Überlebenskampf

Galeria setzt auch Zahlungen an Vermieter und Lieferanten aus

Linus Lintner
Die Galeria Kaufhof-Filiale in der Bonner Remigiusstraße.
Die Galeria Kaufhof-Filiale in der Bonner Remigiusstraße.

Galeria Karstadt Kaufhof muss die nächsten Register ziehen: Jetzt setzt das finanziell angeschlagene Warenhausunternehmen auch Zahlungen an Vermieter und Lieferanten aus. Und die letzten der rund 28.000 Mitarbeiter gehen in Kurzarbeit. Bei den Verhandlungen um Staatshilfe ist unterdessen weiterhin kein Durchbruch absehbar.

Galeria habe keine andere Wahl, als die Mietzahlungen auszusetzen, schreibt das Unternehmen im Brief an die Vermieter. 80 Mio. Euro Einnahmen fehlten Galeria nach eigenen Angaben wegen des staatlich verordneten Shutdown jede Woche, hatte die TextilWirtschaft schon vor einigen Tagen berichtet.

Während der Mieten-Stopp angesichts der Corona-Krise in der Branche inzwischen fast schon üblich ist, tritt der Essener Konzern noch stärker auf die Bremse: Er behält sich eine Rückzahlungsforderung für die Hälfte der für den Monat März bereits erfolgten Zahlungen vor. Galeria betreibt das Geschäft teils in Immobilien des Eigentümers Signa, teils in Mietobjekten anderer Eigentümer.

Wie die Vermieter trifft es die Lieferanten: Auch sie bekommen zumindest innerhalb der nächsten zwei Wochen wegen der angespannten Lage kein Geld mehr. Das betrifft, glaubt man Informationen aus der Branche, sowohl Wholesale- als auch Depotpartner.

Die kurzfristige Lösung könnte jetzt nur die Staatshilfe sein. Doch bei diesen Gesprächen geht es offenbar nicht recht voran. Zwar soll Eigentümer Signa angeboten haben, selber 200 Mio. Euro zur Rettung beizutragen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Politik eine Unterstützung aus öffentlichen Mitteln im Umfang von 700 bis 800 Mio. Euro garantiere.

Diese Garantie steht jedoch weiterhin aus.
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