Umstellung der Produktion

Fosun und Wolford starten Corona-Initiative

Wolford
Wolford beteiligt sich an den Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 und hat die Produktion in Österreich sowie in der Slowakei auf Gesichtsmasken umgestellt.
Wolford beteiligt sich an den Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 und hat die Produktion in Österreich sowie in der Slowakei auf Gesichtsmasken umgestellt.

Immer mehr Textilunternehmen beginnen mit der Fertigung von Schutzmasken. Nun hat auch Wolford seine Produktion umgestellt, ein Teil der Masken wird im eigenen Online-Shop angeboten. Zusätzlich koordinieren die Bregenzer eine vom chinesischen Mehrheitseigner Fosun ins Leben gerufene Initiative. 

Wolford ergreift Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Der österreichische Anbieter von Body- und Legwear hat die gesamte Produktion am Sitz in Bregenz sowie in der Näherei in Slowenien auf Gesichtsmasken umgestellt. Diese sollen größtenteils an die eigenen Mitarbeiter in Risikogebieten wie Italien und Österreich verteilt werden. Zudem ist eine limitierte Auflage der Maske zu einem VK von 20 Euro im Online-Shop von Wolford erhältlich, aktuell allerdings ausverkauft. Der damit erzielte Umsatz soll nach Abzug der anfallenden Produktionskosten an medizinische Einrichtungen gespendet werden.


Fast die gesamte Belegschaft an den Produktionsstandorten ist an der Arbeit an  den Masken beteiligt. Künftig sollen 5000 Stück pro Tag gefertigt werden. Die Masken bestehen laut den Bregenzern aus doppellagigem Material, sind wasserdicht und waschbar, dementsprechend mehrfach verwendbar. Neben der Umstellung der eigenen Produktion beteiligt sich Wolford zudem mit der Bereitstellung von Materialien und Maschienen an der von Textilunternehmen aus dem österreichischen Bundesland Vorarlberg initiierten Taskforce zur Herstellung von Masken, die sich für die medizinische Verwendung eignen. Beteiligt sind unter anderem auch Hämmerle Stickereien, Grabher Group und Getzner Textil.
Mundschutzpflicht in Österreich
Die von der österreichischen Regierung beschlossene Mundschutz-Pflicht in österreichischen Supermärkten sollte eigentlich bereits an diesem Mittwoch (1. April) in Kraft treten. Mit der neuen Regelung darf niemand mehr zum Einkaufen gehen, ohne Mund und Nase hinter einem Schutz zu verbergen. Supermärkte sollten den Mundschutz am Eingang bereit stellen. Die Regelung wird Medienberichten zufolge bereits teilweise umgesetzt, ist nun aber erst ab kommenden Montag (6. April) Pflicht, da bislang nicht ausreichend Masken bereitgestellt werden konnten.
Wolfords chinesischer Mehrheitseigentümer Fosun spendet unterdessen im Rahmen seiner Initiative „Global Anti-Virus Relief Scheme“ medizinische Hilfsmittel an Gesundheitsinstitute in Ländern wie Japan, Frankreich Großbritannien sowie Österreich. Zuletzt wurden 25.000 medizinische Schutzkleidung an drei Mailänder Krankenhäuser geliefert. Die Koordination übernimmt Wolford.

Wolford hat die Corona-Krise hart getroffen. So gingen die Erlöse im italienischen Markt bereits Anfang März um 50% und in der DACH-Region um 30% zurück. Daher korrigierte das Unternehmen seine Prognosen und rechnet für 2020/21 nicht mehr mit einem positiven operativen Ergebnis.


Aktuell beginnen immer mehr Modeunternehmen mit der Fertigung von Schutzbekleidung und Masken, darunter etwa Mey, Eterna, Triumph und Trigema, außerdem Luxushäuser wie Burberry und Prada. AUch H&M arbeitet derzeit daran, seine Lieferketten auf die Herstellung von Schutzbekleidung auszurichten. Um Unternehmen bei der Umstellung ihrer Produktion zu unterstützen, stellten die europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC nun eine Reihe von europäischen Normen für Medizinprodukte und persönliche Schutzausrüstung kostenlos bereit.

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