Videowand am Flaggschiff

Warenhaus Coin: Fassade für Willy

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"Nie wieder": Coin erinnert an Willy Monteiro Duarte.
"Nie wieder": Coin erinnert an Willy Monteiro Duarte.

Der Mord an Willy Monteiro Duarte, der aus Kap Verde stammte, bewegt Italien. Der 21-jährige wollte einen Streit schlichten und wurde so brutal zusammengeschlagen, dass er an seinen Verletzungen starb. Die Warenhaus-Kette Coin zollt ihm nun in Mailand großformatig Respekt.

Die italienische Warenhaus-Gruppe Coin setzt ein Zeichen gegen Gewalt und Rassismus. Das Unternehmen blendet auf einem großen Videobildschirm, der sich an der Fassade des Ladens an der Mailänder Piazza V Giornate befindet, unter den Worten „Nie wieder“ das Bild eines Jungen dunkler Hautfarbe an, der zusammengeschlagen wurde und an den Verletzungen gestorben ist.


Bei dem Jungen handelt es sich um Willy Monteiro Duarte. Der 21-Jährige, der aus Kap Verde stammte, eilte nach bisherigem Erkenntnisstand in dem Ort Colleferro südwestlich von Rom einem Freund zu Hilfe und bemühte sich, einen Streit zu schlichten. Eine Gruppe an jungen Männern hieb und trat auf ihn ein. Mit tödlichen Folgen. Gegen vier Tatverdächtige wird derzeit ermittelt.

Das Mailänder Flaggschiff von Coin auf der Piazza V Giornate
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Das Mailänder Flaggschiff von Coin auf der Piazza V Giornate
Das Bild auf der Videowand von Coin ist eine Reproduktion einer Wandmalerei. Der Street-Artist Ozmo hat einen lachenden Willy Monteiro Duarte auf einer Mauer verewigt, die sich an der Straße Largo Aldo Moro in Paliano entlangzieht. Das ist ein Nachbarort von Colleferro. Das Kunstwerk ist auf Betreiben der Stadtregierung und der italienischen Vanity Fair entstanden. Das Magazin nahm die Malerei von Willy Monteiro Duarte auf ihre Titelseite.

Die Tragödie bewegt Italien. Sie hat mehrere Facetten. Einerseits wird über Zivilcourage im Allgemeinen diskutiert. Willy Monteiro Duarte wird als Vorbild dargestellt, der mutig sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt hat, um einen anderen Menschen zu schützen. Zweitens stellt sich die Frage, inwiefern bei dem Verbrechen Rassismus eine Rolle gespielt hat.


Drittens wird die Sicherheit in den Innenstädten debattiert. Die Regierung von Premierminister Giuseppe Conte denkt darüber nach, die Strafen für Gewalttäter zu verschärfen. Zudem soll es Bürgern, die wegen Ausschreitungen vorbestraft sind, unter Umständen verboten werden, Restaurants und Bars aufzusuchen. Solche Verbote, im Italienischen Daspo genannt, werden bislang für Hooligans ausgesprochen, die dann keine Fußballstadien mehr betreten dürfen.

Künstler Ozmo auf Instagram

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