Ukraine-Hilfen

Tipps für spendende Unternehmen

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Viele Unternehmen spenden aktuell für die Menschen in der Ukraine.
Viele Unternehmen spenden aktuell für die Menschen in der Ukraine.

Viele Modeunternehmen wollen den Menschen in der Ukraine und den Flüchtenden helfen. Sie spenden Geld, Lebensmittel, Wasser und Hygieneartikel und befördern sie teilweise selbst in die Grenzregionen. Was man dabei beachten sollte, erklärt Adam Widera, Experte für Humanitäre Logistik.

Etwa 50 bis 80 Prozent der gesammelten Spenden von Hilfsorganisationen wurden laut Bundesvereinigung Logistik (BVL) in der Vergangenheit bei Katastrophen für die Logistik ausgegeben. Die BVL hat sich daher in Arbeitskreisen zur humanitären Logistik mit der effizienten Verteilung von Hilfsgütern beschäftigt. Adam Widera war einer der teilnehmenden Experten. Er leitet außerdem das ERCIS-Kompetenz-Center für Krisenmanagement an der Uni Münster und hat Informationen zum Thema Firmenspenden zusammengestellt.

Widera rät zu koordiniertem Vorgehen bei der Unterstützung der betroffenen Menschen in und um die Ukraine. Ein Grundsatz laute: Geldspenden vor Sachspenden. "Die anerkannten Hilfsorganisationen wissen am besten, welche Güter gebraucht werden", sagt er.

Denn das ändere sich laufend. Firmen, die Waren in großem Umfang spenden möchten, rät er, sich mit den eingebundenen Behörden und Hilfsorganisationen abzustimmen, zum Beispiel dem Bündnis der Hilfsorganisationen "Aktion Deutschland Hilft" oder dem "Cluster-Ansatz" der Vereinten Nationen.

Die UN veröffentlicht täglich ein aggregiertes Bild der aktuellen Lage und der erfassten Bedarfe. Für Lebensmittelspenden sei insbesondere der "Food Security und Livelihoods Cluster" relevant, für die Konsumgüterbranche auch "Camp Coordination and Campo Management" sowie "Shelter/Non-Food Items".

Falls die Spender den Transport selbst organisieren wollen, wovon er abrät, dann sollten aus Sicherheitsgründen die Grenzregionen der Ukraine angefahren werden. Hierbei seien unbedingt bereits vorher die jeweiligen Zollregelungen zu berücksichtigen, damit die Flaschenhälse an den Grenzstationen nicht für nachfolgende Transporte verstopft würden.

Die polnische Regierung und das UN Logistics Cluster bieten auf ihren Internetseiten Informationen zu den verschiedenen Grenzübertritten, ebenso die ukrainischen Behörden. Eine Übersicht der aktuell gültigen Regelungen und Bedarfe findet sich unter anderem auf: IMPACCT/Virtual OSOCC.

Für die Flüchtlingshilfe hat die polnische Regierung eine Plattform, auch in englischer Sprache, bereitgestellt, auf der Angebote eingestellt werden können.

Dieser Text erschien zuerst auf www.lebensmittelzeitung.net.

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