Wegen Coronavirus

Galeries Lafayette fürchtet Milliardeneinbußen

Matthieu Salvaing

Der CEO des Warenhaus-Verbunds Galeries Lafayette, Nicolas Houzé, geht davon aus, dass die Touristen erst einmal in Europa ausbleiben. Die Rückkehr zur Normalität erwartet er fürs zweite Halbjahr 2021. Dementsprechend rechnet er mit einem erheblichen Umsatzrutsch.

Die Covid-19-Pandemie beschert dem Warenhaus-Verbund Galeries Lafayette enorme Einbußen. CEO Nicolas Houzé geht momentan davon aus, dass der Gruppe im laufenden Jahr insgesamt 1 Mrd. Euro an Umsatz entgehen werden. 2019 erwirtschaftete sie insgesamt 4,5 Mrd. Euro.


„Das ist eine Krise, die so in unserer 125-jährigen Geschichte einmalig ist“, sagte Houzé in einem Interview mit dem Fernsehsender BFM. „Die Verluste werden erheblich sein.“ Der Warenhaus-CEO zweifelt daran, dass der Covid-19-Abschwung schnell vorbei ist. Er geht davon aus, dass sich die Lage erst ab dem zweiten Halbjahr 2021 wieder normalisiert hat.

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Die Prognose des französischen Warenhaus-Verbunds ist aufschlussreich, da Galeries Lafayette international präsent ist und in seinen französischen Läden sowohl lokale Kunden als auch Touristen anzieht. Insbesondere das Flagship auf dem Pariser Boulevard Haussmann lebt von den Besuchern aus der ganzen Welt. Auf sie entfällt rund die Hälfe des Umsatzes.

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Die Aussagen von Houzé verdeutlichen, dass sein Ausblick für den Tourismus äußerst verhalten ausfällt. „Wir gehen davon aus, dass die internationalen Gäste erst kurz vor dem Jahresende wieder zurückkehren werden. Sie werden nicht sofort nach Paris kommen“, sagte Houzé. „Paris wird immer eine Touristendestination bleiben. Doch das wird jetzt erst einmal Zeit brauchen.“

Die Berliner Filiale des französischen Kaufhaus-Konzerns Galeries Lafayette hat seit Montag das Erdgeschoss wieder geöffnet. Damit starten die Bereiche Gourmet, Bücher, Accessoires und Beauty. Für Wünsche aus der Fashion-Abteilung stehen Personal Shopper bereit. Geschäftsleiter Philippe Hugot spricht im TW-Interview von einem guten Auftakt.

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