Übernahmen des Jahres

Big Deals 2021

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Wer kaufte wen? Auch 2021 gab es eine Reihe von Unternehmen, die den Besitzer gewechselt haben. Die größten Übernahmen haben wir in chronologischer Reihenfolge zusammengestellt.

Sør

Van Laack ist einer der größten Lieferanten von Sør - und jetzt auch der Besitzer.
Sør
Van Laack ist einer der größten Lieferanten von Sør - und jetzt auch der Besitzer.
Gleich zu Beginn des neuen Jahres bekam Sør einen neuen Inhaber. Van Laack kaufte die Anteile der zuletzt insolventen Sør Rusche GmbH. Der Hemden- und Blusenanbieter, der zu den wichtigsten Lieferanten des Multibrand-Filialisten zählte, übernahm im Rahmen eines Asset-Deals 24 Filialen sowie den Online-Shop. Einen neuen Geschäftsführer brachte der Hemden- und Blusenanbieter auch gleich mit: Oliver Lübbenjans verantwortete bis dahin den Eton-Vertrieb in Europa. Einer der ersten Schritte war ein neues Ladenkonzept und die Renovierung der Stores. Inzwischen sind rund 80% der Geschäfte umgestaltet.

Birkenstock

Mit dem frischen Geld soll auch in die deutschen Birkenstock- Standorte und den Ausbau von Produktion, Logistik sowie Vertrieb investiert werden.
Birkenstock Group
Mit dem frischen Geld soll auch in die deutschen Birkenstock- Standorte und den Ausbau von Produktion, Logistik sowie Vertrieb investiert werden.
Gesucht wurde ein Partner mit einer strategischen und langfristigen Vision. Gefunden hat ihn Birkenstock in den Investoren L Catterton und Financière Agache. Der Deal kam zu einem Zeitpunkt, zu dem es dem deutschen Schuhunternehmen eigenen Angaben zufolge wirtschaftlich so gut ging wie nie zuvor in seiner bisherigen, rund 250-jährigen Geschichte. Mit dem frischen Geld soll u.a. in die deutschen Standorte und den Ausbau von Produktion, Logistik und Vertrieb investiert werden - auch um die führende Marktposition in Europa und Amerika zu stärken. Eine Rolle spielt auch die Weiterentwicklung des Direct-to-Consumer-Geschäfts.

END Clothing

Finanzinvestor Carlyle schlug im März beim Londoner Online-Händler END Clothing zu.
End Clothing
Finanzinvestor Carlyle schlug im März beim Londoner Online-Händler END Clothing zu.
Der britische Luxus-Händler END Clothing, der neben Kith, Dover Street Market und Ssense zu den innovativen Retailern zählt, weckte das Interesse eines Private Equity Fonds. Der Finanzinvestor Carlyle Group stieg im März ein und kaufte die Anteile der Gründer Christiaan Ashworth und John Parker. END Clothing ist im Luxusgenre und bei Streetwear ein bedeutender Name mit Marken wie Adidas, Balenciaga, Off-White und Gucci.

Mammut

Telemos Capital soll Mammut vor allem helfen, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.
Mammut
Telemos Capital soll Mammut vor allem helfen, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.
Und noch ein Finanzinvestor: Telemos Capital schnappte sich den Bergsportspezialisten Mammut, der zum Schweizer Mischkonzern Conzzeta gehörte. Telemos soll Mammut helfen, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln - vorallem beim Produkt, den (digitalen) Kanälen und beim Wachstum in neuen Regionen. Der bisherige CEO Oliver Papst zog sich im September von der Unternehmensspitze zurück und wechselte als Senior Adviser in den Verwaltungsrat.

Hallhuber

Hallhuber hatte schon einige Besitzer - nun gehört der DOB-Filialist dem Management.
Sutterstock
Hallhuber hatte schon einige Besitzer - nun gehört der DOB-Filialist dem Management.
Es war ein langes Ringen um das Finanzierungskonzept. Am Ende stand bei Hallhuber ein Management Buy-Out: CEO Rouven Angermann und CFO Torsten Eisenkolb übernahmen im Mai den DOB-Filialisten. Damals befand sich das Unternehmen noch in der Insolvenz in Eigenverwaltung. Der Finanzinvestor Robus Capital, der Hallhuber 2019 von Gerry Weber übernommen hatte, blieb als Finanzierer ebenso an Bord wie Credit Solution Partner (CSB). Während der Insolvenz wurde das Unternehmen bereits radikal saniert, 400 Stellen wurden gekappt, Läden und Flächen im großen Stil geschlossen.

Magasin du Nord

Durch Magasin du Nord, hier das Flagship in Kopenhagens Kongens Nytorv, schaffte P&C Düsseldorf den Sprung nach Skandinavien.
Durch Magasin du Nord, hier das Flagship in Kopenhagens Kongens Nytorv, schaffte P&C Düsseldorf den Sprung nach Skandinavien.
Ebenfalls im Mai kaufte P&C Düsseldorf Magasin du Nord mit sieben Stores. Der dänische Retailer galt als Kronjuwel im Portfolio der insolventen britschen Department Store-Gruppe Debenhams. P&C gelang damit der erste Schritt nach Skandinavien. Magasin du Nord bleibt auch nach der Übernahme ein eigenständiges Unternehmen.

Konen

Durch den Kauf von Konen hat Breuninger nun auch einen Standort in München.
imago/passion2press
Durch den Kauf von Konen hat Breuninger nun auch einen Standort in München.
Der Münchner Händler Konen bekam im Mai ebenfalls einen neuen Besitzer. Breuninger kaufte das Unternehmen mit zwei Häusern, eines in München und eines in Luxemburg. Breuninger gelingt damit der Sprung in die bayerische Landeshauptstadt, ein Standort, der schon lange auf der Wunschliste der Schwaben stand. Im Zuge der Integration in die Breuninger-Gruppe bekam Konen auch eine neue Führung: Das Ruder übernahm eine Doppelspitze, bestehend aus René Weise, zuletzt Verkaufsleiter bei Konen und Bram, und Alexander Entov, zuvor Geschäftsführer bei Breuninger in Freiburg.

Adler

Adler gehört nun der Berliner Zeitfracht-Gruppe.
Imago / Beautiful Sports
Adler gehört nun der Berliner Zeitfracht-Gruppe.
Im Juli kam die damals insolvente Adler Mödemärkte AG unter das Dach der Berliner Zeitfracht Logistik Holding GmbH. Die Übernahme stand noch unter Vorbehalt, seit September ist die Zeitfracht-Gruppe Alleingesellschafterin. Das Insolvenzverfahren beendete der Modefilalist nach nur zwei Monaten im August. Im gleichen Monat erfolgte auch das Delisting von der Börse. Von den ehemals drei Adler-Vorständen Thomas Freude (CEO), Carmine Petraglia (COO) und Karsten Odemann (CFO) ist nur noch Odemann im Amt. Er führt inzwischen das Unternehmen gemeinsam mit Frank Beeck, der die Bereiche Sales und Marketing verantwortet.

Copenhagen Studios

Das Footwear- und Accessoires Label Copenhagen Studios ist nun Teil der S. Oliver Group - bleibt aber eigenständig.
Copenhagen Studios
Das Footwear- und Accessoires Label Copenhagen Studios ist nun Teil der S. Oliver Group - bleibt aber eigenständig.
Die Brüder Johannes und Julian Rellecke sind Wiederholungstäter. Mit ihrer Marke Liebeskind Berlin waren sie vor Jahren unter das Dach der S. Oliver Group geschlüpft, im Juli wurde nun auch ihr Label Copenhagen Studios Teil der Rottendorfer Gruppe. S. Oliver ist Mehrheitsgesellschafter. Der Schritt sei sinnvoll, um das Wachstum zu stemmen und die Internationalisierung des Footwear- und Accessoires-Labels voranzutreiben, hieß es. Anders als bei Liebeskind bleibt Copenhagen Studios eigenständig und behält seinenSitz in Münster.

Reebok

Die Authentic Brands Group (ABG) übernahm Reebok für rund 2,1 Mrd. Euro von Adidas.
Reebok
Die Authentic Brands Group (ABG) übernahm Reebok für rund 2,1 Mrd. Euro von Adidas.
Adidas war mit der Tochter Reebok nie richtig glücklich geworden. Im August wurde nun ein Käufer gefunden: Die amerikanische Authentic Brands Group (ABG) übernahm für rund 2,1 Mrd. Euro. Es war der bislang größte Deal von ABG, in dessen Portfolio Reebok als Kronjuwel gilt. Die Marke solle weiterhin eine der ersten Adresse für Sport- und Freizeitartikel sein, ihre globale Präsenz im Einzelhandel, Großhandel und E-Commerce stark ausgebaut werden.

Jimmy Jazz

Snipes bekommt durch die Aquisition von Jimmy Jazz deutlich mehr Läden in den USA.
Imago / Arnulf Hettrich
Snipes bekommt durch die Aquisition von Jimmy Jazz deutlich mehr Läden in den USA.
Der Kölner Sneaker- und Streetwear-Spezialist Snipes hat seine Präsenz in den USA auf einen Schlag deutlich ausgebaut: Das Unternehmen schnappte sich den US-amerikanischen Mitbewerber Jimmy Jazz. Der Sneaker- und Streetwear-Filialist wurde vor über 30 Jahren gegründet, das Sortiment setzt sich aus Labels wie Nike, Jordan, Adidas, Puma und Polo zusammen. Das Store-Netzwerk von Snipes umfasste bislang in Europa und den USA über 450 Filialen, künftig werden es mehr als 600 sein.

Selfridges

Die Selfridges-Gruppe, hier der Department Store in der Londoner Oxford Street, gehört nun zu gleichen Teilen Signa und Central.
Selfridges
Die Selfridges-Gruppe, hier der Department Store in der Londoner Oxford Street, gehört nun zu gleichen Teilen Signa und Central.
Eine der führenden Luxus-Warenhaus-Gruppen der Welt werden, das haben sich Signa und Central vorgenommen - an Weihnachten übernahmen sie Selfridges. Die Eigentümer der KaDeWe Group, von Rinascente in Italien, Illum in Dänemark und Globus in der Schweiz bekommen dadurch auf einen Schlag 18 Häuser, darunter Selfridges in London (Oxford Street), Manchester und Birmingham, de Bijenkorf in den Niederlanden und Brown Thomas Arnotts in Irland. Zusätzlich deren E-Commerce-Plattformen und die Immobilien der britischen Kette. Die Central Group, ein traditionsreiches Familienunternehmen aus Thailand, und Signa, das von Rene Benko gegründete Immobilien- und Handelsunternehmen aus Österreich, zu dem auch die Essener Warenhausgruppe Galeria gehört, übernehmen von der kanadischen Unternehmerfamilie Weston je 50%.

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