Was läuft bei Adam & Eva Moden in Lüdinghausen?

"Leinen ist unser starkes Sommer-Thema"

Adam&Eva
Thomas Wulf betreibt das große Stammhaus Adam & Eva Moden in Lüdinghausen und zwei DOB-Stores in der Umgebung.
Thomas Wulf betreibt das große Stammhaus Adam & Eva Moden in Lüdinghausen und zwei DOB-Stores in der Umgebung.

TextilWirtschaft: Herr Wulf, die 24. Woche hatte einen Verkaufstag weniger. Wie hat sich das ausgewirkt?
Thomas Wulf: Wir waren zufrieden mit 20% Minus, denn der Juni war im Vorjahr extrem stark und wir hatten aufgrund des Feiertages einen Verkaufstag weniger als im Vorjahr. Zudem war es am Samstag sehr heiß, sodass die besten Tage Mittwoch und Freitag waren. Mit der Saison sind wir bisher insgesamt durchweg zufrieden.

Welche Produkte sind besonders gefragt derzeit?
Wir haben seit Ende Mai das Thema Leinen für Damen und Herren sehr stark in den Vordergrund gestellt und dafür Ware, die früher geliefert war, eingelagert oder gleich Liefertermine für Juni gewählt. Das nimmt die Kundschaft jetzt als neues, attraktives Thema wahr. Zudem laufen in der Womenswear Kleider von Betty Barclay oder Robe Légère für den Hochsommer in Orange/Pink oder Grün/Limone. Dabei sind die größeren Print-Motive beliebter als Minimals. Weiß ist Favorit für alle Oberteile inklusive der Blazer. Ohne Unterbrechung funktionieren Jeansjacken, insbesondere kurze Formen, die zum Kleid getragen werden können.

Fehlen Ihnen Warenthemen in den Häusern?
Wir haben gut vorgesorgt und schnell nachgezogen. Derzeit decken wir uns etwa mit Hosen-Basics zu alten Preisen ein. Wir wissen ja um die anstehenden Preiserhöhungen. Für die kommenden Wochen erwarten wir noch Ware aus Bologna, die zu VK-Preisen von 50 bis 60 Euro einiges an frischen Neuheiten bieten wird. Das ist wichtig, denn wir wollen durchweg attraktiv bleiben.

Wie halten Sie es mit Reduzierungen?
Wir haben durch die Corona-Zeit gelernt, dass man mit weniger Ware besser klarkommt. Deshalb haben wir nicht viel zu reduzieren. Wir starten erst im Juli mit Sales, aber nur pointiert. Wir haben zudem gelernt, welche Ware auch noch im kommenden Jahr gut zu verkaufen ist. Da die Abverkäufe im Juli und August in den einzelnen Warengruppen stark witterungsabhängig sind, werden wir in diesem Zeitraum wöchentlich die Endbestände hochrechnen und dann selektiv reagieren. So halten wir die Abschriftenquote unter dem Vorjahr und unsere Rendite hoch.

Was sind weitere Learnings?
Wir haben uns genau angeschaut, wer nach den Lockdowns wieder zu uns gekommen ist. Wir vermissen nach wie vor viele Classic-Kunden. Stattdessen benötigen wir deutlich mehr Ware in den Modern-Segmenten. Dabei war Denim 2021 noch deutlich stärker als dieses Jahr. Da gab es Nachholeffekte, die sich 2022 in Eventmode gezeigt haben. Traurig finde ich, dass die Systemanbieter teils noch immer viel zu viel Ware in den Markt pumpen oder Mitbewerber wie in alten Zeiten bereits im Mai Sales-Prospekte streuen. Das passt nicht mehr in die Landschaft.

Welche Herausforderungen sehen Sie für die neue Orderrunde?
Da ist zum einen das Thema schnelle Reaktionen. Einige Lieferanten sind nach wie vor hier gut aufgestellt und machen ihre Hausaufgaben. Andere packen es nicht. Das heißt, wir müssen immer früher die Orders abgeben. Das ist schwierig. Zum anderen benötigen wir einen attraktiven Modegrad. Da hapert es teilweise. 

Gab es Themen, die in den letzten Monaten gefloppt sind?
Alles, was zu kastig geschnitten war, ist leider nicht so verstanden worden. Dabei waren diese neuen Formen die modische Spitze bei uns. Vielleicht dauert es noch, aber wir haben da wenig Zuversicht.

Und haben Sie die richtigen Themen für den Herbst geordert?
Wir haben stark auf Outdoor gesetzt mit neuen Typen an Woll- und Steppjacken. Auch flauschiger Strick in modischen Farben wird hoffentlich die Kunden begeistern. Spannend wird sein, wie viele Longwesten in welchen Preissegmenten abfließen werden. Die Auswahl der Industrie in dieser Warengruppe war für den Herbst gewaltig.

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