Schließen
The Spin
What you need to know in global fashion. Sign up now!
 
Corona-Krise: Industrie geht auf Handel zu

Marc O'Polo stoppt Auslieferung und fordert Hilfe für Modehandel

Das Casualwear-Label Marc O'Polo reagiert mit drastischen Maßnahmen auf die Corona-Krise und die Ladenschließungen in Deutschland.

Als Maßnahme gegen eine drohende Krise im Handel, der massive Umsatzeinbrüche und Liquiditätsprobleme befürchtet, hat CEO Dieter Holzer seinen Wholesale-Kunden in einer Mitteilung Unterstützung zugesichert und außerdem einen vorläufigen Lieferstopp angekündigt.

"
Wir stoppen ab sofort die Auslieferung der aktuellen Vororder bis einschließlich 23. April. Dies betrifft primär den April-Liefertermin", teilt Holzer auf Anfrage der TextilWirtschaft mit. "Die Auslieferung der Liefertermine inklusive April wird am 24. April wieder gestartet und mit einem Valuta von zusätzlich 30 Tagen versehen", ergänzt er. "Für die ausstehenden Verbindlichkeiten ab Rechnungsdatum 1. März 2020 (Spring/Summer 2020-Ware) stellen wir Ihnen zusätzlich ein Valuta von 60 Tagen bereit." Warenbestellungen könnten jederzeit abgerufen werden, Nachbestellungen jederzeit erfolgen.

Gleichzeitig wendet sich Holzer mit einem Appell an die Bundesregierung: "Das Geschäftsmodell des Handels ist in der aktuellen Situation zum Erliegen gekommen. Die Bundesregierung muss die avisierten Maßnahmen sehr schnell zu den bedürftigen Unternehmen bringen. Das ist keine Frage von Wochen, sondern vielfach eine Frage von Tagen", sagt Holzer.
Wichtige Schritte seien die von der Regierung angestoßene Aussetzung des Insolvenzrechtes und die Kurzarbeitsregelung. Gleichzeitig müssten nun geeignete Werkzeuge zur Entlastung des gesamten Handels, der Industrie und der Lieferketten sehr schnell greifen. "Angezeigt wäre eine Entlastung der KfW und ein Weiterreichen der Vergaberechte an Banken oder Verbände", sagt Holzer. Mit Blick auf Laden-Schließungen erwägt Holzer für die eigenen Store-Mitarbeiter Kurzarbeitergeld zu beantragen, denn man wolle an allen Arbeitsplätzen festhalten.

Bereits am Montag hatte sich Daniel Terberger, Vorstandsvorsitzender der Katag AG, mit einem Brandbrief an die Industrie gewandt und gefordert, bis Ende April keine Ware mehr an Katag-Häuser zu schicken. 
stats