Was macht eigentlich...Familie Eickhoff?

"Glücklich, dem Zeitkorsett entronnen zu sein"

Privat
Albert Eickhoff und seine Frau Brigitte (rechts) haben vor kurzem in Düsseldorf diamantene Hochzeit gefeiert. Auch auf dem Bild: die ehemalige Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel und Eickhoffs Enkel Alexander.
Albert Eickhoff und seine Frau Brigitte (rechts) haben vor kurzem in Düsseldorf diamantene Hochzeit gefeiert. Auch auf dem Bild: die ehemalige Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel und Eickhoffs Enkel Alexander.

Mode-Legende Albert Eickhoff war in seinen Schaffenszeiten stets eng mit der TextilWirtschaft verbunden. Chefredakteur und Herausgeber Peter Paul Polte besuchte die Familie Eickhoff mit Ehefrau Brigitte, Tochter Susanne und Schwiegersohn Stefan Asbrand-Eickhoff häufig, beobachtete konstant deren Wege und Entscheidungen.

Viele Jahre lang ging es ohne ein ausführliches Interview mit Brigitte und Albert Eickhoff in keine Orderrunde. Die Leser der TW ließen sich oft von den Eickhoff-Ideen und -Inspirationen beeinflussen. 2014 ist diese Ära zuende gegangen. Das Eickhoff-Modehaus wurde geschlossen, die Immobilie an Christian Dior vermietet.

Die TW bleibt allerdings für alle Familienmitglieder Woche für Woche Pflichtlektüre. "Natürlich", sagt Albert Eickhoff, der mittlerweile nicht nur die beiden Enkel Anna und Alexander um sich schart, sondern auch die Urenkel Alexandra Maria Sophia sowie Constantin Eduard Albert. Wir haben Albert Eickhoff gebeten, uns ein wenig über sein Leben heute und von seinen Gedanken zur Luxusbranche zu erzählen:

TextilWirtschaft: Wie geht es Ihnen heute, Herr Eickhoff?
Albert Eickhoff: Der gesamten Familie Eickhoff geht es gut. Aus einer Dreigenerationenfamilie sind mittlerweile vier Generationen geworden.

Wie verbringen Sie Ihre Zeit?
Gerade haben meine Frau und ich im Kreise der Familie mit Patricia Riekel und Bettina Böttinger im Hotel Breidenbacher Hof unsere Diamantene Hochzeit gefeiert. Die Hochzeitsreise werden wir mit Patricia Riekel und unserer Tochter und unserem Schwiegersohn auf der Donau begehen mit den Stationen Wien, Budapest und Bratislava.

Vermissen Sie die Fashion-Branche ein wenig?
Wir sind alle sehr glücklich, dass wir dem Zeitkorsett der Modebranche entronnen sind. Unser geschäftlicher Mittelpunkt ist nach wie vor die Königsallee, wo wir von unserem Office die Immobilien und die Familienholding verwalten. Dadurch, dass wir einen engen Kontakt zu vielen in der Modebranche aufrechterhalten haben, sind wir nach wie vor sehr an der Branche interessiert. Wir sind sehr glücklich, mit Christian Dior den besten Partner für unser Eigentum auf der Königsallee gefunden zu haben.

Eickhoff: King of Kö



Leben Sie noch die Leidenschaft für Mode?
Das Thema hat uns nicht verlassen. Nur betrachten wir sie heute aus einem anderen Blickwinkel. Wir sind entspannt und auch kritischer mit der Beurteilung der Modebranche geworden.

Inwiefern?
Mode ist nach wie vor ein ganz wichtiger Faktor, nicht nur als Umsatzbringer, sondern auch als Identifikationsfaktor. Natürlich haben sich die Mode und das daraus bestehende Kaufverhalten enorm verändert. Dennoch ist das Interesse für Mode ungebrochen. Wir empfinden, dass die junge Generation noch eine viel stärkere Affinität nicht nur zur Mode entwickelt hat, sondern vor allen Dingen zur Mode im Luxussegment.



Wo kaufen Sie ein und lassen sich inspirieren?
Nach wie vor sind wir nicht nur kritische Beobachter der Szene, sondern wir kaufen im In- und Ausland auch gerne und selektiv ein. Es gibt in Deutschland hervorragende Konzepte, die es immer wieder schaffen, die Kunden zu begeistern. So kaufen wir sehr gerne bei Unger in Hamburg online ein. Wir lieben auch sehr das Konzept von Lodenfrey in München, wo wir immer, wenn wir in München sind, fündig werden. In Düsseldorf und auch auf Sylt sind wir von Michael Mayer begeistert, der einen so speziellen und klugen Weg für sich und sein Unternehmen gefunden hat. Erwähnenswert ist aber auch Akris, wo wir nicht nur auf der Königsallee, sondern auch in Wien immer wieder gerne Kunden sind. Ansonsten lieben wir die Kollektionen von Iris von Arnim und auch von Talbot Runhof.

Wie blicken Sie auf den heutigen Luxus-Handel?
Der mittelständische Luxushandel ist heute sehr, sehr hohen Anforderungen ausgesetzt. Es wird immer schwieriger, den Bedingungen der wirklich großen Luxusmarken gerecht zu werden, um als Händler damit Erfolg haben zu können. Auch wenn viele in der Branche meinten, dass wir einen zu frühen Zeitpunkt für den Übergang von Eickhoff an Dior gewählt haben, so ist die gesamte Familie nach wie vor der Meinung, dass dies der richtige Zeitpunkt war.

Welche Zeit war die beste, die aufregendste für Eickhoff auf der Kö?
Wir hatten mit unseren Kunden viele große Events, aber sicherlich zählten zu den Höhepunkten die Einführung von Gianni Versace in Lippstadt mit einem Mega-Fashion-Event, die Eröffnung unseres Hauses Königsallee 30 mit Konrad und Gabriele Henkel, Willy und Sônia Bogner, Iris Berben und Brunello Cucinelli. Ein bedeutendes Ereignis war auch die Bambi-Verleihung in Düsseldorf, unsere Kooperationen mit Walt Disney, Cartier und Familie Scheufele von Chopard. Unvergessen bleiben natürlich auch die hochkarätigen Modeschauen im Hotel Breidenbacher Hof. Unsere Feste in der Langen Fondation oder Deutschen Oper am Rhein waren legendär. Natürlich hat sich die Zeit verändert, aber die Kunden suchen nach wie vor nach Orientierung und sind glücklich und aufnahmebereit, wenn die Marken sie in ihre Stores personalisiert und zu Events einladen.




Was vermissen Sie heute?
Was heute in der Modebranche leider fehlt, ist der aufregende Fashion-Moment, Innovationen und Modeneuheiten. Natürlich werden nach wie vor Milliarden in der Modebranche umgesetzt, aber es geht natürlich vordergründig nicht um moderne und anspruchsvolle Konfektion, sondern um die Bedeutung und Stilisierung von hochpreisigen Accessoires.


Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich intensiv?
Nach wie vor betreuen wir unsere Charity-Projekte auf den Philippinen und im Senegal. Durch die Flutkatastrophe waren Freunde von uns im Bergischen Land stark betroffen. Meine Tochter und mein Schwiegersohn waren im Einsatz und haben aktiv mitgeholfen, das Haus unserer Freunde vom Wasser und Schlamm zu befreien und Hausrat zu retten. Solche Ereignisse erden einen.

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