TW-Interview mit Jochen Eckhold, Global HR Director bei Hugo Boss

Warum braucht Hugo Boss einen Head of Diversity & Inclusion?

Hugo Boss
Hugo Boss Personalchef Jochen Eckhold: "Der Tätigkeitsbereich des Head of Global Diversity & Inclusion geht aber auch weit über unsere HR Prozesse hinaus."
Hugo Boss Personalchef Jochen Eckhold: "Der Tätigkeitsbereich des Head of Global Diversity & Inclusion geht aber auch weit über unsere HR Prozesse hinaus."

"Wir suchen eine Führungskraft, die es genießt, in einem dynamischen, internationalen Umfeld etwas zu bewirken und Dinge voranzutreiben. Als Leiter Global Diversity & Inclusion (m / w / d) gestalten und leiten Sie die globale Diversity & Inclusion-Strategie von Hugo Boss... Mit dem Ziel, die Vielfalt der Talente zu erhöhen, integratives Verhalten zu stärken und positive Veränderungen in der Gesellschaft zu beeinflussen", heißt es in der englischsprachigen Stellenausschreibung auf der Unternehmens-Website. Im Gespräch mit der TW erkärt Personalchef Jochen Eckhold, warum Hugo Boss einen Manager für Vielfalt und Einbeziehung braucht.

TextilWirtschaft: Warum haben Sie gerade jetzt die neu geschaffene Stelle eines Head of Diversity&Inclusion ausgeschrieben?
Jochen Eckhold:
Wenn wir auch in Zukunft erfolgreich sein möchten, braucht es das bewusste Einbringen von unterschiedlichen Sichtweisen und von neuen Ideen. Dies schaffen wir nur, wenn sich diese Vielfalt in unserer bestehenden und zukünftigen Mitarbeiterschaft widerspiegelt und wir diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Arbeitsumfeld bieten, in dem sie ihre Persönlichkeit und ihr Talent frei entfalten können.

Was ist Ihnen dabei besonders wichtig?
Dabei ist es mir persönlich besonders wichtig, dass in unseren Rekrutierungs- und Personalentwicklungsinstrumenten absolute Fairness herrscht, keine unbewusste Bevorteilung besteht und die Förderung der besten Ideen, Leistung und Potenziale im Vordergrund steht. Der Tätigkeitsbereich des Head of Global Diversity & Inclusion geht aber auch weit über unsere HR Prozesse hinaus. Er bezieht sich auf konzernweite Themen mit unterschiedlichsten Bereichen und Ansprechpartnern.

Gibt es schon Bewerber?
Das Interesse ist sowohl intern als auch extern sehr groß und der Bewerberpool ist sehr vielfältig.

Welche Ausbildung ist dafür nötig - was muss ein Diversity-Manager mitbringen?
Eine spezifische Ausbildung erwarten wir nicht. Aus meiner Sicht sind vor allem der Mut zum Dialog, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit zuzuhören wichtig, um konkrete Maßnahmen ableiten zu können. Daneben sollte die Person gesellschaftspolitisch informiert und interessiert sein und idealerweise schon in ähnlichem Umfeld in anderen Unternehmen gearbeitet haben.

Wie sieht das Jobprofil genau aus?
Der „Head of Global Diversity & Inclusion“, wird direkt an mich berichten und sich dem Thema Gleichstellung und Vielfalt konzernweit widmen.

Wird der neue Manager vom Headquarter aus arbeiten?
Der Arbeitsplatz kann Metzingen sein, aber auch jeder andere Hugo Boss-Standort weltweit. Neben strategischen Aufgaben, steht vor allem Kollaboration im Vordergrund. Hierzu bilden wir zum Start eine Diversity-Task Force mit interessierten Vertretern aus verschiedenen Abteilungen, mit denen die grundsätzliche Ausrichtung unserer Diversity-Aktivitäten und die nächsten Schritte geplant werden.

Das Thema Diversity & Inclusion ist ja derzeit in aller Munde. Wo sehen Sie in Ihrem Unternehmen hier die größten Herausforderungen?
Wir sind ein globales Unternehmen mit weltweit 14.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und fünf regionalen Hubs von New York bis Schanghai. Entsprechend divers sind die Anforderungen und Bedürfnisse. Unter dieser Voraussetzung Lösungen zu finden, die für alle Mitarbeitergruppen und externen Ansprechpartner zufriedenstellend sind, ist definitiv nicht leicht und ein kontinuierlicher Prozess.

Inwieweit wird die derzeitige Situation den Arbeitsmarkt nachhaltig verändern?
Das ist schwer abschätzbar. Ich denke, dass die aktuelle Situation die Menschen noch stärker sensibilisiert hat, etwa im Hinblick auf ihr Konsumverhalten. Das hat auch Einfluss auf den Anspruch bei der Arbeitgeberwahl: nachhaltiges Handeln und Digitalisierung sind beispielsweise entscheidende Kriterien und Themen, mit denen wir uns schon seit Jahren intensiv auseinandersetzen. Wir sehen uns daher für die Zukunft gut aufgestellt.
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