Wegen der Corona-bedingten Schließungen

Über 6,6 Millionen US-Bürger melden sich arbeitslos

imago images/Levine-Roberts
Der Modefilialist Hollister hat seine Filialen in Nordamerika, Europa, AFrika und Nahost wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März geschlossen.
Der Modefilialist Hollister hat seine Filialen in Nordamerika, Europa, AFrika und Nahost wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März geschlossen.

Die USA steuern wegen der Coronakrise auf eine Rekordarbeitslosigkeit zu. In der vergangenen Woche haben rund 6,6 Millionen Menschen Arbeitslosengeld beantragt. Das sind fast doppelt so viel wie in der Vorwoche (3,34 Millionen).

Damit steigt die Arbeitslosenquote auf 9,5%, meldet das US-Arbeitsministerium. Ökonomen der US-Notenbank Fed warnen, dass die Rate bis Ende Juni auf 32% ansteigen könnte. Das wären 7 Prozenpunkte mehr als während der Großen Depression der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und mehr als doppelt so viel wie in der Wirtschaftskrise Ende der 80er Jahre.


Hauptgrund für den rasanten Anstieg der Zahlen sind die Ladenöffnungsverbote in mehreren Bundesstaaten. In der Folge mussten Zehntausende Läden, Restaurants und Freizeiteinrichtungen ihre Tore schließen. In Bundesstaaten ohne entsprechende Anweisungen haben Mitte März viele Filialisten selbst entschlossen, ihre Geschäfte zum Schutz der Mitarbeiter und Kunden vorübergehend dichtzumachen. Ein bis zwei Wochen später ergriffen Tausende Unternehmen drastische Personalmaßnahmen, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Auch im Modehandel, wo große Teile der Belegschaften entweder entlassen oder beurlaubt wurden.

Dazu zählen die Warenhausfilialisten Neiman Marcus, Macy's, J.C. Penney und Kohl’s sowie Modemarken wie Gap, Guess, Urban Outfitters, Abercrombie & Fitch, Hollister, Tommy Hilfiger, Calvin Klein und zuletzt American Eagle. Teilweise wurde mehr als die Hälfte der Belegschaft nach Hause geschickt.


Ein weiterer Grund für den starken Anstieg der Antragszahlen liegt aber auch im Billionen-Dollar-schweren Hilfspaket der US-Regierung. Dieses umfasst u.a. einen massiven Ausbau der Leistungen für Arbeitslose. Sie erhalten jetzt wöchentlich 600 US-Dollar (ca. 556 Euro) mehr als zuvor. Zudem können sich jetzt auch Freiberufler und Selbstständige arbeitslos melden.

Das Niveau der Leistungen ist aber vergleichsweise gering. So gibt es etwa im US-Bundesstaat New York maximal 504 Dollar pro Jahr. Zudem werden die Leistungen – je nach Bundesstaat – nur 13 bis 26 Wochen lang gewährt. So etwas wie Kurzarbeit gibt es den Vereinigten Staaten nicht.
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