Corona-Krise bremst

Zara-Mutterkonzern Inditex schließt rund die Hälfte aller Stores

Zara

Auch beim spanischen Modekonzern Inditex machen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich bemerkbar.

Wie der Mutterkonzern von Zara, Massimo Dutti, Bershka und anderen Filialisten am Mittwoch mitteilte, sind die Umsätze des Unternehmens, inklusive E-Commerce, zwischen 1. Februar und 16. März währungsbereinigt um 4,9% zurückgegangen. Ausschließlich auf den März bezogen stellt sich die Situation noch düsterer dar. „Zwischen 1. und 16. März gingen die Erlöse in lokalen Währungen um 24,1% zurück“, teilte Inditex am Mittwoch in Arteixo (A Coruña) mit.


Das Unternehmen hat demnach weltweit 3785 Geschäfte in 39 Märkten vorübergehend geschlossen, was rund der Hälfte der gesamten Filialzahl des Konzerns entspricht.

In China noch elf Stores geschlossen

Die Läden in China seien mit Ausnahme von elf Läden „nach den Richtlinien der Gesundheitsbehörden“ geöffnet.

Die Inditex-Gruppe habe alle von den Gesundheitsbehörden empfohlenen und geforderten Maßnahmen in all ihren Märkten befolgt und werde weiterhin voll und ganz kooperieren. Das Unternehmen sei bereit „in jeder erforderlichen Weise zu reagieren“, versichern die Spanier.

Bei Inditex steht Europa, wo der Einzelhandel durch das Coronavirus weitgehend lahmgelegt ist, für einen Umsatzanteil von 46% – ohne Spanien. Auf dem Heimatmarkt Spanien liegt der Anteil bei rund 16%.

Einkäufe im Online-Shop seien weiterhin möglich, so das Unternehmen. Die Lieferkette funktioniere nach wie vor „normal“.

Jahresumsatz um 8%, Gewinn um 6% gestiegen

Das Geschäftsjahr 2019/20 (31.1.) hat das Unternehmen mit einem Umsatzplus von 8% abgeschlossen. Damit stiegen die Verkaufserlöse bis Ende Januar auf rund 28,29 Mrd. Euro. Im Online-Geschäft ist das Unternehmen um 23% auf 3,9 Mrd. Euro gewachsen, was 14% der Konzernumsätze entspricht.

Der Nettogewinn wuchs um 6% auf 3,86 Mrd. Euro nach Sondereffekten. Vor Sondereffekten waren es plus 12%. Angesichts der Situation rund um die Verbreitung des Coronavirus hat sich Inditex entschlossen, Rückstellungen von 287 Mio. Euro zu verbuchen, was sich auf das Ergebnis auswirkt.


Im Berichtszeitraum hat das spanische Unternehmen 1,2 Mrd. Euro in das Wachstum des Filialnetzes und den E-Commerce investiert, mit dem Inditex inzwischen in über 200 Ländern präsent ist. Das Netz stationärer Läden umfasste zum Stichtag 7469 Geschäfte in 96 Märkten.

Für Prognosen zum Jahr 2020 sei es derzeit noch zu früh, so der Konzern. Inditex verfolge die Entwicklung sehr genau, die derzeitige Situation werde aber stark von den äußeren Faktoren beeinflusst. Die Frühjahr/Sommer-Kollektionen seien zunächst sehr gut angenommen worden. Einen Vorschlag für die Dividende für 2019 könne derzeit nicht gemacht werden, erklärte der Vorstand. In Anbetracht der Lage sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür.

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