US-Denim-Label beantragt Verfahren nach Chapter 11

True Religion stellt erneut Insolvenzantrag

Das amerikanische Denim-Label True Religion musste am Montag bereits zum zweiten Mal in drei Jahren Insolvenz beantragen. Grund dafür ist vor allem die Corona-Krise und die dadurch bedingte Schließung der stationären Läden. Die deutsche GmbH ist davon allerdings nicht betroffen.

Der Antrag wurde nach Chapter 11 der amerikanischen Gesetzgebung beim Gericht in Delaware gestellt. Dieser schützt das Unternehmen zunächst vor den Forderungen der Gläubiger und bietet ihm damit die Möglichkeit, sich bei laufendem Geschäftsbetrieb zu reorganisieren. So will man sicherstellen, dass die Geschäfte auch nach der Wiedereröffnung der Läden fortgeführt werden können.


Das in Kalifornien ansässige Denim-Label erklärt im Insolvenzantrag: „Angesichts der finanziellen Situation hat das Board verschiedene Lösungsmöglichkeiten untersucht, diskutiert und in Betracht gezogen. In Absprache mit den Beratern und dem Restrukturierungs-Komitee hat es sich – auch, um den Wert für die Stakeholder aufrechtzuerhalten und im Interesse des Unternehmens, seiner Gläubiger, Mitarbeiter und interessierten Parteien – dazu entschlossen, Schutz im Chapter 11, Title 11 des United States Code (Bankrupcty Code) zu suchen.” Das Unternehmen, das zuletzt im Mai 2017 Insolvenz beantragen musste, hat aktuell bereits einen Großteil der Mitarbeiter beurlaubt.

Auf die deutsche Gesellschaft hat dies jedoch keine Auswirkungen. Seit 2018 ist die Düsseldorfer Vertriebsagentur Unifa alleiniger Eigentümer der True Religion Brand Jeans Germany GmbH. Unifa-Inhaber Reinhard Haase hält die Lizenz für Design und Vertrieb der Kollektion für Deutschland, Österreich, Schweiz, Spanien und die Benelux-Länder. „Es handelt sich bei True Religion mit Sitz in Amerika und unserer deutschen GmbH um zwei getrennte Firmen, wodurch wir von der Insolvenz nicht betroffen sind”, sagt Haase.

Zu den Ursachen der Insolvenz erklärt er: „True Religion lebt in Amerika vor allem von den Retail-Aktivitäten sowie den eigenen Läden, die nun seit mehreren Wochen geschlossen sind. Dabei sind die amerikanischen Strukturen ganz anders als jene, auf die wir in Deutschland – etwa in Form von Kurzarbeit – zurückgreifen können. Deshalb war der Insolvenzantrag nach Chapter 11 der notwendige nächste Schritt.”

Mitte vergangenen Jahres hatte das kalifornische Denim-Label zunächst mit Allen Onyia einen neuen Kreativdirektor ernannt. Ende des Jahres wurde dann der CEO-Posten mit Michael Buckley, der bereits in der Vergangenheit für das Unternehmen tätig war, besetzt. Dieser hatte seit seiner Rückkehr bereits einen Reorganisations- und Verschlankungs-Kurs eingeschlagen. Doch die durch das Corona-Virus geschlossenen stationären Läden hatten die vorhandenen Liquiditätsengpässe weiter verschärft. „Das oberste Ziel ist jetzt, den Weg, den Michael Buckley bereits eingeschlagen hat, weiter fortzuführen und den laufenden Geschäftsbetrieb sicherzustellen”, so Haase.

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