Zwei Drittel weniger neuer Läden als geplant

Sandro-Gruppe bremst Retailexpansion

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Cardigan mit langen Ärmeln von Sandro
Cardigan mit langen Ärmeln von Sandro

Dank Store-Eröffnungen in der ganzen Welt hat der Contemporary-Verbund SMCP die Milliardengrenze übersprungen. Doch wegen der Covid-19-Pandemie muss sich der Konzern einschränken. Die Kapitalinvestitionen werden um 40% gekürzt.

Die Covid-19-Pandemie hat die Wachstumsgeschichte von SMCP gestoppt. Der Contemporary-Verbund, dem die Marken Sandro, Maje, Claudie Pierlot und De Fursac gehören, bremst nach einem organischen Umsatzminus von 20% auf 229 Mio. Euro im ersten Quartal die Retail-Expansion ab.


Die Zahl der Geschäfte, die 2020 eröffnet werden sollen, wird um zwei Drittel gekürzt. Damit sollen dieses Jahr nur noch rund neue 20 Läden aufmachen. 2019 waren es noch 90 neue Läden gewesen. Insgesamt werden die Kapitalinvestitionen um 40% gesenkt. Einen Vorgeschmack liefert das erste Quartal. Von Januar bis März schloss SMCP netto sechs Läden. Vor allem auf dem Heimatmarkt Frankreich wurde das Filialnetz gestutzt.

SMCP stellt sich auf schwierige Zeiten ein. Im ersten Quartal ging es in sämtlichen Weltregionen abwärts. Der Umsatz in Asien-Pazifik, Europa und Amerika rutschte um 33%, 12% und 17% nach unten. In Frankreich brach er um 19% ein. Vor einer Prognose für das Gesamtjahr 2020 schreckt SMCP zurück. „Angesichts der Unsicherheit ist das nicht relevant, zu diesem Zeitpunkt Aussagen zu Umsatz und Gewinn zu geben“, teilte die Gruppe mit.

Obwohl auch das zweite Quartal schwierig werden wird, bemüht sich SMCP-CEO Daniel Lalonde um Optimismus. „Die ersten Anzeichen des Aufschwungs in China sind ermutigend. Ich bin zuversichtlich, dass SMCP über ein starkes Fundament und Marken verfügt, um aus dieser Phase stärker hervorzugehen.“ Aktuell sind noch 82% der 1632 Läden, Franchise-Geschäfte hinzugerechnet, geschlossen. Die Geschäfte auf dem chinesischen Festland sind wieder geöffnet.

Die Coronavirus-Krise hat die gesamte Modeindustrie erfasst – und spart auch die Firmen nicht aus, die in den vergangen Jahren zweistellig gewachsen sind. SMCP ist der Anbieter, der sich im Contemporary-Segment in den vergangenen Jahren am dynamischsten entwickelt hat. Dank einer aggressiven Retail-Expansion in Asien und im E-Commerce überschritt der Konzern, der an der Pariser Börse gelistet ist und an dem Shandong Ruyi beteiligt ist, die Umsatzmilliarde.

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