Wegen Corona-Pandemie

Uniqlo: Umsatzentwicklung ausgebremst

HuftonCrow
Seit 2014 ist Uniqlo auch in Deutschland präsent. Startschuss war die Eröffnung einer Filiale in der Tauentzienstraße in Berlin.
Seit 2014 ist Uniqlo auch in Deutschland präsent. Startschuss war die Eröffnung einer Filiale in der Tauentzienstraße in Berlin.

Dem japanischen Filialisten Uniqlo machen die Auswirkungen der Corona-Pandemie im ersten Geschäftshalbjahr zu schaffen.

In den sechs Monaten bis Ende Februar hat das zur Fast Retailing Gruppe gehörende Unternehmen auf dem internationalen Markt ein Umsatzminus von knapp 7% auf 541,2 Mrd. Yen (4,59 Mrd. Euro) verbucht. Stark eingebrochen ist mit einem Rückgang von fast 40% das Betriebsergebnis von Uniqlo International. Unterm Strich standen damit zum Ende des Halbjahres 53,2 Mrd. Yen.

Die schwache Entwicklung ist laut Fast Retailing „in erster Linie auf erhebliche Umsatz- und Gewinnrückgänge bei Uniqlo in Südkorea und Greater China zurückzuführen.“ Beide Regionen seien durch den Ausbruch von Covid-19 und weitere Faktoren getroffen worden. Allein in China hatte das Unternehmen, das in Deutschland unter anderem mit Stores in Berlin und Stuttgart vertreten ist, vorübergehend fast 400 Läden geschlossen. Ab März erholten sich die Umsätze auf dem chinesischen Festland wieder, da die meisten Geschäfte wieder geöffnet wurden.

Europa im Halbjahr noch nicht betroffen

In Europa verzeichnete Uniqlo in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres nach eigenen Angaben „zweistellige Zuwächse sowohl bei den Erlösen als auch beim Gewinn“. Besonders stark sei das Geschäft in Spanien und Italien sowie in Russland verlaufen. Da das Halbjahr im Februar endet, war der Einfluß durch Ladenschließungen aufgrund der Corona-Pandemie in dieser Region noch nicht vorhanden, was im zweiten Halbjahr jedoch anders aussieht.

Auf dem Heimatmarkt erzielte Uniqlo Japan Erlöse von 463,5 Mrd. Yen, was einem Minus von knapp 6% entspricht. Unter anderem hätten die warmen Temperaturen im Winter den Verkauf der Winterware ausgebremst. Ab der der zweiten Februarhälfte habe Covid-19 das Geschäft in Japan negativ beeinflusst. Allerdings konnte das Unternehmen in Japan das Betriebsergebnis steigern. Es wuchs um rund 6% auf 71,6 Mrd. Yen.

Der gesamte Konzern verbuchte im Berichtszeitraum einen Umsatzrückgang von knapp 5% auf 1,21 Billionen Yen. Das Betriebsergebnis sank um 21% auf 136,7 Mrd. Yen.


Zum Konzern gehören unter anderem auch die in der Sparte „Global Brands“ geführten Labels Comptoir des Cotonniers und Princesse tam.tam. Global Brands verzeichnete im Geschäftshalbjahr einen Umsatz von 70,1 Mrd. Yen, was einem Rückgang von knapp 10% entspricht.

Minus im Gesamtjahr erwartet

Eine Prognose für das Gesamtjahr ist nach Angaben von Fast Retailing schwierig, da nicht abzusehen sei, wann die Pandemie in den einzelnen Ländern unter Kontrolle zu bringen sei. Das Management geht von einem Umsatzminus von knapp 9% auf 2,09 Billionen Yen aus. „Die Prognose basiert auf der tatsächlichen Geschäftsentwicklung im März und der Annahme, dass Covid-19 gegen Ende der zweiten Geschäftsjahreshälfte unter Kontrolle gebracht wird“, erklärt der Konzern. Der konsolidierte Betriebsgewinn liege dann bei 145 Mrd. Yen, was einem Minus von rund 44% entspricht.

Für Uniqlo International erwartet das Management „einen erheblichen Rückgang bei Umsatz und Gewinn“. Aufgrund der Pandemie hat Uniqlo in Europa 97 von 98 Geschäften geschlossen. Alle 62 Geschäfte sind es zum Beispiel in Nordamerika. Insgesamt seien im Segment Uniqlo International 408 Stores betroffen. Auch für den Heimatmarkt prognostiziert Fast Retailing Umsatz- und Ergebnisrückgänge bei Uniqlo.
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