Um nach Corona-Krise Geschäftsfähigkeit zu erhalten

Debenhams will erneut Insolvenz anmelden

imago images / PA Images
Debenhams meldet Insolvenz an, um sich vor den Gläubigern zu schützen.
Debenhams meldet Insolvenz an, um sich vor den Gläubigern zu schützen.

Die Londoner Kaufhauskette Debenhams gehört seit einer mit den Gläubigern abgestimmten Insolvenz (Pre-Pack-Administration) im April vergangenen Jahres hauptsächlich Banken und Gläubigern. Nun will sie zum zweiten Mal ein Insolvenzverfahren anmelden, teilt das Unternehmen mit.

Debenhams habe die Absichtserklärung zur Ernennung eines Verwalters im Rahmen einer sogenannten Administration eingereicht, heißt es in einer Mitteilung. Bei diesem Insolvenzplanverfahren handelt es sich um ein gerichtliches Verfahren, bei dem der Administrator ein Justizbeamter ist und das Gericht um Anweisungen ersuchen kann. Die Maßnahmen des Administrators unterliegen der Prüfung durch das Gericht. Gläubiger können sich an das Gericht wenden, wenn sie Kritik an den Handlungen des Administrators haben, weil sie beispielsweise aus ihrer Sicht eine ungerechtfertigte Benachteiligung der Gläubiger darstellen.

Nach eigenen Angaben will sich Debenhams auf diesem Weg kurzfristig vor Gläubigern schützen und sicherstellen, dass nach dem Lockdown die Geschäfte fortgeführt werden können. "Dieser Schritt wird Debenhams vor der Androhung rechtlicher Schritte schützen, die das Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit treiben könnten", heißt es in einer Mitteilung.

Derzeit sind Unternehmensangaben zufolge 142 der britischen Filialen wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Damit diese nach dem Lockdown wieder öffnen können, sei die Einreichung des Insolvenzplanverfahrens notwendig. Derzeit bereite sich Debenhams darauf vor, eine "Light Touch"-Administration durchzuführen. Dabei steht das bestehende Management unter der direkten Kontrolle und Aufsicht des Verwalters.

Debenhams zufolge wird die Mehrheit der Mitarbeiter in Großbritannien derzeit im Rahmen des Beurlaubungsprogramms der Regierung bezahlt. Zahlungen an Lieferanten, die während der Insolvenz weiterhin Produkte liefern, sollen demnach nicht von den Veränderungen betroffen sein und weiterhin gemäß der Vereinbarungen bezahlt werden. Der Onlineshop in UK, Irland und Dänemark werde weiterhin betrieben.

Die Gruppe hat Geoff Rowley und Alastair Massey von der Firma FRP Advisory zu den Verwaltern ernannt, sollte es zum Insolvenzplanverfahren kommen.
stats