuen und ganz jungen Mitbewohnerin: ihrer gemeinsamen, neun Monate alten Tochter. Wenn dieser Artikel erscheint, sind die drei übrigens gemeinsam irgendwo in den österreichischen Bergen unterwegs. Tim nimmt noch bis Ende September seine Elternzeit.


Anschließend geht es wieder los damit, das digitale Angebot der TW weiterzuentwickeln. Sein nächstes Projekt? "Ein TW-Podcast, möglichst noch im Herbst soll es losgehen." Hat er einen Wunschgast? "Ideen gibt es viele. Vielleicht Paul Smith, mit dem ist es immer sehr unterhaltsam."
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