Umfrage der Staatsbank KfW

Mittelstand: Zwei Drittel der Händler leiden unter Corona

imago images / Nikita
So sahen die Innenstädte während der Corona-Krise wochenlang aus.
So sahen die Innenstädte während der Corona-Krise wochenlang aus.

Die Corona-Krise trifft den mittelständischen Handel mit voller Wucht. Wie die Staatsbank KfW in einer repräsentativen Umfrage ermittelte, haben die Corona-Eindämmungsmaßnahmen im März bei 69% der hiesigen Mittelständler im Handel zu Umsatzeinbußen geführt. Im Durchschnitt ging den Unternehmen mehr als die Hälfte (54%) der Erlöse verloren, die sie üblicherweise im März erwirtschaften. Das entspricht etwa 69.200 Euro je Unternehmen.

Noch stärker war der Umsatzrückgang nur im verarbeitenden Gewerbe. Dort reduzierten sich die Erlöse im Schnitt um 118.500 Euro. Am wenigsten betroffen waren sogenannte wissensintensive Dienstleistungen (18.100 Euro) und Bauunternehmen (19.000 Euro).


Über alle Branchen hinweg lag der Durchschnittswert bei 38.800 Euro. Damit büßt der deutsche Mittelstand unterm Strich 75 Mrd. Euro oder 2% seiner Jahresumsätze ein.

KfW
Bleiben die Umsatzeinbrüche weiterhin auf ähnlichem Niveau, dann reichten die eigenen Liquiditätsreserven bei der Hälfte der Unternehmen noch bis Ende Mai, heißt es in der KfW-Analyse. Diese zeigt zudem auf, dass kleinere Unternehmen etwas häufiger von Umsatzrückgängen im März betroffen waren (58%) als größere Mittelständler mit mehr als zehn Beschäftigten (52%).

Und: Die Umsatzeinbrüche belasten die Liquidität der Firmen deutlich. 44% berichten von einer Reduktion ihrer Liquiditätsreserven aufgrund der Folgen der Corona-Krise. Für sämtliche Größenklassen und Branchen im Mittelstand zeigt sich: Sofern die gegenwärtige Situation anhält bzw. sich nicht verbessert (gerechnet ab 1. April 2020), verfügt ungefähr die Hälfte aller Unternehmen über Liquiditätsreserven, die bis maximal zwei Monate ausreichen. Danach droht die Einstellung bzw. Aufgabe der Geschäftstätigkeit. Bei 4% der Unternehmen reichen die liquiden Mittel nur ein bis zwei Wochen, bei weiteren 14% bis zu einem Monat.

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