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Corona-Krise kurbelt Veränderung des Kaufverhaltens weiter an

60% der Deutschen shoppen wegen Corona mehr im Netz

Red Point
Fashion belegt in den USA nur den fünften Platz der verstärkt online gekauften Produkte
Fashion belegt in den USA nur den fünften Platz der verstärkt online gekauften Produkte

Dass die Verbraucher wegen der vielen coronabedingten Ladenschließungen verstärkt online einkaufen, ist wenig überraschend. Nun liegen allerdings erstmals Zahlen vor, die das Ausmaß des Kanalwechsels in den USA und Deutschland belegen: Wie das Marktforschungsunternehmen Appino im Auftrag des Käuferschutzanbieters Trusted Shops ermittelte, haben in den vergangenen zwei Wochen 80% der Deutschen online eingekauft. Das sind fast 50% Prozentpunkte mehr als in der Zeit vor dem Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit.


Denn nur 28% der rund 1000 online befragten Konsumenten kaufen für gewöhnlich ein- oder mehrmals pro Woche im Internet ein. Nun shoppen 61% der hiesigen Verbraucher regelmäßig im Netz – oder ziehen das zumindest in Erwägung. Auf Platz eins der nun online, statt offline gekauften Waren stehen Produkte der Unterhaltungselektronik. Es folgen Bücher und Kinderspielzeug.


Es gibt aber auch Artikel, die vor der Corona-Krise gar nicht gekauft wurden, jetzt aber in den Online-Warenkorb landen. Vorneweg Erotikartikel und Sex-Spielzeug. Platz zwei belegen Bücher. „Jeder Zehnte entdeckt seine Freude am Lesen wieder oder findet nun wieder mehr Zeit dafür“, teilt Trusted Shops mit. Rund 7% der Befragten bestellen nun Utensilien zum Kochen im Netz. Damit belegt die Kategorie Platz drei.

USA: Drei von vier Kunden wollen mehr online einkaufen

In den USA kauft mehr als die Hälfte der Verbraucher (58%) mehr online als vor der Pandemie, ergab eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Red Point unter 1000 US-Bürger zwischen 18 und 55 Jahren. Ein ähnlich hoher Anteil (59%) neigt jetzt zu Schnellkäufen. Und fast drei Viertel (73%) der Konsumenten wollen noch mehr Einkäufe online, statt offline erledigen, wenn das Coronavirus weiter um sich greift.

Aber besonders gerne shoppen viele US-Amerikaner offenbar nicht im Netz: Schließlich befürchten 68% der Befragten, dass sie online auf Plagiate hereinfallen oder Produkte verkauft bekommen, deren Qualität zu wünschen übriglässt. Letzteres ist insofern fatal, als 62% der Befragten angaben, dass sie beim Online-Shopping besonders auf die Qualität der Produkte achten. Am zweitwichtigsten ist die Geschwindigkeit der Lieferung (57 %), gefolgt von besseren Preisen (54%).


Online-Shops für Kosmetik und Körperpflegeprodukte profitieren am meisten von der Krise: Schließlich kaufen 64,6% der Befragten ihre Lippenstifte und Shampoos jetzt eher online statt offline ein. An zweiter Stelle stehen verpackte Lebensmittel und Getränke, vor Haushaltswaren (60%), Babyprodukten (46,4%), Bekleidung (46,1%) und Elektronik (43,3%). Das ist insofern erstaunlich, als Mode kaum noch stationär gekauft werden kann, da die meisten großen US-amerikanischen Modefilialisten und Kaufhausketten ihre Standorte geschlossen haben. Supermärkte und Drogerien haben dagegen fast überall noch geöffnet.

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