Prominente TW-Leserin: Angelika Schindler-Obenhaus

"Ich bin jemand, der noch Seiten herausreißt"

Gerry Weber
Die TW liest Gerry Weber-Chefin Angelika Schindler-Obenhaus nur in Papierform.
Die TW liest Gerry Weber-Chefin Angelika Schindler-Obenhaus nur in Papierform.

Die Qualität ihrer Leserschaft macht die Stärke einer Zeitung aus, sagt man. Deshalb stellen wir Ihnen an dieser Stelle regelmäßig eine Leserin oder einen Leser persönlich vor. Heute: Angelika Schindler-Obenhaus, CEO von Gerry Weber.

TextiWirtschaft: Frau Schindler-Obenhaus, bitte antworten Sie zunächst nur in einem Wort oder Satz. TW oder Vogue?
Angelika Schindler-Obenhaus: TW.

Print oder digital?
Print.

Business oder Fashion?
Business, leider, lieber natürlich Fashion.

Analyse oder Kommentar?

Analyse.

Reportage oder Interview?
Reportage.

Lang und ausführlich oder kurz und knapp?
Kurz und knapp.

Viele Bilder oder viele Wörter?
Viele Wörter, weil ich dann vieles unterstreichen und weiterleiten kann.

Bunt oder schwarz/weiß?
Bunt.

Katze oder Hund?
Katze.

Ihre Katze liest manchmal mit, oder? Jetzt können Sie auch gerne ausführlicher antworten.
Ja, meine Katze kuschelt sich beim Lesen gerne ein - auch wenn ich TW lese. Aber nur, wenn ich das Magazin im Printformat lese. Mein Smartphone und wenn ich darauf herumtippe, mag sie gar nicht.


Wann macht TW-Lesen Spaß?
Wenn die TW mich hinter die Kulissen blicken lässt. Wenn Menschen im Mittelpunkt stehen und das, was sie bewegt. Wenn ihre Visionen gezeigt werden. Wir sind ja ein People-Business. Ich will erfahren, was die Menschen antreibt.

Und wann ist es nur reine Arbeit?
Die TW gehört ja immer zu meiner Arbeit. Ich bin jemand, der noch Seiten herausreißt, wild unterstreicht und die Artikel dann montags auf den Scanner legt und Kollegen schickt, die unbedigt wissen sollten, was drin steht. Zuletzt bei der Sustainability-Ausgabe. Das Thema Nachhaltigkeit muss fester Bestandteil in der TW sein. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man in der TW auch mal Forschungsergebnisse präsentiert. Ich bin auch ein Fan von monothematischen Themenseiten.

Was lesen Sie sonst noch?
Morgens die FAZ und die Glocke - unser Regionalblatt, sonntags die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Brand eins, Vogue, Bazaar, Madame, Elle, auch Donna und Myself finde ich extrem gut.

Und zu welchem Magazin greifen Sie privat?
Zu einer Zeitschrift zum Thema Garten oder Wohnen.

Wenn Sie über sich selbst einen kritischen Artikel lesen, darf der auch in der TW oder nur im Manager Magazin stehen?
Nur im Manager Magazin.

Was würden Sie jemanden entgegnen, der sagt: „TextilWirtschaft, nie gehört.“?
Der kann nicht aus dieser Branche sein. Selbst mein Mann liest die TW und der hat beruflich mit Moutainbikes zu tun. Die TW ist DIE Zeitung, ich lese sie seit den 90er-Jahren - und hatte bis letztes Jahr, als ich zu Gerry Weber wechselte, sogar ein privates Abo nur für mich allein. Bei Gerry Weber habe ich die TW jetzt aber auch jeden Donnerstag auf dem Schreibtisch liegen.


Wenn Sie einen Tag lang TW-Chefredakteurin wären, was würde sie machen?
Ich weiß gar nicht so genau, was ein Chefredakteur macht. Ich würde auf jeden Fall mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sprechen und mir alles anhören.

Und wer käme bei Ihnen auf den Titel?
Phoebe Philo. Ich würde wahnsinnig gern mehr über ihre neue Kollektion erfahren.

Sie haben gerade ein Führungsseminar bei einem Dirigenten gemacht, das ist recht ungewöhnlich. Würden zur TW auch mehr Themen fernab des gewohnten Pfades gut passen?
Auf jeden Fall! Es ist immer bereichernd, Neues und Ungewöhnliches zu erfahren. Ich musste bei dem Seminar etwa selbst dirigieren - denn ein Orchester benötigt Führung, damit alles gut klappt. Das hat sogar ganz gut funktioniert. Aber ich musste auch einen Schlusspunkt setzen, der kam aber offenbar nicht so gut bei den Musikern an: Sie haben einfach weitergespielt.

Welche Glückwünsche möchten Sie der TW zum Jubiläum übermitteln?
Herzlichen Glückwunsch! Es ist der Wahnsinn, in der Qualität das führende Medium in der Branche zu werden und vor allem zu bleiben. Bleib weiter auf der Höhe der Zeit!
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