Wilhelm-Lorch-Stiftung

Viel Talent, großes Engagement: Das sind die Preisträger 2021

Ein ausgezeichneter Jahrgang: 70.000 Euro schüttet die Wilhelm-Lorch-Stiftung in diesem Jahr aus. Neun junge Frauen und Männer werden für ihre Abschlussarbeiten ausgezeichnet, drei Preise werden im Bereich Aus- und Weiterbildung im Einzelhandel vergeben. Zudem fördert die Stiftung ein Projekt der Hochschule Trier. In den kommenden Tagen stellen wir alle Preisträger vor. Heute: die drei Gewinner im Bereich Aus- und Weiterbildung im Einzelhandel.

Vieles ist anders in diesem von der Pandemie geprägten Jahr, das die Branche so empfindlich beeinträchtigt. Auch die Wilhelm-Lorch-Stiftung ist von den Einschränkungen betroffen. Geplant war, die Preisträger dieses Jahres auf dem TW-Forum zu präsentieren, das Anfang Juli parallel zur Fashion Week in Frankfurt stattfinden sollte. Mittlerweile steht fest: Die Fashion Week kann nur virtuell ausgetragen werden, das Forum wurde auf den 12. Oktober verschoben.

Die Wilhelm-Lorch-Stiftung hat deshalb entschieden, die Preisträger in einer virtuellen Veranstaltung am 5. Juli ab 15 Uhr im Umfeld der Frankfurt Fashion Week zu ehren. Die Teilnahme steht allen Interessenten aus der Branche offen und ist kostenlos.

Zwölf junge Frauen und Männer werden in diesem Jahr ausgezeichnet. Sie erhalten jeweils einen Förderpreis von 5000 Euro. Zudem unterstützt die Wilhelm-Lorch-Stiftung ein Projekt der Hochschule Trier im Bereich digitales Design mit einer Förderung von 10.000 Euro.



Besonders erfreulich aus Sicht der Stiftung ist, dass unter den vielen hochklassigen Bewerbungen in diesem Jahr auch zahlreiche Interessentinnen für eine Förderung der Aus- und Weiterbildung im Einzelhandel waren. So konnten mit Anna Armauer (Jost), Nele Brammer (Ramelow) und Neele Harmuth (Leffers Oldenburg) gleich drei Bewerberinnen aus dem Einzelhandel mit einem Förderpreis ausgezeichnet werden.

Große Passion für den Modehandel: Anna Armauer

China, die Karibik, Südamerika, Marokko. Bei ihren Urlaubsreisen zieht es Anna Armauer in die weite Welt. „Zwei Wochen am Strand liegen, das ist nichts für mich“, sagt sie. „Ich möchte andere Kulturen kennenlernen.“ Ansonsten ist die 27-Jährige jedoch ein sehr heimatverbundener Mensch. Aufgewachsen ist Anna Armauer in der kleinen rheinhessischen Weinbauern-Gemeinde Bechtheim. Ihr Abitur machte sie am Staatlichen Aufbau-Gymnasium in Alzey. „Mir war wichtig, dass ich dort Kunst als Leistungskurs wählen konnte.“

Anna Armauer
Anna Armauer
Ihre Liebe zu den schönen Dingen des Lebens war auch der Grund dafür, dass sie sich nach dem Abitur für die Modebranche entschied. Sie absolvierte bei Jost in Grünstadt die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau und erwarb gleich darauf an der LDT in Nagold die Qualifikation als Bekleidungsfachwirtin. Sehr schnell übernahm sie im Unternehmen Jost verantwortliche Positionen. So betreut sie die Auszubildenden und ist auch an der Rekrutierung der neuen Azubis beteiligt. Außerdem verantwortet sie den Einkauf für die Kindermode-Abteilungen der Jost-Häuser. Die Arbeit gefällt ihr sehr: „Ich kann mir gut vorstellen, auch meine berufliche Zukunft im Einzelhandel zu verbringen.“

Parallel zu ihrer Vollzeit-Beschäftigung bei Jost hat sie in den vergangenen Jahren an der Euro-FH ein Fernstudium in BWL und Wirtschaftspsychologie absolviert. Den Bachelor-Abschluss wird sie in diesem Sommer machen. Danach möchte sie, ebenfalls an der Euro-FH, gleich ein Masterstudium in Marketing und Sales dranhängen – dafür will sie auch das Preisgeld einsetzen. Viel Freizeit bleibt da eigentlich nicht. Aber zumindest ein Hobby pflegt sie dennoch mit Leidenschaft: „Ich liebe die Fastnacht, tanze in der Garde und in einer Showtanz-Gruppe.“

Im Brautmode-Laden begann die Liebe zum Handel: Nele Brammer

Dass ihr Herz für den Modehandel schlägt, war Nele Brammer schon als Schülerin klar. Samstags und in den Ferien arbeitete sie in einem Brautmode-Geschäft in ihrem holsteinischen Heimatdorf. „Damals habe ich gemerkt, wie viel Freude es mir macht, Kunden zu beraten“, sagt die 23-Jährige. Nach dem Abitur am Gymnasium in Heide bewarb sie sich bei mehreren Unternehmen aus dem Modehandel. Und gleich die erste Zusage kam von ihrem Wunsch-Kandidaten, dem Modehaus Ramelow. Dort absolvierte sie eine kombinierte Ausbildung zur Einzelhandels-Kauffrau und zur Handelsfachwirtin. Dass sie ein Händchen fürs Marketing hat, bewies sie schon während der Ausbildung. So organisierte sie – weitestgehend im Alleingang – ein Gewinnspiel, bei dem Tickets für das berühmte und immer schon ein Jahr im Voraus ausverkaufte Heavy Metal-Festival in Wacken verlost wurden.

Nele Brammer
Nele Brammer
Die ersten beiden Jahre ihrer Ausbildung verbrachte sie im Ramelow-Haus in Heide. „Meistens auf der Fläche.“ Schon damals aber kümmerte sie sich zusätzlich auch um die Präsenz des Unternehmens in den Sozialen Medien.Während ihres dritten Ausbildungs-Jahres ging sie dann ins Haupthaus nach Elmshorn. Nach ihrem Abschluss übernahm Inhaber Marc Ramelow sie und betraute sie zunächst mit der Organisation der Warenwirtschaft. Nach und nach sei sie dann immer mehr „in den E-Commerce gerutscht“, sagt Brammer lachend. Seit September 2020 ist sie nun die Verantwortliche für das Online-Business von Ramelow. Zusätzlich kümmert sie sich auch weiterhin um die Warenwirtschaft, hilft bei der Betreuung der Azubis und organisiert den Newsletter. Parallel zu ihrer Arbeit beginnt sie in diesem Jahr ein Online-Studium der Betriebswirtschaftslehre an der International University.

Vollzeit-Beschäftigung plus Studium – da wird für private Aktivitäten nicht viel Zeit bleiben, sollte man meinen. Doch Nele Brammer hat auch für die Freizeit ehrgeizige Ziele: „Ich versuche derzeit, mir das Keyboard-Spielen beizubringen.“

Neele Harmuth: „Ich finde es toll, Kunden zu begeistern“

Wer in oder bei Oldenburg aufwächst und sich für den Modehandel interessiert, der kennt und schätzt das Haus Leffers. Das gilt auch für Neele Harmuth, die in einem kleinen Ort bei Bremerhaven aufgewachsen und in Nordenham zum Gymnasium gegangen ist. „Mir war relativ früh klar, dass ich in den Bekleidungshandel gehen möchte. Ich liebe Mode und finde es toll, Kunden von den neuesten Trends zu begeistern“, sagt die 24-Jährige. „Und Leffers war meine Wunsch-Adresse.“

Neele Harmuth
Neele Harmuth
Nach dem Abitur im Jahr 2015 bewarb sie sich bei dem führenden Oldenburger Modehändler und begann dort kurz darauf ihre Ausbildung. Nach zwei Jahren legte sie die Verkäuferinnen-Prüfung als Landesbeste ab. Ein halbes Jahr später machte sie den Abschluss als Kauffrau im Einzelhandel, wieder mit der Note „sehr gut“. Anschließend legte sie auch noch die Ausbildereignungs-Prüfung ab. Leffers übernahm sie nach der Ausbildung und übertrug ihr die Position als stellvertretende Abteilungsleiterin für den Bereich „Junge Mode“. Doch bevor sie diese Stelle antrat, ging Harmuth erst einmal für ein zweimonatiges Praktikum nach London, zur Schuh-Designerin Natacha Marro. „Das war eine tolle Erfahrung“, schwärmt sie. „London hat meinen Blick auf die Mode und den Einzelhandel geweitet.“



Im Rahmen ihrer Tätigkeit bei Leffers bringt sich Harmuth auch in der Ausbildung mit ein und veranstaltet Schulungen für die Azubis im ersten Ausbildungsjahr. Parallel zu ihrer Beschäftigung bei dem Oldenburger Modehaus studiert sie seit August 2018 BWL und Wirtschaftspsychologie an der Euro-FH. Sie rechnet damit, ihren Bachelor-Abschluss im Sommer 2022 machen zu können. Anschließend möchte sie noch den Master dranhängen. Im Studiengang Human Resources Management. In der Rekrutierung, Ausbildung und Betreuung des Personals sieht sie eine Kernaufgabe des inhabergeführten Modehandels. „Denn schließlich sind es unsere Mitarbeiter, mit denen wir uns von den Wettbewerbern abheben können.“
Future Fashion Leaders - Talks & Awards
Am 5. Juli 2021 finden erstmals digital die Future Fashion Leaders Talks & Awards statt. Interessante Talks zeigen, warum es sich gerade jetzt lohnt, in der Modebranche zu arbeiten. Michael Werner (Chefredakteur TextilWirtschaft) und Charlotte Schnitzspahn (Online Ressort TextilWirtschaft) begrüßen spannende Gäste, um mit Ihnen über das Arbeiten in der Modebranche zu sprechen. Mit dabei sind:
- Leyla Piedayesh, Inhaberin und Kreativchefin Lala Berlin
- Ruppert Bodmeier, CEO Disrooptive
- Maximilian Böck, CEO Marc O’Polo
- Michael Kampe, Creative Director Armedangels
- Thorsten Mindermann, Geschäftsführer H&M Deutschland

Im Anschluss werden die Preisträgerin mit den Förderpreisen 2021 der Wilhelm-Lorch-Stiftung ausgezeichnet.

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