Reaktionen zu Russlands Einmarsch in die Ukraine

"Heute ist mein Herz gebrochen"

Imago / Future Image
Berlin setzt ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine angesichts des sich immer weiter zuspitzenden Konflikts mit Russland. Von 18.45 Uhr bis Mitternacht war das Brandenburger Tor am Mittwochabend in den ukrainischen Nationalfarben - blau und gelb - angeleuchtet.
Berlin setzt ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine angesichts des sich immer weiter zuspitzenden Konflikts mit Russland. Von 18.45 Uhr bis Mitternacht war das Brandenburger Tor am Mittwochabend in den ukrainischen Nationalfarben - blau und gelb - angeleuchtet.

Russland hat am heutigen Donnerstag die Ukraine angegriffen. Die Sorge in der Branche ist groß. Erste Reaktionen aus der Branche fallen bestürzt aus und unterstützen Sanktionen gegen Russland.

Gerhard Albrecht ist Geschäftsführer der Unitex mit über 800 Mitgliedsunternehmen
Unitex
Gerhard Albrecht ist Geschäftsführer der Unitex mit über 800 Mitgliedsunternehmen
Unitex-Geschäftsführer Gehard Albrecht sagt gegenüber der TW: "Mich machen diese Nachrichten heute Morgen sehr nachdenklich. Das ist eine bedrückende Entwicklung. Wirtschaftlich wird es natürlich auch Branchenteilnehmer hierzulande treffen. Ich gehe davon aus, dass die Sanktionsmechanismen vor allem im Bankenbereich sehr zeitig greifen werden. In jedem Fall wird es deutlich schwieriger werden, Ware nach Russland zu exportieren. Es gibt ja schon noch deutsche Hersteller, die wichtige Umsätze mit russischen Partnern machen. Aber auch auf der Beschaffungsseite sehe ich die Problematik. Es gibt Unternehmen, gerade im Wäsche- und Konfektionsbereich, die in der Ukraine eigene Betreibe haben oder über Joint Ventures dort produzieren. Ich denke, dass es hierbei zu erheblichen Störungen in der Lieferkette nach Deutschland und Europa kommen kann. Parallel dazu wird sich das Thema Energiebereitstellung und -preise verschärfen, und das wird sich wiederum auf die gesamte Preisgestaltung und eventuell auch auf die Konsumstimmung auswirken. Heute Morgen sind ja die Ölpreise schon auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen."

BTE-Geschäftsführer Axel Augustin erklärt im Gespräch mit der TW: "Der Krieg wird auch den Modehandel beeinflussen. Wenn auch eher mittelbar. Vor allem sehe ich das Problem, dass die Rohstoffpreise stark steigen und die Menschen dadurch stark belastet werden. Dieses Geld steht dann natürlich nicht mehr für den Konsum zur Verfügung. Und das trifft dann vor allem Modeanbieter, die eine preissensiblere Klientel bedienen."

VDMA-Präsident Karl Haeusgen
VDMA-Präsident Karl Haeusgen
VDMA-Präsident Karl Haeusgen
Auch der Verband für Maschinen- und Anlagebau VDMA hat ein Statement veröffentlich. Darin befürwortet er Sanktionen gegen Russland ausdrücklich. VDMA-Präsident Karl Haeusgen: "Der VDMA und seine Mitglieder sind fassungslos, dass Russland in Europa einen Krieg begonnen hat. Auch Russland hatte sich in der Vergangenheit zur Unverletzbarkeit der europäischen Grenzen und zum Verzicht auf Gewaltanwendung vertraglich und völkerrechtlich verpflichtet. Wir verurteilen diesen Bruch von Völkerrecht auf das Schärfste! Der VDMA unterstützt die Entscheidung, die Aggression hart zu sanktionieren. Diese Sanktionen werden auch Auswirkungen auf den Maschinen- und Anlagenbau haben, deren Umfang aktuell nicht abgeschätzt werden kann."

Solidaritätsbekundungen mit der Ukraine auf Social Media

In den sozialen Netzwerken meldeten sich ebenfall prominente Köpfe der Branche zum Krieg in der Ukraine zu Wort. Gerry Weber-CEO Angelika Schindler-Obenhaus schreibt auf Instagram: "Heute ist mein Herz gebrochen… Krieg in Europa. Was für ein großer Schmerz für alle Menschen, die nichts ändern können. Meine Gedanken sind jetzt bei unseren Kollegen & Partnern in der Ukraine und Russland. Unsere Welt braucht keinen Krieg und unser Team und unsere Franchisepartner brauchen ihn auch nicht. Ich hoffe und bete für einen gesunden Menschenverstand und Frieden."

"

Messe-Macherin Anita Tillmann postete eine schlichte Friedenstaube auf ihrem Intagram-Account.



Gucci-Chefdesigner Alessandro Michele wählte ein Demonstrations-Motiv. In der Bildschunterschrift schreibt er: "Es gibt jeden Tag etwas zu tun: Sich waschen, lernen, spielen, den Tisch decken zu Mittag decken. Es gibt Dinge, die jeden Abend zu tun sind: die Augen schließen, schlafen, Träume haben, um zu träumen, Ohren zum Zuhören. Es gibt Dinge, die nie getan werden müssen, weder bei Tag noch bei Nacht, weder zur See noch zu Lande: Zum Beispiel der Krieg.



Und Jörg Koch, Macher des international renommierten Magazins und Labels 032c schreibt auf dem Instagram Account: "Das Brandenburger Tor in Berlin wurde gestern Abend in den Farben der ukrainischen Flagge beleuchtet, als Akt der Solidarität mit der von Russland angegriffenen Ukraine. Krieg in Europa! Ich liebe Russland, aber es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, wie Putin dieses große Land zurück in eine imperialistische Agenda des 19. Jahrhunderts katapultiert. Viele junge Russen und Ukrainer leben in Berlin. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, wie wir den Menschen in der Ukraine helfen können."

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