Viele Schuhhändler warten noch auch finanzielle Hilfen

Sabu-Blitzumfrage: Soforthilfen fließen, Förderkredite tröpfeln nur

Sabu
Sabu-Geschäftsführer Stephan Krug
Sabu-Geschäftsführer Stephan Krug

Der Heilbronner Schuheinkaufsverbund Sabu hat erneut eine Blitzumfrage unter rund 125 angeschlossenen Händlern durchgeführt, dieses Mal zu den Finanzierungshilfen. Zwei Ergebnisse: Die Soforthilfe-Zuschüsse von Bund und Ländern fließen, die Förderkreditprogramme der KfW und der Landesförderbanken zeigen aber bisher kaum Wirkung.

Laut Umfrage haben 80% der befragten Anschlusshäuser den Soforthilfe-Zuschuss des Bundes beantragt, davon wurden 57% genehmigt und hiervon wiederum 57% bereits ausbezahlt. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Soforthilfe-Zuschüssen der einzelnen Bundesländer, sofern diese angeboten wurden: 72% der Sabu-Händler haben die Länder-Soforthilfen beantragt, davon sind 63% genehmigt und hiervon schon 65% ausbezahlt.

Den regulären KfW-Kredit mit 80- bis 90%-iger Haftungsfreistellung haben 20% der Mitglieder beantragt, allerdings planen weitere 37% dies noch zu tun. Von den beantragten Krediten wurden bisher lediglich 33% genehmigt und hiervon nur 7% ausbezahlt.

Für den Schnellkredit der KfW mit 100% Haftungsfreistellung haben bisher 10% den Antrag gestellt, weitere 25% planen dies noch. Der Schnellkredit wurde erst in der letzten Woche freigegeben. Deshalb wurde von diesen Förderkrediten auch noch kein Antrag genehmigt.

Förderkredite der jeweiligen Landesförderbanken haben nur 10% der Befragungsteilnehmer beantragt, wovon bisher auch nur 8% genehmigt wurden. Kreditgelder flossen hier noch überhaupt nicht.


Sabu-Geschäftsführer Stephan Krug kommentiert: "Aktuell können wir feststellen, dass sowohl die Soforthilfe-Zuschüsse des Bundes als auch der einzelnen Länder von den Sabu-Händlern sehr gut angenommen wurden. Diese Gelder haben zu einem überwiegenden Teil bereits ihre Adressaten erreicht. Die Förderkreditprogramme der KfW und der Landesförderbanken hingegen zeigen bisher kaum bzw. gar keine Wirkung."

Verschiedene Hilfsprogramme von Bund und Ländern deckten einige Bereiche des Mittelstands immer noch nicht ab, so Krug weiter. Es fehlten jedoch immer noch konkrete Angebote für Unternehmen mit zehn und weniger Mitarbeitern sowie für 'junge Unternehmen'. Auch müsse zeitnah über einen Ausgleich der Vermögensschäden durch die staatlich angeordneten Ladenschließungen für alle Marktteilnehmer durch den Staat gesprochen werden. Kredite alleine reichten zur Bewältigung der Krise hier nicht aus, so der Verbundschef.

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