Was läuft bei Tanz & Gloria, Jula Weber?

"Wir sind wie Wellness für die Kundinnen"

Tanz & Gloria

Fashion und Fitness, unter einem Dach. Das ist das Konzept von Tanz & Gloria. Jula Weber hat sich vor vier Jahren in Nieder-Olm, einer Kleinstadt nahe Mainz, den Traum vom eigenen Ballettstudio erfüllt.

Als sie das historische Gebäude direkt am Marktplatz, in dem schon Napoleon genächtigt haben soll und zuvor eine Apotheke beheimatet war, erwerben konnte, hat sie nicht lange gezögert. "Das war ein Wink des Schicksals", sagt sie. "Es war schon immer mein Traum, einen kompletten Lifestyle anzubieten."

Tanz & Gloria: Store und Studio

Also kam im September 2020, nicht lange vor dem ersten coronabedingten Lockdown, zum Studio, in dem es neben Ballettunterricht für Kinder auch Barre-Training für erwachsene Frauen gibt, der Store hinzu. 120m² im Erdgeschoss, nicht nur mit Yoga- und Ballettmode von Mandala, OGNX, Hey Honeymoon, Bloch und Temps Dance, sondern auch mit einem kompletten DOB-Sortiment.

Geführt werden vorwiegend skandinavische Marken, wie Moss Copenhagen und Kaffe, aber auch Taschen, Accessoires, Schmuck und Interior-Produkte. Wir haben mit Jula Weber über das aktuelle Geschäft gesprochen und wie sie es schafft, Frequenz zu generieren.

TextilWirtschaft: Wintereinbruch in den Alpen, Regen und Temperaturen im einstelligen Bereich: Der Herbst ist da. Wie hat sich das auf Ihr Geschäft ausgewirkt, Frau Weber?
Jula Weber: Sehr gut. Normalerweise ist die dritte Woche eines Monats immer die schwächste bei uns. Das war in diesem September anders. Wir haben mehr umgesetzt als 2021. Das lag aber auch etwas am VIP-Shopping mit sieben Kundinnen, das wir in der vergangenen Woche hatten. Dieses Event veranstalten wir einmal monatlich, immer freitags. Da kommen die Kundinnen nach Anmeldung mit ihren Freundinnen und können in exklusiver Atmosphäre entspannt bei uns shoppen.

Was suchen Ihre Kundinnen momentan?
Ganz klar Kuschliges, Herbstliches. Das Herbstgeschäft ist bei uns bereits Anfang September sehr gut gestartet. Strickteile wie Cardigans, lange Westen, Schals und Mützen, eben klassische Herbstartikel, sind in der vergangenen Woche gut gekauft worden. Es gibt einen kuschligen bunten Schal, den ich schon ein paar Mal nachordern musste und Steppwesten. Sehr gut laufen bei uns die dänischen Brands Ichi und Kaffe. Die Kundinnen trauen sich jetzt auch eher bei richtig dicken Strickteilen zuzugreifen, wo sie früher noch gesagt haben, 'das ist zu warm für die Wohnung'.

Apropos Wärme: Machen Ihnen die steigenden Energiekosten Kopfzerbrechen? Wie sorgen Sie vor?
Allzu viel können wir nicht tun, aber wir sparen ein wenig im Kleinen, wo wir können. Wir werden die Heizung nicht mehr ganz so hoch drehen und darauf achten, dass nicht immer überall Licht brennt. Aber die Schaufenster bleiben beleuchtet. Das ist wichtig für die Außenwirkung und letztlich natürlich auch ein Sicherheits-Aspekt und Schutz vor Einbruch.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie ins letzte Quartal 2022?
Ich bin durch und durch Optimistin, ich habe meinen Laden mitten in der Corona-Pandemie, im Herbst 2020, eröffnet und das überstanden, weil wir uns immer wieder an die neuen Gegebenheiten angepasst haben, wir haben Click & Collect angeboten, im Hof haben wir Corona-Tests gemacht und dann Terminshopping angeboten. Wir waren immer da für unsere Kundinnen. Ich gehe von einem guten Weihnachtsgeschäft aus. Trotz aller Sorgen beschenken sich die Menschen. Unser Sortiment ist für den Standort Nieder-Olm besonders, aber nicht zu hochpreisig. Bei mir finden Frauen Mode von hauptsächlich skandinavischen Marken, wie Moss Copenhagen, Soaked in Luxury, Saint Tropez, Ichi, Yaya und Kaffe, aber auch Taschen und Accessoires von Aigner, Schmuck von Enamel Copenhagen und Interior-Produkte, z.B. von Design Letters sowie kleine Geschenke für Kinder, unter anderem von Liewood. Ich hoffe, wir können an das erfolgreiche vergangene Jahr anknüpfen.

Wie ist die Stimmung bei Ihren Kundinnen?
Natürlich sind die gestiegenen Preise und Kosten immer mal wieder Thema. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass das in unseren Gesprächen nicht im Vordergrund steht. Wir sind so eine Art Mikrokosmos, fast schon wie Wellness für die Kundinnen. Sie kommen zu uns, gönnen sich eine Auszeit und vergessen ihre Sorgen. Bei uns läuft immer angenehme Jazz-Musik, es duftet gut und meine Mitarbeiterinnen und ich versuchen die besten Gastgeberinnen für unsere Kundinnen zu sein, darauf lege ich sehr viel wert. Das hat sicher auch etwas mit unserem Konzept zu tun.

Wie genau sieht das aus?
Über dem Laden im ersten Stock ist unser Studio, wo wir Ballettunterricht und Barre, ein ballettbasiertes Fitnesstraining für Frauen jeden Alters, anbieten. Das gibt tolle Synergieeffekte. Die Mütter, die ihre Kinder beim Ballett abgeben, stöbern während der Wartezeit im Erdgeschoss im Laden, aber auch das positive Körpergefühl, das die Frauen nach dem Training haben, führt oft dazu, dass sie sich ein schönes Teil gönnen. Selbst an düsteren Regentagen, wenn die Frequenz ansonsten im Keller ist, kommen Kundinnen durch die Kurse zu uns.

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