Was macht eigentlich ...Manfred Kronen?

"Messen in Frankfurt? Für mich ist das Äppelwoi-Couture."

Privat
Manfred Kronen in seinem Garten in Düsseldorf
Manfred Kronen in seinem Garten in Düsseldorf

Seine Igedo war weltweit ein Begriff. Die größte Modemesse Europas wurde in Düsseldorf Realität. Im Jahr 1965 übernahm Manfred Kronen das Messeunternehmen seines Vaters und baute es geschickt aus. Immer in engem Dialog mit der Branche.

Im Januar 2005 schrieb er einen Abschiedsbrief an Kunden, Partner und Presse. Darin stand: "Das Wichtigste waren die Menschen, die ich getroffen habe. Einige lasse ich doch im schwierigen Kampf mit der Mode und den Märkten zurück." Damals freute er sich, mehr Freiheit mit seiner Frau Anna zu genießen. Wir haben ihn in Deauville erreicht.

TextilWirtschaft: Wie haben Sie den Vorsatz umgesetzt?
Manfred Kronen: Bestens. Mir geht es sehr gut. Es gibt ein paar kleine Zipperlein. Doch ich bin immer noch viel unterwegs. Gerade treffen Sie mich in Deauville an. Ich gehe jeden Tag auf den Markt und sitze jetzt im Café Le pur sang. Das bedeutet Vollblut. Hier ist gerade viel los, weil die Rennsaison stattfindet. Ich habe einige Freunde, die Pferde besitzen. Wir genießen ganz besondere Events in dieser Zeit.

Sind Sie auch noch in Düsseldorf zu Hause?
Ja, ich pendele mit meiner Frau zwischen dem Rheinland, Wien und unserem Haus, das zehn Kilometer von Deauville entfernt ist. Überall treffen wir viele Freunde. In Düsseldorf-Oberkassel gehe ich morgens ins Café Muggel. Leider ist der eine oder andere Freund gesundheitlich nicht mehr fit. Aber einige sehe ich regelmäßig. Ich bin überall glücklich, Hauptsache meine Frau ist dabei.

Sind Sie auch noch mit Menschen aus der Branche verbunden?
Unbedingt. Ich lese auch noch jede Woche die TW. Ich lasse sie mir hierherschicken. Zuletzt fand ich die Artikel über Kaufhof und KaDeWe sehr aufschlussreich. Meine Aufgabe war es über die Igedo-Jahre hinweg, zwischen Industrie und Handel zu vermitteln. Aber 2005 habe ich die bevorstehende Entwicklung vorausgeahnt und mein Business abgegeben. Da habe ich Glück gehabt.

Manfred Kronen: Stationen des Messemachers



Sie haben damals doch noch Großes vorgehabt?
Ja, ich hatte bereits viel Geld investiert in eine Modenschau, die in einem gläsernen Zelt über dem Kö-Graben stattfinden sollte. Ich hatte eine sehr spezielle Zielgruppe im Blick. Das wäre der Hit geworden. Die Stadt hat das damals nicht genehmigt, und ich bin gegangen. Das Thema Mode ist nach Berlin abgewandert. Und ich muss sagen: Karl-Heinz Müller hat dort einen super Job mit bestem Marketing gemacht. Fantastisch.

Hat sie das gewurmt?
Nein, wirklich nicht. Mein Leben war anstrengend. Jeden Tag zehn bis zwölf Stunden Arbeit. Denken Sie an unsere Auslandsmessen in Shanghai, Peking, London, Dallas und Moskau!

Was sagen Sie zu den Frankfurter Messeplänen?
Das ist für mich Äppelwoi-Couture. Ich bin da etwas skeptisch, ob die Stadt das richtige Image hat. Aber vielleicht ist auch das Verlangen wieder groß, sich zu treffen. Das ist die Hauptsache bei einer Messe.

Wie genießen Sie heute Ihren Ruhestand?
Ich bin eher im Unruhestand, arbeite im Immobiliengeschäft. Das ist gerade nicht einfach, aber ich habe entscheidende Kontakte. Das hilft.

Gibt es Hobbys, denen Sie nachgehen?
Ich spiele definitiv nicht Golf. Ich halte es eher mit Winston Churchill: No Sports. Hier in Frankreich haben wir ein großes Gelände mit 40 Hektar. Da gibt es immer etwas zu tun.

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