So startet der Modehandel nach dem Lockdown

Back to normal?

Ranck
Bei Ranck in Sulingen geht es wieder los.
Bei Ranck in Sulingen geht es wieder los.

Nach knapp fünf Wochen haben heute viele Modehändlern wieder geöffnet. Darunter nicht nur Läden mit einer Verkaufsfläche von weniger als 800m². Wie fühlt es sich an, den Laden aufzumachen? Wie reagieren die Kunden? Erste Eindrücke und Stimmen.

Kurz nach 10 Uhr auf der Berger Straße in Frankfurt am Main. Die Tür zum Modegeschäft Tulu im Elitekaufhaus steht sperrangelweit offen. Endlich wieder! Die Freude ist Meric Ahmad deutlich anzumerken. Knapp fünf Wochen hatte sie ihren 180m² großen Store mit Mode und Schuhen für Männer und Frauen geschlossen.

"Die letzten fünf Wochen waren knackig", sagt sie. Mit Kurzarbeitergeld und Soforthilfe vom Land Hessen hat sie die Zeit überbrückt. "Die Soforthilfe hat super geholfen; unser Kurzarbeiterantrag läuft noch." Jetzt hofft sie aber vor allem auf Erlöse. Seit Mitte vergangener Woche bereiten sie und ihre Mitarbeiter den Laden vor. "Wir haben auf- und vor allem auch das Lager etwas umgeräumt. Schon vor Corona haben wir die Warenträger luftiger angeordnet."

Meric Ahmad von Tulu in Frankfurt: "Die letzten fünf Wochen waren knackig."
Freutel
Meric Ahmad von Tulu in Frankfurt: "Die letzten fünf Wochen waren knackig."
Mit buntem Klebeband werden jetzt noch Laufwege auf dem Boden markiert, sodass die Kunden auch den Abstand wahren können. "Mit 180m² sind wir hier einer der größeren Läden", sagt Ahmad. Neun Leuten dürfen sich gleichzeitig in dem Geschäft aufhalten. Das wird voraussichtlich die größte Herausforderung. "An normalen Samstagen sind hier auch mal 40 bis 50 Leute gleichzeitig. Deswegen werden wir jetzt mit weniger Personal arbeiten." Statt fünf Kundenberaterinnen sollen nur noch zwei zeitgleich auf der Fläche sein.

Jeder Kunde, der den Laden betritt, wird darauf hingewiesen, einen Mundschutz zu tragen und einen Abstand von 1,50 Meter einzuhalten. An der Kasse wird gerade noch der Spuckschutz installiert. Rechnet sie mit einem Kundenansturm? "Kann ich mir nicht vorstellen. Heute hat hier ja auch wieder die Schule begonnen. Viele müssen sich jetzt wahrscheinlich auch erst einmal mit Homeschooling und Homeworking organisieren", sagt sie.

Außerdem glaubt sie, dass viele vielleicht gerade andere Themen haben als Klamotten kaufen. "Wir werden die Kunden an der Kasse fragen, ob sie in Kurzarbeit sind. Wenn ja geben wir ihnen 10% Rabatt." Ansonsten plant sie zur Wiedereröffnung ihres Ladens keine Preisaktionen. Das kleine Outlet im hinteren Teil des Ladens bleibt aber bestehen. "2020 wird sicher kein Profitjahr für uns. Vor allem geht es jetzt darum, in geordneten Bahnen in die Normalität zurückzukehren."

Mundschutz, Abstand und Spuckschutz

Für diese geordneten Bahnen zu sorgen, damit sind am Montagmorgen viele der Mitarbeiter in den Modegeschäften auf der Berger Straße beschäftigt. Bei Female Fashion Frankfurt steht gleich am Eingang eine Flasche Handdesinfektionsmittel auf einem Hocker bereit. Höchstens zwei Kundinnen dürfen gleichzeitig in dem Laden sein. An der Kasse soll ein Spuckschutz für zusätzliche Sicherheit sorgen. Nur wenige Tage, nachdem Bundes- und Landesregierungen angekündigt haben, dass Läden mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800m² wieder öffnen dürfen, gibt es bezüglich der Vorgaben noch viele Unsicherheiten.

Spuckschutz an der Kasse? Desinfektionsmittel am Eingang? Wie viele Kunden im Laden? Mundschutz tragen ja oder nein? Rund die Hälfte der Passanten, die an diesem Morgen über die Berger Straße laufen,  haben diese Frage für sich mit Ja beantwortet.

Markierungen als Abstandhalter vor dem Fashion-Store Tulu in Frankfurt.
Freutel
Markierungen als Abstandhalter vor dem Fashion-Store Tulu in Frankfurt.
Die Straße, die wegen der Drogerie- und Supermärkte, Metzgereien und Bäckereien auch während des Corona-Lockdowns immer recht belebt war, ist an diesem Montagmorgen deutlich stärker frequentiert als in den vergangenen Wochen. Einige Kundinnen sind auch schon um kurz nach 10 Uhr in den Modegeschäften und schauen das Angebot durch. Auch bei Meric Ahmad steckt eine Kundin kurz nach der Wiedereröffnung den Kopf durch die Tür. "Ist das schön, dass ihr wieder offen habt. Ich komme später auf alle Fälle mal vorbei und kaufe euch den ganzen Laden leer."

Gut gelaunte Mitarbeiter und frohe Kunden auch bei Ranck in Sulingen, wo seit heute wieder ein Teil der Fläche geöffnet ist. Dafür wurde im Erdgeschoss eigens ein Sortiment mit Womens- und Menswear, Sportbekleidung, Accessoires und Schuhen aus den Abteilungen zusammengestellt, die sonst auf rund 4000m² Platz finden. Shirts, Shorts, leichter Strick, Jacken, Westen, Wellness- und Sport-Outfits bestimmen das Bild. Hinzu kommen Bücher und Schreibwaren auf einer separaten Fläche.

Masken bei Ranck in Sulingen.
Ranck
Masken bei Ranck in Sulingen.
„Wir werden die Abverkäufe analysieren und von Woche zu Woche entscheiden, wie wir unsere Angebot immer wieder aktualisieren können“, sagt Marketingchefin Wiebke Nietfeld. Sportschuhe biete man nicht an, da die dafür notwendige kompetente Beratung derzeit nicht möglich sei. „Wir haben keinen Sale, sondern verkaufen alles zu Normalpreisen“, betont sie.

Für alle Kunden, die nicht in den Laden kommen möchten, gibt es einen Service-Point im Haupteingang, wo telefonisch bestellte Ware abgeholt werden kann. „Die Service-Mitarbeiter gehen auch in die Abteilungen und suchen Artikel raus“, erklärt Nietfeld. Beworben wird der Restart auf der Website, über die Social Media-Känäle und eine Anzeige in der regionalen Tageszeitung. Heute habe man schon einige Kunden begrüßen können. „Aber hier in Sulingen rechnen wir nicht mit einem Mega-Ansturm.“

Im Rahmen der Hygiene-Maßnahmen steht Desinfektionsmittel an den Ein- und Ausgängen. Es gibt den Spuckschutz im Kassenbereich, und Mitarbeitern wie Kunden werden Schutzmasken zur Verfügung gestellt. „Unsere Mitarbeiter können selbst entscheiden, ob sie mit oder ohne Maske bedienen möchten.“

Fernsehen von der Kö

Zahlreiche Fernsehsender haben auf der Düsseldorfer Kö und der Flinger Straße in der Altstadt ihre Kameras aufgebaut. Es ist recht viel los in der Stadt. Auf der Kö stauen sich die Autos aus den Nachbarstädten. Viele Läden haben geöffnet. Außer den Großen natürlich, z.B. H&M, Galeria Karstadt Kaufhof, Esprit oder die Filialisten der Inditex-Gruppe.

Fast alle Luxusmode-Läden auf der Kö empfangen wieder ihre Kundschaft. Und gegen 12 Uhr gibt es sogar eine recht lange Schlange vor dem Louis Vuitton-Laden. Eine Kundin mit neu erworbener Prada-Handtasche erzählt, wie glücklich sie darüber ist, nun endlich wieder shoppen zu können.

Bei Marc O'Polo ist man erstaunt über die Vielzahl der Kunden. "Jeder, der heute hier war, hat auch gekauft", berichtet eine Mitarbeiterin. Offenbar habe es Bedarf gegeben. In den beiden Hallhuber-Läden ist durchgehend Betrieb. Verwirrend ist hier ein erstes herbstliches Programm mit Tweedjacken und flauschigem Strick. Das steuern die Kundinnen gerade gar nicht an.

Gegen 14 Uhr in der Darmstädter Innenstadt bildet sich die längste Schlange vor einem Kurzwarengeschäft, das Mundschutzmasken anbietet. Auch bei einem Store mit Computerspielen warten die Kunden auf Einlass. Bei den Modeläden ist das Bild dagegen noch verhalten. Aber immerhin: Die Mehrheit berichtet von einer Handvoll Kunden. So etwa Goldmarmor-Inhaberin Karima Hartit-Klingelmeyer. Sie begrüßt die Eintretenden mit einem Mundschutz, den sie, wie auch die Modelle für die Kunden, vergangene Woche schnell organisiert hat. Bald soll es zur Kundenbindung auch Masken mit Logo geben. „Geld verdienen möchte ich mit so einem Thema aber nicht“, betont sie. Als Mitglied vom Citymarketing Darmstadt wurde sie gut darüber informiert, welche Vorkehrungen jetzt zu treffen sind. Zum Beispiel wie viele Kunden gleichzeitig im Laden sein dürfen.

Dem Verein sitzt Henschel-Geschäftsführer Moritz Koch vor. Auch der Platzhirsch am Darmstädter Marktplatz hat wieder geöffnet, allerdings nur die HAKA-Abteilung, da sich diese im Erdgeschoss befindet. Aktuell werde bei Henschel daran gearbeitet, herauszufinden, ob man in einem Haus auch zwei Bereiche mit 800 m² öffnen kann, wenn sie voneinander abgesperrt sind. Schließlich hat das Haus mehrere Eingänge. Aktuell holen Mitarbeiter die Ware aus den anderen Abteilungen, falls Kundinnen gezielt etwas suchen.

So heißt Soulid in der Darmstädter Schulstraße seine Kunden willkommen.
Schnitzspahn
So heißt Soulid in der Darmstädter Schulstraße seine Kunden willkommen.
Während bei Henschel vor allem Bedarfskäufer unterwegs sind, etwa eine Kundin, die für sich und ihren Mann mehrere Paar Socken kauft, ist bei Gegenüber, dem dazugehörigen Konzept auf der anderen Straßenseite, wesentlich mehr los. Dort darf zusätzlich zu den üblichen Schutzmaßnahmen nur jede zweite Umkleidekabine benutzt werden. Außerdem gibt es an der Kasse je einen Behälter für unbenutzte und benutzte Kugelschreiber, damit auch bei Kartenzahlung alles so hygienisch wie möglich abläuft.

Im LuisenCenter sind die meisten Läden noch geschlossen. Arndt Jahraus hat seinen Store P2 aber wieder eröffnet. Mit der Frequenz ist er fürs Erste zufrieden. „Man merkt, dass die Menschen einfach mal wieder rauskommen und ein wenig Abwechslung haben möchten“, meint er. An die mit Klebestreifen markierten Abstände würden sich alle gut halten. Beim Konzept für nachhaltige Mode Soulid sind die Kunden noch vorsichtig, wie es von einer Mitarbeiterin heißt. Ihre Beobachtung: „Sie stöbern nicht, wollen die Ware lieber nicht anfassen und fragen deswegen eher gezielt nach Produkten.“

Corona-Ampel bei Ebbers

Für Christoph Berger von Ebbers in Warendorf geht es am ersten Tag nach dem Shutdown fast schon zu schnell in Richtung Normalität. In nahegelegenen Münster hat die Stadt gerade bereits die Maskenpflicht beschlossen. Und in Warendorf? „Wenn nicht die Masken wären, könnte man glatt vergessen, dass Pandemie herrscht“, sagt der Geschäftsführer.

Vor seinem Wäscheladen – das angrenzende, größere Haupthaus darf wegen der 800-Quadratmeter-Grenze noch nicht geöffnet werden – steht eine Ampel, die dafür sorgen soll, dass nicht zu viele Kunden gleichzeitig im Geschäft sind: „Unsere Ampel schaltet zeitweilig auf Rot“, sagt er. „Die Öffnung wird gut angenommen, fast schon zu gut.“

Der Wäschehändler Ebbers regelt den Kundenstrom mit einer klassischen Ampel
Engbers
Der Wäschehändler Ebbers regelt den Kundenstrom mit einer klassischen Ampel
Zu gut war vielleicht auch Bergers Idee, am Eingang eine Desinfektionsbar mir Sprühdosen und Tüchern aufzubauen. Die wurde schnell zum Treffpunkt der Gäste vom Tchibo nebenan – Berger räumte sein Zeug daraufhin wieder in den Laden. In der Fußgängerzone sind Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs und weisen Passanten auf die Vorschriften der Kontakteinschränkungen hin.

Kurze Schlafanzüge, Wäsche, Strümpfe – das verkauft sich in Warendorf an Tag eins. Unterwegs sind, so Berger, viele Ältere, „die einfach mal quatschen wollen“. Und viele, die gern mal wieder bummeln möchten. Bergers Hoffnung nach den ersten Stunden Teil-Normalität: „Wir können nur hoffen, dass die Leute vernünftig und die Zahlen stabil bleiben. Sonst gibt es entweder weitere, neue Einschränkungen - oder ein Öffnen der großen Flächen erst in weiter Ferne."

"Xsund bleiwe" beim Modehaus Jacob

"Xsund bleiwe" (Gesund bleiben): Dieser Spruch ziert die Mundschutze aller Mitarbeiter des Modehauses Jacob im rheinland-pfälzischen Neustadt/Weinstraße. Sie stammen von der Eigenmarke Pfälzer Freiheit des Modehauses. Eine Stunde vor Öffnung sah sich Geschäftsführer Jochen Stahler hochmotivierten Mitarbeitern gegenüber, die froh waren, dass es nun endlich wieder losgeht. Bevor die ersten Kunden begrüßt wurden, stand eine Schulung in Verhaltensregeln und Umgang mit den Hygienemaßnahmen an.

Stahler führt neben dem Modehaus Jacob (2600m²), das erst im Herbst um 700m² erweitert wurde, auch das jüngere Konzept Stahlers (DOB, 550m²), ein House of Gerry Weber (220m²), einen Comma Store (240m² und ein Schiesser-Outlet (180m²). Geöffnet sind seit heute alle Läden. Im Haupthaus wurden Flächen abgetrennt, damit die 800 m²-Richtlinie nicht überschritten wird.

Der im Oktober 2019 eröffnete Teil Stahlers Männer im EG hat 700 m², der Durchgang zur restlichen EG-Fläche wurde geschlossen. Stahlers Männer haben zwei separate Eingänge. Der Rest des EG hat nun auch weniger als 800 m² mit zwei weiteren separaten Eingängen. Das erste OG überschreitet die m²-Zahl ebenfalls nicht. Der Zugang zu dieser Fläche erfolgt über eine Außentreppe in der daneben liegenden Galerie und den Notausgang des Modehauses.

Die Flächen in dem 2600m² Haus wurden abgetrennt, so dass es vollständig öffnen konnte.
Robert Schmelka
Die Flächen in dem 2600m² Haus wurden abgetrennt, so dass es vollständig öffnen konnte.
An den Kassen in allen Geschäften wurde ein Spuckschutz angebracht, Spender mit Desinfektionsmitteln stehen in allen Läden reichlich. Die Kundentoiletten wurden auf Anraten der Stadtverwaltung geschlossen. Die Mitarbeiter haben alle Mundschutz bekommen. Es ist ihnen aber freigestellt, ob sie ihn tragen. Auch mit den Kunden wird besprochen, ob sie von Mitarbeitern mit oder ohne Mundschutz bedient werden wollen. Gearbeitet wird auf den drei Flächen im Haupthaus mit unterschiedlichen Teams. Das erste ist die nächsten beiden Wochen im Einsatz, dann wird gewechselt. Für die Hälfte der Belegschaft ist in den kommenden beiden Wochen noch Kurzarbeit angemeldet. "Weniger Umsatz, aber mehr Mitarbeiter, das würde schwierig", sagt Stahler.

Die riesigen Bons habe er heute noch nicht gemacht, erzählt der Chef. So um die 300 Euro sei das der Höchste gewesen. Aber: "Ich bin froh, dass es wieder anläuft. Es fühlt sich gut an. Das ist auch gut für die Innenstadt. Hamsterkäufe sind in unserer Branche ja eh nicht zu erwarten."

Die Fußgängerzone ist recht belebt, da die meisten Läden wieder offen haben. Nur die Cafés sind noch zu. Reduziert wurde nur die Ware, die "wir um diese Zeit sowieso runtergezeichnet hätten, die Artikel vom Dezember und Januar und einiges aus dem Februar, darunter Outdoor-Jacken. Vieles haben wir aber auch für die nächste Herbstsaison erst mal wegegpackt."

Wenig abgesperrt, viel Laufkundschaft

Belebt ist auch die Frankfurter Innenstadt rund um die Zeil – kein Wunder, angesichts der frühlingshaften Temperaturen. Nicht wenige sind zum Shoppen in die Stadt gekommen. So auch Lars. Der 25-Jährige ist mit seinem Kumpel sogar extra aus Fulda nach Frankfurt gefahren. Und ist nun etwas enttäuscht. „Ich hätte gedacht, dass mehr Läden offen sind. Und auch die größeren. Ich hatte gehört, dass die zumindest mit Absperrungen aufmachen.“ Dieses Modell fahren an diesem Montag tatsächlich nur wenige Händler auf der Zeil, etwa AppelrathCüpper und Deichmann.

Einer der ersten geöffneten Mode-Läden im Shopping-Center MyZeil ist der Replay-Store. Store-Managerin Anna ist zufrieden mit der für einen Montagmittag „normalen“ Frequenz. „Die Kunden, die jetzt kommen, die kaufen auch.“

Gut zu tun haben seit 10 Uhr Jost Wiebelhaus und sein Team vom Frankfurter Laufshop. Er lässt maximal fünf Kunden gleichzeitig in den 140m² großen Store. Die anderen müssen draußen warten. Und das tun sie auch. Die ersten standen schon vor Eröffnung Schlange. Erst an diesem Wochenende hat Wiebelhaus ein Tool zur Online-Terminvereinbarung auf seine Website gestellt. Und schon jetzt gibt es die ganze Woche keine freien Termine mehr. Wiebelhaus kennt seine Community und er kennt seine Kunden. Aber heute sind längst nicht nur bekannte Gesichter im Laden, berichtet er.

Und wie halten die es mit Masken? „Die Hälfte der Kunden hat eine dabei. Die anderen bekommen eine von uns.“

Entree wie aus dem Bilderbuch - das Team von Mei Mei und M-Day hat drei Tage alles "durchsortiert". Blumen und Handdesinfektionsmittel teilen sich in diesen Tagen die Ladentheke.
Simone Reiner
Entree wie aus dem Bilderbuch - das Team von Mei Mei und M-Day hat drei Tage alles "durchsortiert". Blumen und Handdesinfektionsmittel teilen sich in diesen Tagen die Ladentheke.
Und noch einmal Berger Straße, jetzt am späten Nachmitag. Violetta Kaufmann, die unter den Namen Mei Mei und M-Day insgesamt drei Stores in Frankfurt betreibt, hat nur lobende Worte für das Verhalten ihrer Kundinnen übrig. „Ich kann nur sagen, dass sich alle an die Regeln gehalten, zum Beispiel gefragt haben, ob sie reinkommen dürfen. Ganz vorbildlich!“ Aber sie habe auch gebetet, dass heute überhaupt jemand in die Läden komme. „Seit Freitag standen wir drei Tage lang in den Stores, haben alles durchsortiert, sie mit der Midsummer-Ware bestückt, die Frühjahrskollektion entfernt, frische Blumen dekoriert. Und tatsächlich war bis jetzt sogar mehr los als an einem normalen Montag. Ich habe das Gefühl, dass die Konsumenten froh sind, wieder in die Geschäfte zu dürfen. Alle Kundinnen haben auch gekauft – ich würde sagen, eher mehr als sonst.“

Instruktionen am Eingang - eigentlich nicht nötig. Die Kundinnen verhielten sich ganz vorbildlich, sagt Mei Mei-Geschäftsführerin Violetta Kaufmann.
Simone Reiner
Instruktionen am Eingang - eigentlich nicht nötig. Die Kundinnen verhielten sich ganz vorbildlich, sagt Mei Mei-Geschäftsführerin Violetta Kaufmann.
Ähnliches berichten auch Jasmina Bogdan von Number Seven und Andy Bule von Mina, etwas weiter die Berger Straße hoch. „Die Leute sind wie ausgehungert. Es kommen richtig gute Bons zusammen, zum Teil kaufen die Kundinnen zwei, vier oder sogar sieben Teile, Sommersachen, insbesondere Kleider. Mit dem ersten halben Tag sind wir also zufrieden. Es ist definitiv mehr los als sonst“, berichtet Jasmina Bogdan.

Andy Bule pflichtet ihr bei: „Es ist besser als erwartet. Ich dachte, die Leute seien zurückhaltender. Es waren insbesondere unsere Stammkundinnen da. Der einzige Wermutstropfen – es ist derzeit sicherlich kein entspanntes Schlendern, sondern eher ein schnelles Rein, Kaufen, Raus. Aber es funktioniert irgendwie.“

Ramelow feiert Neueröffnung

Für Marc Ramelow war der heutige Montag nicht nur ein Tag der Wiedereröffnung ganzer Stores oder einzelner Etagen, sondern auch der Tag einer Neu-Eröffnung: Der neuer 700m² große Intersport-Store in Elmshorn sollte eigentlich am 25. März starten, passend zum Ostergeschäft. „Die vier Wochen Verlängerung haben wir für das Feintuning genutzt.“

Immerhin hatte er für den neuen Store ursprünglich nur acht Wochen Vorlauf - „vom Mietvertrag, Ware ordern, Team einstellen und trainieren, Umbau der Verkaufsfläche und Merchandising“. Heute freut er sich über gute Kundenfrequenz und viel positives Feedback zum neuen Geschäft.

Die ersten Läden öffnen. Wird das Geschäft jetzt anziehen?

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