Working in Fashion 2022: Betty Barclay-CFO Manfred Plaar im Gespräch

"Unsere Wertschätzungskultur zieht sich bis auf die kleinste Ebene"

Betty Barclay
Manfred Plaar ist seit Januar 2012 als CFO und Geschäftsführer Services in der Unternehmensgruppe tätig. Neben den Ressorts Finanzen und Controlling verantwortet er unter anderem auch die Bereiche Personal, Recht, IT und Logistik.
Manfred Plaar ist seit Januar 2012 als CFO und Geschäftsführer Services in der Unternehmensgruppe tätig. Neben den Ressorts Finanzen und Controlling verantwortet er unter anderem auch die Bereiche Personal, Recht, IT und Logistik.

Die Mitarbeiter haben gewählt: Insgesamt 6855 Beschäftigte haben in der "Working in Fashion-Studie 2022" die 40 größten Modefirmen in zehn Kategorien bewertet. Betty Barclay ist im Ranking des Gesamtimages um einen Platz auf Rang fünf aufgestiegen. Manfred Plaar, CFO Betty Barclay Group, über mobiles Arbeiten, den Umgang mit dem Thema Diversity und mehr Eigenverantwortung für die Mitarbeiter.

TextilWirtschaft: Drei Viertel aller Mitarbeiter geben in der Studie an, dass ihr Unternehmen Homeoffice anbietet. Wie setzen Sie die neue Flexibiltät in Ihrem Unternehmen um?
Manfred Plaar: Mobiles Arbeiten ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Personalpolitik und unser weitgefasstes Modell sehen wir auch ganz klar als Wettbewerbsfaktor für die Gewinnung von neuen Mitarbeitern. Laut Betriebsvereinbarung können unsere Mitarbeiter bis zu 60% der vertraglich vereinbarten monatlichen Arbeitszeit aus dem Homeoffice arbeiten. Die Organisation dieses Hybrid-Modells liegt in der Verantwortung der jeweiligen Führungskraft. Darüber hinausgehende individuelle Vereinbarungen sind im Einzelfall ebenso nicht ausgeschlossen und möglich.

Welche Erfahrungen haben Sie bislang mit diesem Hybrid-Modell gemacht?
Wir haben hiermit bisher gute Erfahrungen gemacht und erhalten das Feedback, dass die bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben und die dadurch gewonnene Flexibilität sehr wertgeschätzt werden. Neben dem Thema Mobilarbeit praktizieren wir bei der Betty Barclay Group die offene Gleitzeit. In vielen Abteilungen gibt es keine Kernarbeitszeiten. Die Mitarbeiter können ihren Tagesablauf weitgehend selbst bestimmen. Die Arbeitszeit in Vollzeit beträgt 37 Stunden pro Woche.

Wie wichtig ist das Thema Diversity in Ihrem Unternehmen?
Diversität gehört schon lange zu unserem gelebten Alltag und wir sind der Überzeugung, dass dies auch einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg unseres Unternehmens leistet.

Jeder zweite Mitarbeiter gibt bei der allgemeinen Befragung an, er erfahre nicht genug Wertschätzung in seinem Unternehmen. Wie zeigen Sie Ihren Beschäftigten Ihre Wertschätzung?
Neben individuellen Mitarbeiter- und Feedbackgesprächen zieht sich unsere Wertschätzungskultur bis auf die kleinste Ebene. Angefangen dabei, dass wir unseren Mitarbeitern in unserem Headquarter kostenfrei Kaffee und Wasser bereitstellen. Neu führen wir ab Herbst 2022 auch die Möglichkeit eines Job-Bike-Angebots ein und ermöglichen so einen einfachen und günstigen Zugang zur klimaneutralen Mobilität. Zusätzlich bieten wir für unsere Mitarbeiter mit privaten Elektrofahrzeugen an unserem Headquarter Ladesäulen zum Laden des eigenen Fahrzeugs an. Der Strom wird größtenteils aus unserer eigenen Photovoltaikanlage eingespeist. Die Ladevorgänge werden monatlich über die Gehaltsabrechnung zu einem Preis abgerechnet, der rund 30% unter einem üblichen Hausstromtarif liegt.
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Auch Eigenverantwortung wird für den Großteil der Mitarbeiter immer wichtiger. Inwieweit und in welcher Form bieten Sie das Ihren Beschäftigten?
Als Familienunternehmen mit flachen Hierarchien und einer tragfähigen Strategie zur digitalen Transformation bieten wir unseren 1300 Mitarbeitern Freiräume und Kompetenzen für ein kreatives Arbeiten mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Mit Workshops, Seminaren und innovativen Lernlösungen wie E-Learnings und Online-Trainings bereiten wir sie auf Projekt- und Führungsaufgaben vor.

Immerhin 41% der Beschäftigten sind derzeit auf der Suche nach einem neuen Job. Was tun Sie, um Mitarbeiter dauerhaft zu binden?
Wir bieten unseren Mitarbeitern ein verlässliches Umfeld mit umfangreichen Zusatzleistungen, wie Zuschüssen für Kinderbetreuung, Altersvorsorge, Fitnessstudio etc. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für uns kein neuer Trend – sondern Tradition. 80% unserer Belegschaft sind weiblich. Während einer familienbedingten Freistellung fördern wir den Qualifikationserhalt und den regelmäßigen Kontakt zu Kolleginnen. Im Rahmen der Rückkehr greifen Maßnahmen zur aktiven Wiedereingliederung.
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Welche weiteren Pläne gibt es aktuell in der Personalarbeit bei Betty Barclay?
Die sehr guten Platzierungen der vergangenen "Working in Fashion"-Votings sind kein Anlass, uns darauf auszuruhen, sondern vielmehr eine große Motivation, unsere Bewertung als TOP-Arbeitgeber noch weiter auszubauen und zu stärken. Unsere Fokusthemen für die Zukunft sind vor allem eine transparente Kommunikation mit unseren Mitarbeitern, wie z.B. aktuell schon in ersten Schritten über unser neues Mitarbeiterinformationsportal "Betty's Newsroom", die Vernetzung mit Gremien, sowie die Bekräftigung unseres stets sehr gut bewerteten und unvergleichlich familiären Betriebsklimas. Auch im Bereich Mobilarbeit und Sozialleistungen gilt es, stets die neuen Optionen zu überprüfen und diese Modelle zeitgemäß auszurichten.

In den Kategorien Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten zeigt die diesjährige Studie noch Verbesserungspotenzial.
Ja, an diesen Punkten arbeiten wir bereits sehr intensiv und werden hier in Zukunft weitere Schwerpunkte setzen, um an einige Erfolgsstorys, die sich hier im Unternehmen schon ereignet haben, wie z.B. vom Azubi zur Vertriebs- oder Beschaffungsleitung, weiter anknüpfen zu können und unsere internen Potenziale optimal zu nutzen.
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