Werbeausgaben 1. Quartal 2020

Corona wirbelt Werbemarkt durcheinander

Zalando
Zalando war im März der Top-Werbespender
Zalando war im März der Top-Werbespender

Aufgrund der Corona-Krise hat der Werbemarkt in Deutschland im März deutlich verloren. Die Bruttowerbeausgaben sanken laut Nielsen im vergangenen Monat um 5,9% im Vergleich zum Vorjahr. Die Veränderungen im Werbeverhalten spiegeln sich auch im Ranking der Top 10-Werbungtreibende aus der Bekleidungs- und Textilbranche wieder. Das wird diesmal von Versendern angeführt, Unternehmen wie H&M und C&A, die sonst oft im Ranking vertreten sind, tauchen in den Top Ten nicht auf.

Mit 8,1 Mio. Euro führt Zalando das Ranking an. Und dass obwohl der Versender mit Sitz in Berlin seine Bruttowerbeausgaben im Vergleich zum Vorjahr laut Nielsen um 14% gesenkt hat. Mit Ausgaben in Höhe von 7,8 Mio. Euro rangiert der Versender Walbusch auf Rang 2 vor der Witt-Gruppe aus Weiden, die 7,7 Mio. Euro für Werbung in den ersten drei Monaten des Jahres ausgegeben hat. Ein Plus von 130% im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt haben die Mode- und Textilunternehmen zwischen Januar und März 2020 rund 69,5 Mio. Euro in Werbung investiert. Ein Rückgang um 3,7% im Vorjahresvergleich.

Die Bruttowerbeausgaben haben sich laut Nielsen, einem weltweit agierenden Mess- und Datenanalyse-Unternehmen, insgesamt rückläufig entwickelt - auch aufgrund der Corona-Krise. „Der Gesamtbruttowerbemarkt der von Nielsen im Rahmen des bereinigten Werbetrends beobachteten Medien beläuft sich für das erste Quartal 2020 auf insgesamt 8,1 Mrd. Euro Bruttowerbeausgaben", sagt Dirk Reinbothe, Director Marketing Effectiveness bei Nielsen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von 0,3%.

Die März-Daten zeigten teilweise bereits hohe Verluste bei den einzelnen Medien, so Reinbothe weiter. Insgesamt seien die Ausgaben um 5,9% im vergangenen Monat zurückgegangen. Mit den Monatsdaten für April werden die Auswirkungen der Corona-Krise dann voraussichtlich noch deutlicher werden.

Werbespendings 1. Quartal 2020

Online ist Krisengewinner

Bei der Betrachtung nach den Werbekanälen sticht vor allem Online heraus. Im 1. Quartal 2020 beliefen sich die Werbeumsätze auf 0,9 Mrd. Euro - ein Plus von 7,5%. Alleine im März stiegen die Bruttowerbeausgaben für Online-Werbung 5,1% im Vergleich zum Vorjahr an. Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen verzeichnete im vergangenen Monat einen Zuwachs von 0,8%. Bemerkenswert ist das vor allem, weil etwa beim Bezahlfernsehsender Sky im gleichen Zeitraum die Erlöse um mehr als 40% laut Nielsen eingebrochen sind. Ebenfalls große Verluste gab es im Bereich der Kinowerbung. Dort gingen die Bruttowerbeerlöse im März um rund ein Viertel zurück.

Top-Branche nach Werbeausgaben war in den ersten drei Monaten die Lebensmittelbranche mit Bruttowerbeausgaben von einer halben Mrd. Euro. Alleine vier Lebensmittelunternehmen haben sich jetzt in den Top Ten der größten Werbetreibenden in Deutschland positioniert.
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