Unter Druck

Galeria Karstadt Kaufhof: Sind die Gehälter sicher?

Die Corona-Krise setzt auch Galeria Karstadt Kaufhof zu: Vor wenigen Tagen schon hatte der Gesamtbetriebsrat in einem Brief unter anderem an Kanzlerin Angela Merkel sehr deutlich darauf hingewiesen, dass das Unternehmen von den wirtschaftlichen Corona-Folgen „massiv wirtschaftlich, ja sogar möglicherweise existentiell betroffen“ sei. Inzwischen scheint sogar unklar, ob der Warenhauskonzern ohne Unterstützung die März-Gehälter für die rund 30.000 Mitarbeiter wird zahlen können.

So stellt sich die Situation nach Information der TextilWirtschaft in Kreisen dar, die mit dem Thema vertraut sind. Eine entsprechende TW-Anfrage vom Mittwoch an Galeria Karstadt Kaufhof und den Eigentümer Signa wurde bisher nicht beantwortet. Der Warenhauskonzern hatte vor wenigen Wochen mit der Gewerkschaft Verdi einen Tarifvertrag abgeschlossen. Die Mitarbeiter bekommen danach weniger Geld, als ihnen nach dem Flächentarifvertrag zustehen würde.


Im Brief an die Kanzlerin und mehrere Minister sowie Fraktionen hatten der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl und sein Stellvertreter Peter Zysik unter anderem darum gebeten, „der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH schnellstens“ einige Unterstützungsmaßnahmen zukommen zu lassen. Dazu gehörten explizit „Direktzahlungen ohne bürokratischen Aufwand und unkompliziert bis zum 23. März 2020 zur Sicherstellung der Gehaltszahlungen an die Beschäftigten“.



Auch KfW-Bürgschaften „ohne Eigenbeteiligung und ohne Risiko-Partnerschaft der privaten Banken“ wurden in dem Papier durch die Mitarbeitervertreter verlangt.

Neben diesem Vorstoß per Brief soll inzwischen auch die Arbeitgeberseite bei der Politik in Berlin mit dem Ziel finanzieller Unterstützung angeklopft haben. Das erfuhr die TW aus mehreren Quellen. Auch dazu gab es auf Anfrage bisher keine Antwort. Ob der Eigentümer in der aktuellen Situation eine Finanzspritze für Galeria Karstadt Kaufhof plane, um die Liquidität zu sichern, wurde ebenfalls nicht beantwortet.

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