Virtuelle Markenpräsentation

"Ich kenne keine Brand, die von sich sagen kann, sie sei digital schon komplett top aufgestellt"

Création Gross
Szenen der Auftritte von CG – Club of Gents bei der Digital Fashion Week. Für die Order wird die Messe als Imageplattform genutzt. Bild-, Video- und Verkaufsmaterial werden bereitgestellt.
Szenen der Auftritte von CG – Club of Gents bei der Digital Fashion Week. Für die Order wird die Messe als Imageplattform genutzt. Bild-, Video- und Verkaufsmaterial werden bereitgestellt.

Fit für virtuelle Messen und Fashion Weeks? Was ist zu beachten? Wo muss investiert werden? Ein Blick hinter die Kulissen bei Création Gross.

Er spricht ganz zu Beginn nicht gleich von den emotionalen Imagefilmen und Shootings, die nun wichtiger werden. Auch nicht vom geplanten Aufbau des eigenen Fotostudios am Unternehmenssitz in Hersbruck. Thomas Steinhart, Geschäftsführer des Menswear-Spezialisten Création Gross, erinnert ans Grundlegende. „Wir haben unseren Daten-Highway viel schneller gemacht, unsere Hardware verbessert, beispielsweise das Design digital 3D-fähig gemacht. Zunächst ging es um eine optimale Infrastruktur.“ Hier wurde investiert – trotz Pandemie. „Und wir sind noch lange nicht am Ende. Ich kenne keine Brand, die von sich sagen kann, sie sei digital schon komplett top aufgestellt.“

Mit Blick auf digitale Order und auf Auftritt der beiden Labels des Unternehmens Carl Gross und CG – Club of Gents bei der Digital Fashion Week der Fashion Cloud sei es nun die Herausforderung, guten und den Labels entsprechenden Content zu kreieren. „Das fängt schon mit hochwertigen Kameras an. Hier haben wir eine zweite Ausrüstung gekauft, um die Filme und Bilder noch besser zu machen.“ Outsourcing? „Wir haben auch intern viele Mitarbeiter, die hervorragend fotografieren können“, sagt Steinhart. Auch das Fotostudio soll bald realisiert werden. „Wir sind noch in der Angebotsphase. Gucken Sie heute mal, wo sie schnell Handwerker herbekommen.“

Der Bedarf an Bildmaterial wird größer und größer. „Es gehört einfach in Zukunft dazu, mit jedem Produkt, dass wir dem Handel anbieten, auch gleich ein digitales Paket mitzuliefern.“ Unter anderem für Kollektionsübergaben, für B2B-Orderplattformen, für den digitalen Auftritt der Wholesale-Partner sowie für deren digitale Kommunikation seien gute Fotos und damit guter Content von hohem Wert.



Peu à peu wolle man die Zahl der digitalisierten Produkte steigern. Aber das kostet. Und es läppert sich. Steinhart fasst zusammen: Eine Vorderansicht, eine Rückenansicht, einen Innenansicht, ein Foto des Stoffs und vielleicht noch das Produkt auf der Büste seien optimal. Bis ein Produkt mit Text und Bildern im Netz steht, kämen dann schnell mal zwischen 30 und 40 Euro pro Produkt zusammen. In der Saison ist man dann schnell bei Gesamtbeträgen, die für die Fotos an die 100.000 Euro heranreichen können. „Nicht vergessen darf man auch die Nachbearbeitung“, sagt Steinhart. Hier kämen dann wohl eher externe Dienstleister ins Spiel. Zu aufwändig und teuer wäre es, die Arbeitsstunden der Mitarbeiter mit der Optimierung einzelner Bilder zu verplanen.

Drei mal waren sie schon bei der Digital Fashion Week dabei. „Wir überfrachten die Zuschauer nicht mit Imagefilmen. Es geht sehr stark ums Persönliche.“ Die Division Heads Thorsten Grönlund für Carl Gross sowie Ralf Klute für CG – Club of Gents stellen die Kollektionen vor. Dass Création Gross Top-Produkte mache, habe man immer unter Beweis gestellt. „Besonders über den digitalen Weg geht es viel mehr als zuletzt um die Marken, die Storys und die Emotionen.“
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