Zenjob-Studie

Was sich die Generation Z von der Arbeitswelt wünscht

Imago/Canvan Images
Die junge Generation will sich ihre Arbeitszeit flexibel einteilen.
Die junge Generation will sich ihre Arbeitszeit flexibel einteilen.

Wie die Generation Z tickt, beschäftigt nicht nur die Markenwelt, sondern auch die potenziellen Arbeitgeber der Unter-25-Jährigen. Die Nebenjob-Plattform Zenjob hat in einer Studie jetzt die Werte und Wünsche der Gen Z in Bezug auf ihr Arbeitsleben abgefragt. Die wichtigsten Ansprüche der jungen Deutschen: Ehrlichkeit und offene Kommunikation, ein gutes Gehalt und Offenheit für neue Ideen und Konzepte.

Für die Umfrage hat Zenjob insgesamt 1775 Studierende über ihre Ansichten zur Arbeitswelt befragt - darunter Mitglieder aus der Gen Z (unter 25 Jahre) genauso wie jene aus der Generation Y ("Millennials", ab 1981 geboren).

Ein Kernergebnis, das die Komplexität der Zielgruppe der Gen Z direkt auf den Punkt bringt: Ihr
 Verhältnis zum eigenen Arbeitsrhythmus ist komplex und auf den ersten Blick nicht ganz schlüssig. So hegt die eine Hälfte der Gen Z den Wunsch nach festen Arbeitszeiten (50 Prozent), die andere hingegen wünscht sich Flexibilität im Joballtag (ebenfalls 50 Prozent). Genauso wollen 78 Prozent der Unter-25-Jährigen Berufliches und Privates trennen (Millennials: 81 Prozent), während 70 Prozent kein Problem damit haben, auch im Urlaub für den Arbeitgeber erreichbar zu sein (Millennials: 58 Prozent).

Weniger ambivalent sind die Ansichten der Gen Z in puncto Autonomie: 83 Prozent der Befragten aus dieser Altersgruppe (Millennials: 84 Prozent) wollen sich ihre Arbeitszeit flexibel einteilen. Aber: Jeder zweite Befragte unter 25 Jahren gibt auch an, dass ihm das in der Praxis noch nicht immer gelingt.

Auf Basis der Umfrageergebnis hat Zenjob zudem ein Ranking über die Faktoren erstellt, die sich die Gen Z von ihren zukünftigen Arbeitgebern wünscht: Am wichtigsten sind demnach Ehrlichkeit und offene Kommunikation, auch die Offenheit für Ideen und Konzepte sowie Weiterbildungsmöglichkeiten stehen hoch im Kurs. Neben diesen weicheren Faktoren landet der Wunsch nach einem guten Gehalt in der Prioritätenliste auf Platz zwei.
Diese 10 Dinge sind der Gen Z bei ihrem Arbeitgeber am wichtigsten
  1. Ehrlichkeit und offene Kommunikation
  2. Gutes Gehalt
  3. Offenheit für neue Ideen und Konzepte
  4. Möglichkeit zur Weiterbildung und professionelles Training
  5. Nachhaltiges Handeln
  6. Soziales Engagement
  7. Diversität in der Belegschaft
  8. Flache Hierarchien
  9. Regelmäßige Firmenfeiern

Aus dem Ranking wird deutlich, dass die Chance auf Karriere für die jungen Deutschen allein nicht mehr ausreicht. Vielmehr fordert die Gen Z für sich das Recht ein, im Job aktiv mitzugestalten. Zwar stehen die Vereinbarkeit des Jobs mit dem Privatleben (69 Prozent) sowie Flexibilität (54,8 Prozent) an den obersten beiden Stellen der Bedürfnispyramide. Direkt dahinter folgen aber persönliche Identifikation (54,7 Prozent) und vielfältige Aufgaben im Job (52,5 Prozent).

Zenjob

Was den zukünftigen Arbeitgeber angeht, bevorzugen die Mitglieder der Gen Z (32 Prozent, Millennials: 37 Prozent) den Mittelstand. Der Grund: Die Kombination aus Sicherheit und eher familiärer Umwelt ist für die Befragten dort am ehesten gegeben. Ein Viertel der Unter-25-Jährigen möchten am liebsten in Start-ups (Werte: innovativ, schnell und agil) oder selbstständig (selbstbestimmt, flexibel) arbeiten. In Großkonzernen wollen dagegen nur rund ein Fünftel der Gen-Z-Mitglieder arbeiten. Globales Denken und Handeln, gute Aufstiegs- und Karrierechancen und somit Karriere stehen für die Befragten hier im Gegensatz zu Anonymität, Fremdbestimmtheit und einem oft negativen Image.

Zenjob

"Unsere Studie zeigt deutlich, dass für die Mitarbeiter*innen von morgen Haltung und Werte im Vordergrund stehen. Sie möchten, dass ihr Arbeitgeber diese (vor)lebt und ihnen Raum für das eigene Leben, die persönliche Entwicklung, aber auch die Partizipation an der Weiterentwicklung des Unternehmens ermöglicht", fasst Frederik Fahning, Mitgründer und Managing Director von Zenjob die Ergebnisse zusammen. "Unsere Umfrage räumt mit vielen Vorurteilen älterer Generationen gegenüber der Gen Z auf. Sie ist alles andere als passiv, sie zeigt Engagement und möchte etwas bewirken. Davon können und sollten wir alle noch etwas lernen."
„Unternehmen müssen stärker denn je Flexibilität und Offenheit fördern, handeln statt nur reden und vor allem - einfach mal zuhören, was diese beiden Generationen bewegt.“
Frederik Fahning
Da Gen Z und Millennials in wenigen Jahren die Mehrheit der Bevölkerung und des Arbeitsmarkts ausmachen, richtet Fahning einen Appell an die Unternehmen: "Sie müssen stärker denn je Flexibilität und Offenheit fördern, handeln statt nur reden und vor allem - einfach mal zuhören, was diese beiden Generationen bewegt."



Dieser Text erschien zuerst auf www.horizont.net.

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